Trainingslager

Union schaltet zurück in den Wettkampfmodus

Bei Union ist die Innenverteidigung vor der Rückrunden-Generalprobe gegen Budapest das Sorgenkind. Doch Schlotterbeck lässt hoffen.

Keven Schlotterbeck fehlt Union seit dem Spiel bei Schalke 04 Ende November.

Keven Schlotterbeck fehlt Union seit dem Spiel bei Schalke 04 Ende November.

Foto: Jens Niering / picture alliance / Jens Niering

Orihuela. Die letzte richtige Übungseinheit von Union Berlin im Trainingslager in Spanien hielt für die Profis des Aufsteigers noch einmal den Fahrplan bereit, den Urs Fischer in der Rückrunde für seine Spieler vorgesehen hat: Umschaltspiel, und das vor allem schnell.

Noch längst nicht alles fand auf dem Platz in Orihuela die volle Zufriedenheit des Trainers. Auch wenn er eben nach Ballgewinnen jene Zielstrebigkeit von seiner Mannschaft schon im letzten Testspiel am Sonnabend (15 Uhr) gegen Ferencvaros Budapest sehen will.

Nachvollziehbar, ist der Test gegen den ungarischen Meister doch bereits die Generalprobe für die eine Woche später bei Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig beginnende Rückrunde. Union schaltet noch an der Mittelmeerküste in den Wettkampfmodus.

Schlotterbeck und Hübner sind zurück im Mannschaftstraining

Was Fischer jedoch gefallen haben dürfte, ist die Rückkehr der Rekonvaleszenten Keven Schlotterbeck, Florian Hübner und Grischa Prömel in den Trainingsbetrieb. Vor allem die Rückkehr von Schlotterbeck und Hübner wird sehnlichst erwartet, um die Baustelle Innenverteidigung wieder schließen zu können.

Und während Hübner – trotz einiger Minuten, in denen er am Training mit der Mannschaft teilnehmen konnte – immer noch kämpfen muss, sieht die Sache bei Schlotterbeck schon etwas positiver aus.

„Es wird immer besser, ich bin auf dem Platz, mache bei Passübungen mit. Man wird sehen, wie das Knie reagiert. Ich werde aber nichts überstürzen, das ist meine erste große Verletzung“, sagte der 22-Jährige. Ein Bänderriss hatte den aus Freiburg ausgeliehenen Abwehrspieler beim 1:2 auf Schalke Ende November außer Gefecht gesetzt. Hübner hatte ihn fortan ersetzt.

Schlotterbeck könnte eine Option für Leipzig werden

Und das gerade in einer Phase, in der sich Schlotterbeck in der Dreier-Abwehrkette der Berliner richtig festgespielt hatte. „Die Dreierkette ist mir entgegengekommen. Dadurch kann ich die Bälle ganz gut verteilen. Es zeigt auch, dass wir variabler werden“, blickte Schlotterbeck kurz auf seine Entwicklung bei Union zurück.

Und er erinnerte sich an etwas, dass ihm Freiburgs Trainer Christian Streich einst mit auf den Weg gegeben hatte. „Er hat mir früher gesagt: Fußball spielen kann ich, aber defensiv muss ich noch einiges dazulernen. Das habe ich, vor allem das Vorverteidigen angeht“, bilanziert Schlotterbeck selbstbewusst sein erstes halbes Jahr bei Union.

Auch wenn es für den letzten Härtetest vor dem Pflichtspielstart ins Jahr nicht reichen wird: Die Eindrücke, die Schlotterbeck in Spanien hinterlassen hat, führen zu dem Schluss, dass er für die Partie in Leipzig zu einer Option werden könnte für Fischers Überlegungen, wie die Leipziger Offensivmacht zu stoppen ist.

Schlotterbeck weiß, was er an Union Berlin hat

Neun Einsätze absolvierte Schlotterbeck bislang für Union. Doch ob Leipzig der zehnte werden wird, damit will er sich noch nicht beschäftigen. „Natürlich versucht man, sich gut zuzureden, aber wir haben mit Michael Parensen, Marvin Friedrich und Neven Subotic gute Verteidiger, denen gibst du das Vertrauen“, sagte der Defensivspieler.

Schlotterbeck versucht damit auch, sich den Druck zu nehmen, schneller zurückkehren zu müssen, als es die gesundheitliche Verfassung eigentlich erlaubt. „Es ist vielleicht auch besser, auf den eigenen Körper zu achten, weil ich noch zehn Jahre vor mir habe und nicht mit 35 rumlaufen will mit einem Knorpelschaden“, verdeutlichte Schlotterbeck.

Seinen Wechsel an die Alte Försterei hat er jedenfalls nicht bereut. „Das hat mir sehr gut getan. Vor allem in den ersten zwei Monaten habe ich sehr viel mitgenommen. Wer weiß, was in Freiburg passiert wäre, da wäre ich vielleicht nur Innenverteidiger Nummer sieben gewesen.“ Sein Stellenwert bei Union Berlin ist sicher ein anderer.

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