Bundesliga

Warum für Union-Coach Fischer ein Derby-Sieg so wichtig ist

Union muss am Freitag zum zweiten Bundesliga-Derby bei Hertha ran. Die Bedeutung eines erneuten Sieges gegen den Lokalrivalen ist groß.

Union-Trainer Urs Fischer verspricht vollen Einsatz seiner Mannschaft im Derby bei Hertha BSC.

Union-Trainer Urs Fischer verspricht vollen Einsatz seiner Mannschaft im Derby bei Hertha BSC.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. „Ein Derby ist ein Derby, das kannst du nicht toppen.“ Urs Fischer, der Trainer von Union Berlin, hatte schon am Tag nach dem Aufstieg der Köpenicker in die Bundesliga die große Bedeutung der ersten beiden Hauptstadt-Duelle gegen Hertha BSC im Fußball-Oberhaus heraus gestellt.

In einem Punkt sollte sich der Schweizer jedoch irren, zwangsläufig, denn die Entwicklungen rund um die beiden Spiele waren so nicht vorherzusehen. Das erste Duell Anfang November vergangenen Jahres, von ganz Berlin mit Spannung erwartet, endete in einem schrecklichen Pyro-Irrsinn, verursacht vor allem durch Hertha-Fans.

Das zweite Duell, die Revanche vor rund 75.000 Zuschauern im Olympiastadion, hätte nicht weniger emotional werden sollen. Doch die Entwicklungen rund um das Coronavirus lässt die Fortsetzung der Spielzeit nur mit Geisterspielen zu. Wodurch auch Erstliga-Derby Nummer zwei zwar wohl allen in Erinnerung bleiben wird, wenn auch anders als gedacht.

Für Union Berlin zählt vor allem der Klassenerhalt

Dass Union nach dem 1:0 in der Hinrunde, vollendet durch das Elfmetertor von Joker Sebastian Polter kurz vor Schluss (87.), als Stadtmeister nach Westend fährt, ist für Fischer nur eine automatische Begleiterscheinung. Das gilt auch für die Partie am Freitagabend (20.30 Uhr, DAZN).

„Für mich zählt in erster Line der Ligaerhalt, nicht die Stadtmeisterschaft“, erklärte Fischer. Doch so ganz wollte er sich der Union-Coach dem imaginären Titel dann doch nicht verschließen: „Wenn beides eintreffen würde, umso schöner.“

Keine Frage, ein erneuter Sieg gegen den Lokalrivalen ist auch für Fischer nicht unwichtig – wenn auch aus einem anderen Antrieb. Nach dem 0:2 gegen den FC Bayern zu Re-Start der Bundesliga am vergangenen Wochenende täte ein Sieg schon enorm gut. Für das Selbstvertrauen, vor allem aber für das Punktekonto. Union liegt derzeit als Tabellenzwölfter sieben Punkte vor Relegationsplatz 16.

Union Berlin muss erneut umbauen

„Auch am Freitag geht es für uns um drei ganz wichtige Punkte, um dieses Ziel zu erreichen. Aktuell haben wir 30 Punkte, die werden am Saisonende jedoch nicht reichen. Wir wollen mit aller Macht die Klasse halten, ein Sieg gegen Hertha würde uns sehr helfen, dieses Ziel zu erreichen“, sagte Fischer.

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Dafür wird der Schweizer jedoch seine Mannschaft erneut umbauen müssen. Durch die Gelbsperre von Keven Schlotterbeck fehlt Union ein wichtiger Spieler in der Abwehrkette. Für ihn dürfte Marvin Friedrich nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre gegen die Bayern zurückkehren.

Zudem steht hinter dem Einsatz von Christopher Lenz ein Fragezeichen. Der Linksverteidiger hatte am Mittwoch das Training abbrechen müssen. Yunus Malli könnte hingegen in den Kader zurückkehren. Der Mittelfeldspieler „hatte eine lange Leidenszeit, das war für ihn selbst nicht ganz einfach. Es ist aber wirklich erstaunlich, wie weit er schon ist. Das hat uns alle überrascht. Er ist auf dem Weg zurück und definitiv ein Thema für den Kader“, erklärte Fischer.

Union Berlin ist gewarnt

Der Union-Trainer weiß um die Schwere der Aufgabe im Olympiastadion, die durch den vierten Trainerwechsel bei Hertha nicht leichter geworden ist. „Bei seinen vorherigen Stationen hatten die Mannschaften von Bruno Labbadia immer eine sehr gute Organisation, standen sehr kompakt, waren aggressiv gegen den Ball, haben aber auch immer versucht Fußball zu spielen“, erkannte Fischer bereits beim Hertha-Sieg in Hoffenheim (3:0) „eine Handschrift des Trainers“.

Was dies für sein Team bedeutet? „Wir werden das Spiel seriös vorbereiten und wollen punkten. Siege kann und möchte ich nie versprechen“, sagte Fischer, „was ich aber versprechen kann: Wir werden alles daran setzen, um erfolgreich zu sein.“ In einem Derby, dessen Umstände wohl nicht mehr zu toppen sind.

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