Bundesliga

Union muss raus der Komfortzone Wohnzimmer

Beim 1. FC Union ist am Sonnabend gegen Mainz die Zeit reif für den ersten Auswärtssieg. Karten für Weihnachtssingen werden verlost.

Robert Andrich (l.) und der 1. FC Union zeigten in München einen überzeugenden Auftritt, konnten aber keine Punkte mitnehmen.

Robert Andrich (l.) und der 1. FC Union zeigten in München einen überzeugenden Auftritt, konnten aber keine Punkte mitnehmen.

Foto: Michael Dalder / Reuters

Berlin. Zu Hause ist es eben immer am schönsten. Den Eindruck bekommt man zumindest, wenn man sich die bisherige Bilanz des 1. FC Union anschaut. Neun der zehn Punkte, die der Bundesliga-Aufsteiger in den ersten zehn Spielen gesammelt hat, wurden in der Alten Försterei eingefahren. Am Sonnabend aber müssen die Köpenicker beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, Sky) antreten. Also heißt es für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer: raus aus der Komfortzone Wohnzimmer, fischen in fremden Gewässern.

Immerhin fährt Union nach dem Derbysieg vom vergangenen Wochenende mit ordentlich Rückenwind nach Rheinland-Pfalz. „Ich hoffe, wir nehmen nötiges Selbstvertrauen aus dem Spiel mit nach Mainz“, sagte Trainer Fischer am Donnerstag. „Aber wir werden uns ganz sicher nichts einbilden, weil wir das Derby mit 1:0 gewonnen haben. Entscheidend ist, dass wir anknüpfen können an die Leistungen der vergangenen Spiele“, sagte Fischer. Nicht nur an den Auftritt im Derby, vor allem an die Vorstellungen in den vergangenen Auswärtsspielen. Die Leistungen in Wolfsburg (0:1) und auch in München (1:2) waren mehr als respektabel, brachten aber nichts Zählbares.

Mainz will nach 0:8-Pleite Wiedergutmachung

Dass es aber auch auf fremdem Rasen funktionieren kann, zeigte der jüngste Erfolg gegen den SC Freiburg im DFB-Pokal. Das 3:1 bescherte den Köpenickern nicht nur den Einzug ins Achtelfinale, sondern auch die Erkenntnis, dass es außerhalb der Alten Försterei durchaus etwas zu holen gibt. „Wir müssen jetzt das gleiche Vertrauen entwickeln wie zu Hause. Die Selbstverständlichkeit, das gleiche zu spielen, wie du es zu Hause spielst“, weiß auch Fischer.

Da dürfte Mainz also gerade zur rechten Zeit kommen. Ein Gegner auf Augenhöhe, in der Tabelle nur einen Punkt hinter dem Aufsteiger und ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt. Aber auch ein Gegner, der nach seiner 0:8-Klatsche gegen Leipzig am vergangenen Wochenende auf Wiedergutmachungskurs sein wird. „Ein 1:2 wäre mir lieber gewesen. Das ist jetzt eine Situation, wo du den Gegner mit einem Messer zwischen den Zähnen erwarten wirst“, sagte Unions Christian Gentner. „Mainz ist ein Team, das Union sicher auch hinter sich lassen will. Und wir wollen uns nicht nur auf die Alte Försterei verlassen.“

Union startet im Topspiel in Leipzig in die Rückrunde

Das wäre auch ein waghalsiges Unterfangen beim Versuch, die Klasse zu halten. Zumal Union zum Rückrundenstart im Januar gleich in drei von vier Partien auswärts ran muss. Los geht’s am Sonnabend, 18. Januar 2020 mit dem Topspiel bei RB Leipzig (18.30 Uhr), ehe die Köpenicker eine Woche später ebenfalls am Sonnabend den FC Augsburg empfangen (15.30 Uhr), wie die Deutsche Fußball-Liga am Donnerstag veröffentlichte. Mit den Spielen bei Borussia Dortmund (1. Februar, 15.30 Uhr) und in Bremen (8. Februar, 15.30 Uhr) warten dann direkt zwei schwere Aufgaben in der Ferne.

Bevor es soweit ist, stehen aber nicht nur noch sieben Spiele in der Bundesliga an. Sondern auch das traditionsreiche Weihnachtssingen in der Alten Försterei. Weil die Nachfrage das Angebot übersteigen wird, will Union die Karten für das Event am 23. Dezember verlosen. Das Losverfahren startet an diesem Freitag und geht über vier Tage. Jedes Vereinsmitglied hat die Möglichkeit, sich ein kostenfreies Los für einen Steh- oder einen Sitzplatz zu sichern. Für das Weihnachtssingen im wohl warmen Wohnzimmer.

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