Kommentar

Union geht ins Risiko

Union plant keine Aktivitäten auf dem Winter-Transfermarkt. Das kann in der Defensive schnell zum Problem werden, meint Michael Färber.

Die Profis von Union bereiten sich ab Dienstag auf den Rückrundenstart in Leipzig vor.

Die Profis von Union bereiten sich ab Dienstag auf den Rückrundenstart in Leipzig vor.

Foto: dpa/BM

Trainingslager im Winter sind immer so eine Sache. Die Zeit, um etwas Neues, für den weiteren Saisonverlauf wirklich Richtungsweisendes einzustudieren, ist kaum vorhanden.

Durch die An- und Abreise verschenkt man sogar noch zwei volle Trainingstage. Ganz zu schweigen davon, dass die Bundesliga bereits Mitte Januar den Spielbetrieb wieder aufnimmt, eineinhalb Wochen früher als die Zweite Liga.

Dafür sind die Bedingungen meist um einiges besser. Die Qualität der Plätze, wie sie Union Berlin an der spanischen Mittelmeerküste vorgefunden hat, war exzellent. Dazu stets Temperaturen um die 16 bis 18 Grad – so lässt sich trefflich vorbereiten und Sicherheit holen, was das Zusammenspiel anbelangt.

Nur drei zentrale Verteidiger sind bei Union Berlin fit

Die Winterpause, oder vielmehr die bis zum 31. Januar andauernde Transferperiode, wird auch gern genutzt, um Korrekturen am vorhanden Kader vorzunehmen. Union will sich in dieser Hinsicht zurückhalten, zumindest was Neuverpflichtungen angeht.

Das kann auch immer als Indiz dafür verstanden wissen, dass Kaderplaner Oliver Ruhnert im Sommer gut gearbeitet hat. Doch gerade in der jetzigen Situation geht Union damit ins Risiko.

Mit den Rekonvaleszenten Keven Schlotterbeck und Florian Hübner sowie dem angeschlagenen Lennard Maloney fehlen Union gleich drei Innenverteidiger, zudem wurde Nicolai Rapp zum Zweitligisten Darmstadt 98 ausgeliehen. Soll heißen: Trainer Urs Fischer stehen lediglich drei einsatzbereite zentrale Abwehrspieler zur Verfügung: Marvin Friedrich, Michael Parensen und Neven Subotic.

Union Berlin braucht eine gute Defensive

Doch gerade für einen Aufsteiger, der Union trotz bislang erzielter 20 Punkte immer noch ist, steht und fällt eine gute Saison mit der Defensive. Vor allem angesichts des Auftaktprogramms kann nur ein Hoffen darauf, dass nicht noch mehr passiert, fatale Folgen haben.

Die ersten vier Spieltage halten gleich drei schwere Gastspiele für Union bereit: bei den Titelkandidaten RB Leipzig und Borussia Dortmund sowie bei den abstiegsbedrohten Bremern.

Sollte sich das derzeit fitte Abwehrpersonal Sperren oder Verletzungen zuziehen, bekommt Union ein Problem, dass sich massiv auf den Rest der Rückrunde und damit auf den Kampf um den Klassenerhalt auswirken kann.

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