Bundesliga

Auf Union wartet gegen Leverkusen die Reifeprüfung

Union war im Hinspiel in Leverkusen chancenlos. Jetzt kann der Aufsteiger gegen die Werkself zeigen, was er seit jenem 0:2 gelernt hat.

Lars Bender (l.) räumt Unions Christian Gentner aus dem Weg – so lief es im Hinspiel zwischen Leverkusen und Union.

Lars Bender (l.) räumt Unions Christian Gentner aus dem Weg – so lief es im Hinspiel zwischen Leverkusen und Union.

Foto: Federico Gambarini / picture alliance/dpa

Berlin. Während man bei Hertha BSC nach dem Beben um Jürgen Klinsmann bemüht ist, die Wogen zu glätten, herrscht knapp 30 Kilometer weiter östlich, beim anderen Fußball-Bundesligisten aus Berlin, Ruhe. Trotz oder vielleicht auch wegen der bislang erzielten 26 Zähler inklusive des Neun-Punkte-Vorsprungs auf die Abstiegsregion. Und wegen – oder wohl eher trotz – des Gegners Bayer Leverkusen, der am Sonnabend (15.30 Uhr) zu Gast in der Alten Försterei ist.

Die Werkself war die einzige, gegen die der Aufsteiger nicht den Hauch einer Chance hatte. Das lag an der spielerischen Qualität, die die Leverkusener mit sich bringen. „Sie können eine enorme Geschwindigkeit mit dem Ball erzeugen, aber Situationen auch spielerisch lösen, auch in Eins-gegen-eins-Situationen“, sagte Union-Trainer Urs Fischer.

Es lag aber auch am Auftritt der Köpenicker, der alles andere als Union-typisch gewesen ist. Wenig Kampf, viel Ratlosigkeit. „Ich glaube, dass die Jungs dieses Spiel noch im Kopf haben“, erklärte Fischer, „da waren wir zu passiv, das wird bestraft.“

Auf Union Berlin wartet eine große Chance

Knapp fünf Monate sind seitdem vergangen. Nun bekommt Union die Chance zu zeigen, was die Mannschaft in dieser Zeit gelernt hat. Es ist – wenn man so will – die Reifeprüfung für die Köpenicker, die gegen alle anderen Mannschaften in der Bundesliga durchaus ihre Möglichkeiten hatten. Auch gegen RB Leipzig, wo Union beim 1:3 sogar lange geführt hatte.

Trainer Fischer ist sich sicher: „Wir haben dazugelernt.“ Bestätigt wird der Trainer durch die englische Woche, die nach dem Rückschlag in Dortmund (0:5) zu einem guten Ende geführt werden konnte. Durch den Glauben an sich selbst sowie durch die gute Organisation, die zum Erfolg bei Werder Bremen (2:0) geführt hatte.

Unions Profis müssen versuchen, einen Mittelweg zu finden: Wie viel Respekt ist möglich, um sich von der spielerischen Qualität Leverkusens nicht auseinandernehmen zu lassen, und wie viel Mut ist nötig, um selbst einem möglichen Sieg nahezukommen?

Union Berlin braucht die Mischung aus Mut und Respekt

Man müsse, so Fischer, „vor jeder Mannschaft Respekt haben. Aber übertreib es nicht, sonst wird es ängstlich. Nur zu verteidigen, wird nicht reichen. Es braucht auch das Spiel mit dem Ball. Und auch Mut, um im Spiel selbst gewisse Lösungen zu finden.“

Dass Union vor heimischer Kulisse – die Alte Försterei wird erneut mit 22.012 Zuschauern restlos ausverkauft sein – große Gegner schlagen kann, dürfte sich in der Fußball-Republik längst herumgesprochen haben. Borussia Mönchengladbach bekam dies beim 2:0 zu spüren, auch Borussia Dortmund mit einem 3:1. Zwei Siege, in denen die Mischung aus Respekt und Mut gestimmt hat,

„Wir haben ein Gesicht, das wir irgendwo immer gezeigt haben. Es wird ein Ziel sein, dieses Gesicht wieder zu zeigen“, sagte Fischer. Der Schweizer spricht von „Zugriff aufs Spiel“, den seine Mannschaft bekommen müsse, auch vom „Balldruck, um Leverkusen zu Fehlern zu zwingen und dann über schnelles Umschaltspiel zu Chancen zu kommen“.

Union Berlin blendet das Pokalspiel aus

Das DFB-Pokal-Viertelfinale am 4. März in Leverkusen spielt für Fischers Bayer-Planungen in der Bundesliga keine Rolle. „Das Pokalspiel ist wirklich noch weit weg und hat überhaupt keinen Einfluss auf das Spiel am Sonnabend. Aber beide Teams gewinnen gewisse Erkenntnisse, die du für die Vorbereitung für das Pokalspiel gebrauchen kannst.“

Erkenntnisse, die sich mit drei Punkten mehr auf dem Konto sicher noch einfacher verwerten lassen.

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