Bundesliga

Bülter ist von Unions Klassenerhalt überzeugt

Union hat den Vertrag mit Bülter verlängert. Deshalb ist der Offensivmann überzeugt, auch kommende Saison in der Bundesliga zu spielen.

Union-Stürmer Marius Bülter (r.) ist kaum aufzuhalten, auch nicht vom Gladbacher Jonas Hofmann.

Union-Stürmer Marius Bülter (r.) ist kaum aufzuhalten, auch nicht vom Gladbacher Jonas Hofmann.

Foto: Moritz Mueller/Pool / pa / Mika Volkmann/Moritz Mueller

Berlin. Marius Bülter sucht gar nicht erst nach Ausreden. Das hat der Offensivmann des 1. FC Union nie getan, weder wenn es um seine Karriere ging, noch jetzt mit Blick auf den Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga.

Körperliche Defizite wegen der zehnwöchigen Punktspielpause als Folge der Coronavirus-Pandemie? Nachteile durch die fehlende Unterstützung von den Rängen wegen der Geisterspiele? Für Bülter bestenfalls Begleitumstände, jedoch keine Argumentation dafür, warum Union nach dem Re-Start nur einen Punkt aus vier Spielen geholt hat.

„Es können sicher Gründe sein, aber wir sollten uns so wenig wie möglich mit diesem Thema beschäftigen und uns gegenseitig besser coachen“, forderte Bülter, und hat dabei schon das Duell am Sonntag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr, Sky) in der Alten Försterei vor Augen.

Bülter ist zweitbester Torschütze bei Union Berlin

Nein, Bülter, der erst zu Saisonbeginn vom damaligen Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg nach Köpenick gewechselt war, ist sich seiner Geradlinigkeit stets treu geblieben. Auf dem Platz, wo er mit seinem Zug zum Tor über die linke Außenbahn mit sieben Treffern Unions zweitbester Torschütze ist nach Stürmer Sebastian Andersson (zwölf). Und auch außerhalb des Spielfeldes, wo sein Glaube an ein weiteres Jahr in der deutschen Eliteliga ungebrochen ist.

„Davon bin ich zu hundert Prozent überzeugt, auch wenn der Trend momentan nicht gut aussieht“, sagte Bülter am Mittwoch: „Wir haben immer noch eine gute Ausgangslage und auch den Glauben nicht an uns verloren, auch wenn die Ergebnisse und die Leistungen zuletzt nicht so gut waren.“

Leistungen, für die Bülter ebenfalls Erklärungen – keine Ausflüchte – findet. „Mit Bayern und Gladbach hatten wir zwei Topmannschaften“, verwies er auf die Qualitäten der Gegner, „gegen Hertha war es ein Scheißtag für uns. Und auch gegen Mainz war es ein besonderes Spiel, weil wir lange in Unterzahl waren.“

Bülter hofft auf bessere Organisation bei Union Berlin

Bülter weiß, was in diesen vier Partien vor allem gefehlt hat: „Unsere Organisation war nicht mehr so gut, wir waren nicht mehr so kompakt und hatten in der Umschaltbewegung zu wenig Spieler in der Vorwärtsbewegung.“ Vor allem Hertha und Mönchengladbach waren diesbezüglich „gut auf uns eingestellt“.

Gegen Schalke – einzige Mannschaft, die seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch schlechter ist als Union (vier Niederlagen) – soll sich das nicht wiederholen. Zumal sich die Königsblauen, ohnehin mit internationalen Zielen in die Saison gestartet, seit elf Spielen ohne Sieg im freien Fall befinden.

„Die haben eine ähnlich beschissene Situation wie wir, das will ich aber gar nicht als Vor- oder Nachteil für uns ansehen. Doch es wird ein Kampfspiel, und dafür stehen wir ja als Mannschaft“, erklärte Bülter, dessen Leihvertrag bei Union in eine Festanstellung übergegangen ist. Union hatte Pfingsten, kurz vor Ablauf der Frist, die entsprechende Option gezogen.

Bülter zeigt Verständnis für Proteste

Auch was die Untersuchungen des DFB-Kontrollausschusses wegen der Proteste einiger Bundesliga-Profis gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA angeht, hat Bülter eine klare Meinung.

Mögliche Strafen, von denen der DFB am Mittwoch absah, gegen den Schalker Weston McKennie, die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi sowie den Gladbacher Marcus Thuram und den Kölner Anthony Modeste, die mit Botschaften auf Arm, T-Shirt und mit Gesten ihre Solidarität mit den Betroffenen kundtaten, wären bei dem 27-Jährigen auf „Unverständnis“ gestoßen.

„Weil ich die Jungs natürlich verstehen kann, dass sie sich dafür einsetzen. Ansonsten halte ich mich bei politschen Sachen zurück“, erklärte Bülter. Lieber will er sich auf seinen achten Saisontreffer konzentrieren. Wann der fällt? „Ich hoffe jetzt am Sonntag.“

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