Bundesliga

Nicht schön, aber wichtig: Union schlägt Augsburg

Aufsteiger Union landet gegen Augsburg den so wichtigen ersten Heimsieg in der Rückrunde. Subotic und Ingvartsen erzielen die Tore.

Die Unioner Marcus Ingvartsen (l.) und Sebastian Andersson (r.) im Kampf um den Ball mit den Augsburgern Daniel Baier und Felix Uduokhai.

Die Unioner Marcus Ingvartsen (l.) und Sebastian Andersson (r.) im Kampf um den Ball mit den Augsburgern Daniel Baier und Felix Uduokhai.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Neven Subotic hatte den Adressaten für seine herzliche Umarmung schnell ausgemacht. Und Rafal Gikiewicz nahm die Glückwünsche auch gern an. Der Torwart von Union Berlin war einer der Schlüsselspieler beim ersten Rückrundensieg in der Fußball-Bundesliga. Seine Paraden in der Schlussphase verhinderten Schlimmeres.

Der zweite Schlüsselspieler am Sonnabend war Subotic selbst. Sein Tor leitete das 2:0 (0:0) des 1. FC Union gegen den FC Augsburg ein. Der Innenverteidiger sprach von „einem Highlight für mich. Es war kein besonders schönes Tor, aber ein besonders wichtiges“.

Und es war sein erster Treffer in der Bundesliga seit fast fünf Jahren. Zuletzt hatte Subotic im Mai 2015 für Dortmund beim 2:0 gegen Hertha BSC getroffen.

Union Berlin vor der Pause optisch überlegen

Temperaturen nahe null Grad, ein durch und durch grauer Himmel, nasskalte Witterung – es waren nicht wirklich die allerbesten Voraussetzungen für ein gutes Bundesliga-Spiel. Entsprechend lieferten beide Mannschaften eine erste Halbzeit ab, die nicht zwingend im Saisonrückblick Platz finden sollte.

Beide Defensivreihen wussten sich gut zu verschieben mit der Folge, dass sowohl die Berliner als auch die Schwaben kaum Platz für irgendein vernünftiges Offensivspiel bekamen. Union war optisch sicher etwas überlegen. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer tat mehr für das Spiel, agierte aber zu oft mit hohen Bällen auf Stürmer Sebastian Andersson.

Noch in der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel hatte Fischer – die guten Eindrücke seiner Mannschaft vom Rückrundenstart in Leipzig (1:3) im Kopf – darauf hingewiesen, dass „wir versuchen, eine spielerische Lösung hinzubekommen und nicht nur lange Bälle zu spielen“. Davon war vor der Pause wenig zu sehen.

Union Berlin nur mit Halbchancen

Die Augsburger wiederum versuchten eher, in ihren Aktionen durch Passspiel gefährlich zu werden. Doch Ungenauigkeit war auch beim FCA ständiger Begleiter. So gab es Möglichkeiten, die allenfalls ins Reich der Halbchancen zu verorten waren.

Christopher Lenz prüfte Augsburgs Torhüter Tomas Koubek nach fünf Minuten, eine Viertelstunde später verzog der Union-Verteidiger aus dem Hinterhalt. Abwehrmann Marvin Friedrich versuchte es nach 18 Minuten mit einem Drehschuss – mehr hatten die Gastgeber in der ersten Halbzeit nicht zu bieten.

Die Augsburger versuchten es mit einem 17-Meter-Freistoß von Philipp Max (13.), einem André-Hahn-Kopfball, der für Union-Torwart Gikiewicz kein Problem darstellte (15.). Ruben Vargas traf immerhin das Außennetz des Union-Tores, nachdem er Robert Andrich links am Strafraum düpiert hatte (37.).

Subotic trifft für Union Berlin 68 Sekunden nach der Pause

Friedrich hatte im Vorfeld der Partie angemahnt, dass Unions Abwehrspieler schon durch ihre Größe mehr Torgefahr ausstrahlen sollten, zumal auch die Standards von Kapitän Christopher Trimmel stets gut getreten seien. 68 Sekunden nach Wiederbeginn sah sich der Ex-Augsburger bestätigt, auch wenn Größe dabei nicht unbedingt eine Rolle gespielt hat.

Ecke von Trimmel, im Strafraum verlängerte Augsburgs Hahn den Ball an den hinteren Pfosten, wo Subotic lauerte und aus Nahdistanz einschob (47.) – endlich die Führung, endlich der ersehnte erste Schritt auf dem Weg zum so wichtigen ersten Sieg nach vier erfolglosen Partien. Und endlich wurde es auch ein Fußballspiel.

Denn die Augsburger mussten ihren Defensivverbund nun lockern, was Union mehr Räume in der gegnerischen Hälfte bot. Und Union, wissend um die Wichtigkeit dieser Partie, wusste nachzulegen.

Ingvartsen erhöht für Union Berlin

Gut eine Stunde war vorbei, als eine Flanke von Lenz im Augsburger Strafraum direkt vor die Füße von Andrich abgewehrt wurde. Der Mittelfeldspieler legte quer auf Marcus Ingvartsen, der zum 2:0 einschoss (62.).

Riesenjubel in der mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Alten Försterei, erst recht, als auch der Videoassistent aus Köln die Korrektheit des Treffers bestätigte hatte. Überprüft wurde, ob Andersson Torwart Koubek beim Schuss von Ingvartsen entscheidend die Sicht versperrt hatte.

„Toll“, bilanzierte Trainer Fischer den Auftritt seiner Mannschaft. Der Schweizer verspürte eine „Riesenfreude, weil die Jungs über 90 Minuten ihr Gesicht gezeigt haben und gerade in der Schlussphase auch schwierige Momente überstanden haben. Wir haben alles versucht, das ist das, was mir gefällt.“

Torwart Gikiewicz sichert Union Berlin den Sieg

Tatsächlich kam Augsburg in der Schlussphase noch einmal auf, nachdem „wir uns vielleicht zu fest auf unsere Defensivstrategie fixiert und dadurch das Spiel nach vorn vergessen haben“, sagte FCA-Coach Martin Schmidt.

Nun stand Gikiewicz den Augsburgern im Weg. In der 89. Minute brachte der Union-Torwart mit einem sensationellen Reflex den Augsburger Florian Niederlechner fast zur Verzweiflung, der aus vier Metern scheiterte. Kurz darauf war der Pole auch gegen Alfred Finnbogason zur Stelle.

Keine Frage, Gikiewicz hatte sich das Lob seines Teamkollegen redlich verdient. „Er war hervorragend heute und hat uns im Spiel gehalten. Er war eine Schlüsselfigur für den Sieg“, sagte Subotic. Ebenso wie er selbst.

Mehr über Union Berlin lesen Sie hier.