DFB-Pokal

Union überwintert im DFB-Pokal

Union erreicht durch ein 3:1 beim SC Freiburg erstmals seit 2013 wieder das Pokal-Achtelfinale. Mees, Andrich und Gentner treffen.

Anthony Ujah, Christopher Lenz, Joshua Mees und Robert Andrich (v.l.) bejubeln die 1:0-Führung der Unioner durch Mees.

Anthony Ujah, Christopher Lenz, Joshua Mees und Robert Andrich (v.l.) bejubeln die 1:0-Führung der Unioner durch Mees.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Freiburg. Aus dem Union-Fanblock schallte ein lautes „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ durch das Schwarzwaldstadion. Das hat durchaus seine Berechtigung, ging es für die Anhänger des 1. FC Union doch nach dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal beim SC Freiburg wieder zurück in die Hauptstadt.

Doch die Worte stehen auch symbolisch, für den Sprung ins Finale des nationalen Cupwettbewerbs im Olympiastadion. Und wenn am kommenden Sonntag das Achtelfinale ausgelost wird, ist Union immer noch dabei, dank des 3:1 (1:1) in Freiburg.

Erstmals seit 2013 stehen die Berliner wieder in der Runde der letzten 16 Mannschaften. Und erstmals seit der Saison 2000/01 überwintert Union wieder im DFB-Pokal, da das Achtelfinale erst am 4./5. Februar 2020 ausgetragen wird. „Weil wir gut dagegengehalten und immer die passenden Antworten parat hatten“, wir Keven Schlotterbeck analysierte.

Derby wirft seine Schatten voraus

Ähnlich sah es auch Urs Fischer. „Wir mussten sehr viel aufwenden und haben 90 Minuten versucht, die Freiburger an ihrem Spiel zu hindern“, sagte Unions Trainer.

Sein Gegenüber versuchte die zweite Niederlage gegen Union innerhalb von eineinhalb Wochen mit Humor zu nehmen. „Urs, ich hoffe, du kommst jetzt nicht alle zehn Tage hierher“, sagte Freiburgs Trainer in Richtung seines Kollegen, um dann ein Lob auszusprechen: „Union läuft wahnsinnig an und verteidigt wie die Tiger.“

Dass das Derby gegen Hertha BSC am Sonnabend bereits seine Schatten voraus wirft, zeigte sich in der Startelf des Bundesliga-Aufsteigers. Trainer Fischer ließ ordentlich rotieren gegenüber dem 1:2 beim FC Bayern am Sonnabend: Christopher Trimmel, Neven Subotic, Felix Kroos, Christian Gentner, Marius Bülter, Sebastian Andersson raus, dafür Julian Ryerson, Keven Schlotterbeck, Michael Parensen, Manuel Schmiedebach, Joshua Mees und Anthony Ujah rein, Dreier- statt Viererkette in der Abwehr.

Unions Parensen mit Rippenprellung früh raus

Da auch Freiburgs Trainer Christian Streich auf fünf Positionen im Vergleich zum Sieg gegen Leipzig wechselte, war von jener begeisternden Bundesliga-Partie, die sich beide Mannschaften vor eineinhalb Wochen in der Alten Försterei geliefert hatten, kaum etwas zu sehen.

Union gelang es zwar, die Freiburger weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten, was vor allem im Pokal enorm wichtig ist, nach vorn lief jedoch lange nicht viel zusammen. Zudem musste Fischer auch noch früh wechseln: Nicolai Rapp kam nach 14 Minuten für Parensen, der wegen einer Rippenprellung nicht weitermachen konnte.

Die Freiburger mühten sich gegen lauffreudige Unioner, die Rechnung aus dem Ligaspiel zu begleichen. Nico Schlotterbeck, Bruder des Union-Verteidigers Keven, traf per Kopf nur den Pfosten (9.), Nils Petersen verfehlte aus Nahdistanz nur knapp (20.).

Mees trifft per Kopfball für Union

Ein Tor fiel dennoch – aber auf der anderen Seite, noch dazu aus heiterem Himmel. Ujah bekam auf der rechten Seite genug Platz, um zu flanken, in der Strafraummitte durfte Mees ungehindert köpfen – schon führte Union (36.). Es war die zweite Chance der Berliner, nachdem Robert Andrich SCF-Torwart Mark Flekken mit einem satten Schuss aus 18 Metern zu einer Glanzparade gezwungen hatte.

Ein Merkmal dieser Pokalpartie war jedoch auch, dass sich Union bei Standardsituationen anfällig zeigte. Eine davon führte fast logisch zum Ausgleich. Bei einer Ecke von Vincenzo Grifo lief Robin Koch ungehindert an den Fünfmeterraum und ließ Torwart Rafal Gikiewicz mit seinem Kopfball zum 1:1 keine Chance (45.+2).

Freiburg kam mit mehr Schwung aus der Pause. Die Hausherren mussten auch einen Gang höher schalten, wenn das Achtelfinale erreicht werden sollte. Nur Chancen erspielten sie sich nicht. Auch Union mühte sich weiter, doch zu oft fehlte die Präzision.

Entscheidung für Union durch Andrich

So entwickelte sich eine zweite Halbzeit ohne große Höhepunkte, in der beide Mannschaften mit zunehmender Spielzeit darauf bedacht waren, bloß nicht den vielleicht entscheidenden Fehler zu machen.

„Ich hatte in den letzten fünf Minuten nicht mehr das Gefühl, dass wir hier noch mit 3:1 gewinnen, sondern dass es in die Verlängerung geht“, gestand Union-Coach Fischer. Doch es sollte zur Freude der Gäste anders kommen.

Freiburgs Jonathan Schmid verlor den Ball an Mees, von ihm kam das Spielgerät über Ujah zu Andrich. Der Mittelfeldspieler nahm von der Strafraumgrenze aus Maß. Unten rechts schlug der Ball ein, Freiburgs Torwart Flekken hatte keine Abwehrchance (87.).

Unions Gentner setzt den Schlusspunkt

„Schön, wenn du auch mal die Fehler des Gegners ausnutzen kannst“, freute sich Trainer Fischer. Das galt auch für den Treffer des eingewechselten Gentner, der einen Konter in der Nachspielzeit eiskalt abschloss.

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