Bundesliga

Union und das Problem mit der Schnelligkeit

Aufsteiger Union bekommt bei der Niederlage auf Schalke seine Grenzen in einem Bereich aufgezeigt, der bislang kaum gefordert wurde.

Schalkes Benito Raman (Mitte) zieht ab, Unions Christopher Trimmel (r.) kommt zu spät, Marvin Friedrich, Robert Andrich und Florian Hübner (v.l.) schauen zu.

Schalkes Benito Raman (Mitte) zieht ab, Unions Christopher Trimmel (r.) kommt zu spät, Marvin Friedrich, Robert Andrich und Florian Hübner (v.l.) schauen zu.

Foto: O.Behrendt / contrastphoto

Berlin. Wenn man etwas beim 1. FC Union in dieser Bundesliga-Saison gewohnt ist, dann ist es das Lob nach einer Niederlage. So ließ es sich auch David Wagner, der Trainer von Schake 04, nicht nehmen, dem Aufsteiger ein gutes Zeugnis auszustellen, wenigstens für die erste Halbzeit.

„Union war nach Bayern München die beste Mannschaft, gegen die wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Da hat jeder gesehen, warum sie in den fünf Spielen zuvor die beste Mannschaft der Bundesliga gewesen sind“, sagte Wagner.

Dass Union die Partie am Freitagabend dennoch mit 1:2 verloren hatte, lag an den zweiten 45 Minuten. Es war eine Halbzeit, in der die Schalker gezeigt haben, wie die Köpenicker in Schwierigkeiten zu bringen sind.

Schalke kontert Union Berlin aus

„Schalke kam viel aggressiver aus der Kabine als wir“, analysierte Union-Trainer Urs Fischer: „Dazu kamen zahlreiche individuelle Fehler, die am Selbstvertrauen genagt und Schalke stark gemacht haben. Wenn Schalke mal Wucht entwickelte, hatten wir unheimlich Probleme.“

Es war die Schnelligkeit, mit der die Schalker ihre Aktionen vorgetragen haben, und die Union ein ums andere mal in Verlegenheit brachten. Es ist kein Geheimnis, dass der Aufsteiger gerade in der Defensive mit seiner Laufbereitschaft punkten kann. Überschreitet der Gegner jedoch ein gewisses Tempo, bekommt die Abwehrreihe der Köpenicker Probleme.

„Wir wussten, dass Schalke in der zweiten Halbzeit mehr Druck machen wird. Die zweite Halbzeit lief irgendwie anders als die erste“, hatte nicht nur Außenbahnspieler Christopher Lenz erkannt. „Wir sind auswärts in Konter gelaufen. Wir mussten hinterher laufen und hatten bei eigenem Ballbesitz nicht mehr die Kraft.“

Union Berlin fehlen auf Schalke die Reserven

Bislang kam es in dieser Saison selten vor, dass die Gegner Union müde gespielt haben. Zum Auftakt gegen RB Leipzig (0:4) war das der Fall, über weite Strecken auch in Leverkusen (0:2), ja sogar in einigen Phasen beim Sensationssieg gegen Borussia Dortmund (3:1).

Nur: Gegen die Dortmunder wurde Union durch die Unterstützung der heimischen Alten Försterei praktisch in jeden Zweikampf gepeitscht. Auf Schalke schafften es die Fischer-Schützlinge nicht, über ihre Grenze hinauszugehen.

Es folgte die übliche Kettenreaktion: Mit der schwindenden Kraft häuften sich die Fehler, so lange, bis der Ballverlust von Neven Subotic, der den Ball bei der Annahme wegspringen ließ, die Niederlage einleitete. Dass es wieder einmal nur eine knappe gewesen ist, kann da nur ein schwacher Trost sein.

Union Berlin muss auf Schlotterbeck verzichten

Zumal Union die Pleite teuer bezahlen muss. Keven Schlotterbeck verletzte sich am rechten Knie, nachdem er den Schalker Daniel Caligiuri gefoult hatte. Der Verteidiger zog sich dabei eine Bänderverletzung zu, wie die Untersuchung in der Berliner Charité ergab, und fällt für den Rest der Hinrunde aus.

Die Verletzung soll konservativ behandelt werden. Schlotterbeck wird seine Reha-Maßnahmen in Berlin absolvieren.

Entwarnung gab Union hingegen bei Rafal Gikiewicz. Der Torwart trug nach einem Zusammenprall mit dem Schalker Amine Harit und Schlotterbeck-Vertreter Florian Hübner eine Prellung am linken Knie zu. Die Untersuchung ergab allerdings keine strukturellen Schäden, Gikiewicz wird auch im nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Köln (8. Dezember, 15.30 Uhr) im Union-Tor stehen können.

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