Kommentar

Union sollte sich nicht auf den Kampf verlassen

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Michael Färber
Die Profis des 1. FC Union jubeln  über den Sieg gegen Augsburg.

Die Profis des 1. FC Union jubeln über den Sieg gegen Augsburg.

Foto: dpa/Jörg Krauthöfer

Unions Sieg gegen Augsburg beruhigt, offenbart aber auch ein Problem, das der Aufsteiger schnell lösen muss, meint Michael Färber.

Die Erleichterung konnte man fast schon greifen. Alle bei Union Berlin, egal ob Spieler, Trainerteam, Klubführung oder auch Fans, dürften nach dem 2:0 gegen den FC Augsburg durchgeatmet haben. Diese Punkte waren wichtig. Enorm wichtig sogar.

Dieser Erfolg nach vier Spielen ohne Sieg – darunter drei Niederlagen in Folge – hat der Mannschaft Zeit verschafft. Zeit, um sich ohne unnötigen Druck auf die schwere Auswärtswoche mit den Bundesliga-Spielen in Dortmund und Bremen sowie dem DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten SC Verl vorzubereiten.

Weil der Abstand zur Abstiegsregion wieder auf mindestens fünf, im besten Fall sogar sechs Punkte angewachsen ist. In einer Saison, die sich auch in der unteren Hälfte derart ausgeglichen präsentiert wie seit Jahren nicht mehr, darf dieser Vorsprung zwar noch nicht als beruhigend, wohl aber als angenehm bezeichnet werden.

Union Berlin unterstreicht seine Heimstärke

Zudem dokumentierte dieser erste Erfolg gegen Augsburg überhaupt noch einmal die Heimstärke der Berliner. Sechs der insgesamt sieben Saisonsiege gab es in der Alten Försterei, der gegen Augsburg war der fünfte ohne Gegentor. Damit lässt sich im Kampf um den Klassenerhalt wuchern.

Und doch hat die Partie gegen die Schwaben auch eines offenbart: Union braucht mehr als nur dieses eine kämpferische Gesicht, gerade wenn es gegen Mannschaften geht, die – Union ähnlich – mit einer klaren Defensivstrategie antreten. Verl im Pokal ist da schon der nächste Gradmesser.

Seien wir ehrlich: Gegen Augsburg fiel dem Aufsteiger vor allem in der ersten Halbzeit recht wenig ein. Dass es dennoch zum Sieg gereicht hat, war auch der Mithilfe des Augsburgers André Hahn geschuldet.

Malli kann Union Berlin helfen

Einer für mehr spielerische Lösungen kann Yunus Malli sein. Doch der aus Wolfsburg ausgeliehene Techniker, der in der Hinrunde keine Minute auf dem Platz stand, braucht noch Zeit, um sich in seine neue Mannschaft zu integrieren.

Ziel muss es sein, ihn spätestens für das letzte Saisondrittel auf 100 Prozent zu bringen, wenn es vornehmlich gegen die direkte, defensiver eingestellte Konkurrenz geht.

Bis dahin darauf zu hoffen, dass der Gegner im Fehlerspiel Fußball stets hilft, ist ein Vabanquespiel, auf das sich Union Berlin nicht einlassen sollte.

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