Bundesliga

Union sendet ein Lebenszeichen aus der Einöde

Unions Prömel hat in der Hotel-Quarantäne in Barsinghausen seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Und freut sich auf den Saison-Restart.

Grischa Prömel (r.) bleibt zwei weitere Jahre bei Union Berlin.

Grischa Prömel (r.) bleibt zwei weitere Jahre bei Union Berlin.

Foto: Philippe Ruiz / picture alliance / Philippe Ruiz

Berlin. Grischa Prömel sieht das ganz pragmatisch. „Auch wenn es beschissen aussieht, muss man dadurch“, sagt der Mittelfeldspieler des 1. FC Union in einer virtuellen Medienrunde am Montag. Die Maskenpflicht. Ein leidiges Thema, aber ebenso notwendiges Übel, mit dem sich die Profis der Fußball-Bundesliga nun arrangieren müssen, damit die Saison am kommenden Wochenende fortgesetzt werden kann. „Wenn es die Vorgabe gibt, dann gilt es auch, sie einzuhalten“, sagt Prömel.

Der 25-Jährige weilt mit den Köpenickern seit Sonnabend in Barsinghausen, in der Einöde Niedersachsens. „Es ist ein bissle einsam“, erzählt Prömel von der tristen Hotel-Quarantäne. Einzelzimmer, Mindestabstand beim Essen, keine Spielabende. Von geselligem Zusammensein, wie es ansonsten in Trainingslagern üblich ist, keine Spur. „Es ist schon sehr speziell, alles ist zeitaufwendiger, umständlicher“, sagt Prömel, „aber das geht halt in der jetzigen Phase nur so.“

67 Pflichtspiele hat Prömel bislang für Union Berlin gemacht

Jammern nützt eben nichts. Zumal Prömel durchaus auch Grund zur Freude hat. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2016 verlängerte am Montag seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Union bis 2022. „Das war gut durchdacht, keine Sache, die man von heute auf morgen entscheidet“, erzählt Prömel, der bei 67 Pflichtspielen für Union bislang acht Tore erzielte.

Es habe natürlich ein paar Anfragen gegeben, aber „letztendlich war es eine Entscheidung für Union, weil es mir hier gefällt, weil ich mit Union was aufgebaut hab, weil ich bei Union die Möglichkeit hab, Bundesliga zu spielen.“ Von dieser Möglichkeit konnte der gebürtige Stuttgarter in der aktuellen Saison aber noch nicht allzu viel Gebrauch machen. Eine Patellasehnenreizung stoppte Prömel gleich nach den ersten zwei Spieltagen im vergangenen August.

Am Sonntag empfängt Union Berlin Meister Bayern

Bis in den Januar zog sich seine Reha, dann kämpfte sich der zentrale Mittelfeldspieler heran, kam auf fünf Kurzeinsätze, bevor die Spielzeit coronabedingt unterbrochen wurde. „Natürlich hätte ich die Saison gern weitergespielt, weil ich gerade dabei war, in die Mannschaft zu drängen“, sagt Prömel. „Aber ich bin bereit, hab Bock, dass es weitergeht.“

Am Sonntag ist es soweit, Union empfängt Tabellenführer Bayern München in der Alten Försterei (18 Uhr, Sky). Ohne Zuschauer. „Das ist ein komisches Gefühl. Da fehlt schon einiges“, sagt Prömel. Damit sich die Profis an die gespenstische Kulisse gewöhnen, hat Union schon die eine oder andere Trainingseinheit ins Stadion verlegt. Nichtsdestotrotz wird das Duell mit dem Rekordmeister „ein spezielles Spiel“, sagt Prömel. Ohne Fans „sind wir selbst gefordert, uns gegenseitig zu pushen, viel zu kommunizieren“.

Prömel hat Vertrauen in DFL-Konzept für Saisonfortsetzung

Die fehlende Unterstützung von außen ist also offenbar die größte Sorge, die die Profis umtreibt. Nicht das grassierende Virus. Prömel hat Vertrauen in das Konzept, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) ausgearbeitet hat, um die Saison fortzusetzen. Dass ein weiterer Klub nach Dynamo Dresden seine gesamte Mannschaft in Quarantäne schicken muss, glaubt Prömel nicht. „Gerade dadurch, dass wir immer Masken tragen, wenn wir zusammen unterwegs sind, ist es nicht zwingend notwendig“, sagt er. „Dann reicht es auch, dass die betroffenen Spieler für 14 Tage in Quarantäne sind. Wir werden halt weiterhin getestet und solange unsere Ergebnisse negativ sind, brennt da ja nicht viel an.“

Am Dienstag steht bei Union der nächste Testdurchlauf an. „Aber wenn man sieht, wie wir hier trainieren, was für Richtlinien und Vorgaben es hier gibt, da ist man nirgends sicherer, als gerade hier im Hotel“, ist sich Prömel sicher. Die Sicherheit hat allerdings auch seinen Preis. Die Spieler müssen ihre Zimmer selbst aufräumen. Um unnötigen Kontakt mit dem Hotelpersonal zu vermeiden. Für Prömel kein Problem. „Mir ist schon wichtig, dass mein Zimmer nach zwei Tagen nicht aussieht wie unter aller Sau“, sagt er. „Da muss man schon ein bissle anpacken.“ Ganz pragmatisch eben.

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