Kommentar

Das wurde auch Zeit, liebe DFL!

Mit der Aussetzung des Spielbetriebs ab sofort beugt sich die DFL allerdings nur dem öffentlichen Druck, meint Michael Färber.

Das Bundesliga-Logo auf dem Ärmel eines Trikots.

Das Bundesliga-Logo auf dem Ärmel eines Trikots.

Foto: Bernd Thissen / picture alliance/dpa

Berlin. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat am Freitagnachmittag bekanntgegeben, dass sie den Spielbetrieb in der Bundesliga und der Zweiten Liga ab sofort bis zum 2. April aufgrund der Entwicklungen rund um das Coronavirus ruhen lassen will. Eine Entscheidung, die völlig richtig ist.

Dass die DFL diese Entscheidung allerdings nur aufgrund des öffentlichen Drucks auch durch einige Profis getroffen hat, dokumentiert nicht nur ihre Schwerfälligkeit, auf Krisensituationen rechtzeitig zu reagieren. Und die Entwicklungen der vergangenen Tage führt die gesamte Nation unweigerlich in eine Krisensituation.

Die DFL unterstrich damit auch, wie stark sie tatsächlich in ihrer eigenen Welt lebt. Eine Welt, vor der das Coronavirus nicht haltmacht.

Auch Italien, Spanien und England pausieren

Nach Italien, wo die Bevölkerung wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus sogar bereits zu Hause bleiben muss, und Spanien hat auch England den Spielbetrieb der höchsten Spielklasse bis 3. April ausgesetzt. Von der Unterbrechung anderer Profiligen in Deutschland wie Eishockey, wo die Saison bereits für beendet erklärt wurde, Handball oder Basketball ganz zu schweigen.

Berlin und auch der Nordostdeutsche Fußball-Verband haben ihren Ligen eine Pause verordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Dass beim Zweitligisten Hannover bereits zwei Profis infiziert sind und die Partie gegen Dresden abgesagt werden musste und sich in Nürnberg Gleiches anbahnt, hatte den Verantwortlichen offenbar noch nicht gereicht.

„Ziel ist es weiterhin, die Saison bis zum Sommer zu Ende zu spielen – aus sportlichen Gesichtspunkten, aber insbesondere auch weil eine vorzeitige Beendigung der Saison für einige Klubs existenzbedrohende Konsequenzen haben könnte“, hieß es noch in einer DFL-Mitteilung am Freitagvormittag.

Kleinere Vereine in unrühmlicher Rolle

Das Coronavirus ist den DFL-Oberen offenbar noch nicht existenzbedrohend genug. Jedenfalls nicht, so lange Geld vor die Gesundheit gestellt wird.

Dass es im Rahmen dieses 26. Spieltages um eine „hohe Zahlung der TV-Broadcaster an die Vereine“ geht, wie Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte, soll hier nicht unerwähnt bleiben.

Auch nicht verschwiegen werden darf, dass sich die kleineren Vereine in der Diskussion ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert haben. Anstatt auf eine Verschiebung bereits dieses 26. Spieltages zu drängen, wurde geschwiegen – offensichtlich in der Hoffnung, dass es doch noch die erwarteten dicken Schecks gibt.