Bundesliga

Andersson macht den Unterschied für Union gegen Köln

Aufsteiger Union gewinnt dank des Schweden Andersson mit 2:0 gegen Köln. Doch im Aufsteiger-Duell tun sich die Berliner lange schwer.

Stürmer Sebastian Andersson (Mitte) lässt Union mit seinen beiden Toren gegen Köln glänzen.

Stürmer Sebastian Andersson (Mitte) lässt Union mit seinen beiden Toren gegen Köln glänzen.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin. Dieses Lob sprach Urs Fischer gern aus. Weil der Trainer des 1. FC Union genau wusste, wem die Berliner den vierten Heimsieg in Folge zu verdanken hatten. „Er war sehr effizient, hat aber einmal mehr auch viel dafür aufgewendet, um auch Arbeit zu verrichten, die uns als Team hilft“, sagte Fischer über seinen Stürmer Sebastian Andersson.

Mit seinen Saisontreffern sieben und acht war der schwedische Nationalspieler der Mann, der beim 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln den Unterschied ausmachte. Auch weil er, wie Fischer feststellte, „unermüdlich unterwegs war, viele Duelle hatte. Er war wichtig für uns, für das Gleichgewicht im Spiel, dass er Bälle festmachen konnte. Das gab Entlastung.“

Und dann der Ritterschlag vom Trainer: „Er hat heute wirklich einen tollen Job gemacht.“ Ohne den sonst üblichen Zusatz, dass Andersson auch die Mannschaft braucht, um glänzen zu können.

Union Berlin glänzt dank Andersson

Dieses Mal, am zweiten Advent, war es umgekehrt. Union konnte im Duell der Aufsteiger glänzen, weil Andersson nach gut einer halben Stunde nach einer Ecke von Christopher Trimmel per Kopf zur Stelle war, flink im Anlauf und wuchtig beim Abschluss (32.).

Und weil er fünf Minuten nach Wiederbeginn die Ruhe behielt, erst Kölns Torwart Timo Horn ausspielte, dann Lasse Sobiech ins Leere rutschen ließ und locker einschob. Kölns Sebastian Bornauw konnte den Ball erst hinter der Linie klären (50.).

Es waren die Höhepunkte des „wichtigsten und schwersten Spiels“, das Union laut Christian Gentner seit dem Aufstieg zu bestreiten hatte. Weil Union aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs erstmals als Favorit ins Spiel gegangen war. Und dabei jedoch von den Gästen zunächst überrascht wurde.

Union Berlin staunt über Kölner Spielweise

Durchaus offensiv hatte Trainer Fischer die Kölner erwartet, zumal die Gäste dringend Zählbares für den Kampf um den Klassenerhalt benötigten. Nur der Gegner tat Union diesen Gefallen nicht – und damit hatten die Köpenicker so ihre liebe Mühe.

Aus einer möglichst sicheren Defensive heraus nach vorn verteidigen, den Gegner zu Ballverlusten zwingen, um dann den Raum mit schnellem Umschaltspiel zu nutzen – die Kölner machten das Spiel der Berliner zu ihrem eigenen, überließen Union oft den Ball.

Teilweise mehr als 70 Prozent Ballbesitz verzeichnete die Statistik in der ersten Halbzeit für die Hausherren. Sie wussten viel zu wenig damit anzufangen. „Ich hatte gedacht, die Kölner würden viel Druck ausüben und versuchen, uns zu Fehlern zu zwingen“, war auch Union-Kapitän Trimmel erstaunt.

Union Berlin im Abnutzungskampf

So entwickelte sich vor der Pause eine Partie ohne wirklich große Höhepunkte, die sich am besten als Abnutzungskampf umschreiben lässt. Viele Zweikämpfe im Mittelfeld, diverse Nickeligkeiten, dafür wenig Ideen in der Offensive.

Dabei hatte Coach Fischer seine Elf im Vergleich zum 1:2 auf Schalke vor einer Woche auf drei Positionen umgestellt. Wie erwartet ersetzte Florian Hübner in der Abwehr den verletzten Keven Schlotterbeck (Bänderverletzung im Knie), auch Neven Subotic musste kurzfristig wegen muskulärer Probleme passen, für ihn spielte Michael Parensen von Beginn an.

Zudem ersetzte Sebastian Polter vorn Marius Bülter. Union versuchte es also mit zwei Stürmern. Der Erfolg war überschaubar. Andersson hatte zwei Möglichkeiten (12., 16.) – nichts Aufregendes.

Union Berlin vergibt Überzahlspiel kläglich

Unions Harmlosigkeit spielte Köln zunächst in die Karten. Wirklich Gefahr strahlte der Zweitliga-Meister aber nur bei Freistößen von Birger Verstraete aus. Union-Torwart Rafal Gikiewicz war zweimal zur Stelle (24., 28.). Außerdem verpasste Ex-Union-Stürmer Simon Terodde nur knapp (26.).

Bezeichnend für die Offensivschwäche beider Mannschaften am Sonntag waren zwei Überzahlspiele, die kläglich vergeben wurden. Erst vertändelten Kingsley Ehizibue, Terodde und Jhon Cordoba den Ball (14.).

Später schafften es selbst vier (!) Unioner gegen einen Kölner nicht, den Ball im Tor unterzubringen, sondern sich im direkten Passspiel zu verlieren und sogar ins Abseits zu taumeln (38.). Nach dem Wechsel hatte Union sogar Glück, dass Parensen den Ball nicht aus Versehen ins eigene Tor stolperte (60.).

Union Berlin rückt auf Rang zehn vor

Dass Union zu diesem Zeitpunkt bereits aus einer komfortablen 2:0-Führung heraus agieren konnte, war ausschließlich Andersson zu verdanken. Der in der Torjägerliste nun sogar mit Dortmunds Angreifer Marco Reus gleichgezogen hat und Vierter ist.

„Ausschlaggebend war, dass wir agiert haben und nicht nur reagiert“, sagte Gentner. Das traf in jedem Fall für die zweite Halbzeit zu, in der die Berliner „dann so gespielt haben, wie ich mir das vorgestellt habe“, bilanzierte Union-Coach Fischer.

Mit einem Sebastian Andersson, der nicht nur in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausgemacht hat bei Union Berlin, dem neuen Tabellenzehnten der Bundesliga.

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