Bundesliga

Unions Schlotterbeck lässt die Gegner schlottern

Verteidiger Schlotterbeck ging zu Union, um Spielpraxis zu sammeln. Schnell wurde er zum wichtigen Defensiv-Faktor beim Aufsteiger.

Unions Verteidiger Keven Schlotterbeck (Mitte, hier gegen Herthas Dodi Lukebakio) hat beim Aufsteiger ordentlich Fahrt aufgenommen.

Unions Verteidiger Keven Schlotterbeck (Mitte, hier gegen Herthas Dodi Lukebakio) hat beim Aufsteiger ordentlich Fahrt aufgenommen.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin. Der Plan war eigentlich ganz einfach. Der SC Freiburg wollte Keven Schlotterbeck ausleihen, um seinem talentierten Innenverteidiger jene Spielpraxis zu verschaffen, die er bei einem Verbleib des Fußball-Bundesligisten aus dem Breisgau sicherlich in dieser Saison nicht gehabt hätte.

Beim 1. FC Union, der den 22 Jahre alten Profi bis zum Saisonende ausgeliehen hat, hat Schlotterbeck diese Spielpraxis bislang bekommen. Mehr noch: Der Linksfuß ist unter Trainer Urs Fischer zu einem festen Baustein geworden, wenn es um die Besetzung der Innenverteidigung geht. Und auch ein Startelf-Kandidat für die Partie am Sonnabend beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, Sky)

In sechs der ersten zehn Spiele im Oberhaus stand Schlotterbeck auf dem Platz – jedes mal von Beginn an. Und der SC Freiburg, der eigentlich einen Zweitligisten als Leihstation für ihn auserkoren hatte, hat in dieser Zeit bereits zweimal zu spüren bekommen, welche Entwicklung Schlotterbeck in einem guten Vierteljahr seit seinem Wechsel hingelegt hat.

Lob von Freiburgs Trainer Streich

Sowohl beim 2:0 im Heimspiel am achten Bundesliga-Spieltag als auch zehn Tage später in Freiburg beim 3:1 in der zweiten Runde des DFB-Pokals zeigte er, warum Union ihn unbedingt für sein Premierenjahr in Liga eins haben wollte.

Hart am Mann und durchaus auch mit Übersicht im Spielaufbau sorgte er für Stabilität in Unions Dreierkette. Sogar Freiburgs Trainer Christian Streich musste neidlos anerkennen: „Keven hat sehr schlau gespielt.“

Keine schlechte Entwicklung für einen jungen Mann, der mit dem Profifußball eigentlich schon abgeschlossen hatte und sich auf die Ausbildung bei der Polizei konzentrieren wollte. Doch das Angebot aus Freiburg im Sommer 2017 hatte seine Meinung noch einmal geändert.

Schlotterbeck feiert gegen Hertha zweiten Sieg

Heute steht Schlotterbeck stets mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck vor einem. Nicht weil er seine Leistungen nicht noch verbessern könnte, eher weil er zufrieden ist, die Chancen genutzt zu haben, die ihm einst die Freiburger und in diesem Jahr die Berliner geboten haben.

Wie er seine Entwicklung sieht? „Fühlt sich aus meiner Sicht gut an“, sagt Schlotterbeck. der Erfolg im Berliner Derby gegen Hertha BSC (1:0) „war für mich der zweite Bundesliga-Sieg, da kann ich mich noch ein bisschen mehr freuen“, erklärt der Defensivmann.

Schon in der vergangenen Spielzeit stand er neun Mal für die Freiburger in der Bundesliga auf dem Spielfeld, für einen Sieg hatte es jedoch nie gereicht. Erst bei Union war es ihm vergönnt, mit den Fans zu feiern.

Platzverweis im zweiten Spiel

Wie frisch die erste Liga noch für Schlotterbeck ist, verdeutlicht der in Weinstadt geborene Schwabe mit Blick auf den Lokalrivalen: „Hertha war für mich auch Neuland, weil ich noch nicht gegen sie gespielt habe. Aber man nimmt alles gern mit.“

Hinzu kommt auch die eine oder andere Aktion, die eher in der Kategorie Übermut zu verorten ist und einem gestandenen Erstligaspieler eher nicht passieren würde. Wenn er mit einer waghalsigen Offensivaktion den Ball verliert. Oder auch mit Übereifer im Mittelkreis in einen Zweikampf geht und dann nicht den Ball, sondern das Knie seines Gegenspielers trifft.

So geschehen am zweiten Spieltag beim 1:1 in Augsburg, Unions erstem Punktgewinn in der Bundesliga, im Duell mit Florian Niederlechner. Schlotterbeck sah Rot, zerriss sein Trikot und wurde für zwei Spiele gesperrt.

Trainer Fischer lobt Schlotterbeck

„Den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler hat er noch drin, den muss er noch versuchen abzustellen“, sagt Urs Fischer über die Freiburger Leihgabe. Doch der Union-Trainer weiß auch, was er an Schlotterbeck hat: „In der zentralen Position in der Dreierkette hat er einen sehr guten Job gemacht, aber auch er braucht seine Mitspieler.“

Dass seine Mitspieler sich durchaus auf ihn verlassen können, hat Schlotterbeck bereits signalisiert. Ob in der Dreierkette oder als linker Innenverteidiger in der Viererkette. Sogar ein Tor ist ihm bereits schon geglückt, in der ersten DFB-Pokalrunde beim 6:0 in Halberstadt. Dass es der wichtige Führungstreffer gewesen ist, soll nicht unerwähnt bleiben.

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