Fussball

Union-Verteidiger Hübner: „Der Druck liegt bei Hertha“

Das Derby zwischen Hertha und Union steht bevor. Florian Hübner freut sich auf das Duell, in dem die Mentalität entscheidend ist.

Union-Verteidiger Florian Hübner (l.) und Torwart Rafal Gikiewicz sind bester Dinge.

Union-Verteidiger Florian Hübner (l.) und Torwart Rafal Gikiewicz sind bester Dinge.

Foto: Uwe Anspach / dpaDeutsche Presse-Agentur! Honorarfrei für FMG-Tageszeitungen!

Berlin. Um sich auf den nächsten Gegner einzustimmen, genügen bei Florian Hübner im Prinzip ein paar Erkundigungen im familiären Umfeld. Der Bruder des Verteidigers vom 1. FC Union spielt ebenfalls in der Fußball-Bundesliga und war mit der TSG Hoffenheim zum Re-Start gegen eben jene Mannschaft im Einsatz, gegen die nun die Köpenicker antreten müssen. Ersten kurzen Informationen zufolge sei „Hoffenheim gar nicht so schlecht im Spiel“ gewesen, aber Hertha habe „eiskalt zugeschlagen“ beim 3:0-Erfolg der Charlottenburger. Mehr Details sollen in den nächsten Tagen folgen, verriet der Union-Profi in einer virtuellen Medienrunde.

Zum Derby, das eigentlich die Stadt elektrisieren sollte am Freitagabend (20.30 Uhr), werden alle Tipps gern angenommen. Wichtig für Union, das am Sonntag 0:2 gegen den FC Bayern verlor, ist vor allem die Rückkehr von Trainer Urs Fischer. Er hatte beim Spiel wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht dabei sein können, absolvierte gemäß den neuen Regeln der Liga nun zwei Coronatests und stand am Dienstag bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Natürlich drehte sich dabei noch einmal viel um das Spiel gegen die Bayern, aber ebenso um die besondere Partie im Olympiastadion, wie auch bei Florian Hübner. Er berichtete ...

… über den Auftritt gegen München: „Wir haben defensiv super gestanden, gut gegen den Ball verteidigt, gut die Räume eng gemacht und verschoben. Das gibt Selbstvertrauen für den Rest der Saison. Was wir auf jeden Fall verbessern müssen, ist das Spiel mit dem Ball. Die Bälle waren zu schnell weg, wir haben den Ball nicht lange in unseren Reihen halten können. Wir müssen den Fokus darauf legen, längere Ballbesitzphasen zu haben, um gefährlicher vor das Tor zu kommen.

… über die Geisterspiele: Bei mir ist es so, dass es mich anstachelt, wenn ich rauskomme zum Aufwärmen und die ganzen Zuschauer sehe. Das motiviert mich. Wenn dann Anpfiff ist, du auf die Ränge schaust und kein Mensch da ist, ist das natürlich schwer. Da musst du vom Kopf her bereit sein. Es ist umso wichtiger, dass der Teamgeist da ist, dass du dich gegenseitig pushst, gerade wenn es schlecht läuft. Dass du den Kopf oben behältst, dich gegenseitig unterstützt. Das ist jetzt wichtiger als vorher. Ich finde auch, dass wir das ganz gut gemacht haben. Nicht nur die Jungs auf dem Platz, sondern auch die Jungs auf der Tribüne haben ordentlich Stimmung reingebracht. Ich glaube, nur so kannst du erfolgreich sein in den nächsten Wochen.

Im Hinspiel musste Hübner verletzungsbedingt zuschauen

… über das Derby: Es ist natürlich nicht das Derby, das wir uns alle erhofft haben. Vor ausverkauftem Haus. Aber es ist Derbyzeit, da wird Mentalität gefragt sein, Kampfgeist, sich 90 Minuten aufzuopfern für die Mannschaft. Wir haben natürlich auch gesehen, dass Hertha 3:0 gewonnen hat, aber Sorgen machen wir uns nicht. Wir schauen auf uns, versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Wir als Mannschaft wissen genau, um was es geht. Dass es nicht nur um uns geht, sondern dass es für viele Leute um uns herum ein sehr wichtiges Spiel ist. Wir wollen alles geben, alles raushauen, damit wir dort drei Punkte mitnehmen können.

… über die Rolle im Derby: Außenseiter bist du als Aufsteiger eigentlich immer. Von Tag eins wissen wir, dass es nur gegen den Abstieg geht. Ich glaube, dass der Druck schon mehr auf der Hertha liegt. Wir wissen aber, was wir können. Wir wissen intern, wie unser Stellenwert ist. Im Hinspiel (1:0, d.R.) konnte ich verletzungsbedingt leider nicht dabei sein. Wenn du von draußen guckst und siehst, wie die Jungs fighten, hättest du am liebsten mitgespielt. Solche Spiele liebe ich, wenn sehr viel Kampf dabei ist. Da hat das Herz geblutet auf der Tribüne. Das hat sich die ganze Stadt seit Langem gewünscht. Ich werde jetzt genauso in das Spiel reingehen, als wären die Ränge voll.

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