Bundesliga

Hat Union etwa Torschusspanik?

Gegen Frankfurt zeigt sich Union deutlich verbessert, vor dem Tor aber hapert es noch. Trainer Urs Fischer fordert mehr Präzision.

Anthony Ujah (M.) hofft in den nächsten Spielen auf weitere Tore für den 1. FC Union.

Anthony Ujah (M.) hofft in den nächsten Spielen auf weitere Tore für den 1. FC Union.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Berlin. Der Sonnabend begann für den 1. FC Union wie der Freitag aufgehört hatte. Mit einer schlechten Nachricht. Als wäre die 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt nicht genug, kam wenige Stunden später noch die bittere Diagnose für Akaki Gogia hinterher. Der Offensivspieler des Fußball-Bundesligisten hat sich das Kreuzband im rechten Knie gerissen und wird dem Aufsteiger lange fehlen.

„Diese Verletzung trifft uns alle hart. Akaki Gogia hatte sich mit starken Trainingsleistungen in die Startelf gespielt, umso bitterer ist es, dass er nun lange ausfällt“, sagte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball bei Union. Der 27-Jährige war gegen die Eintracht in der 59. Minute ohne Einwirkung des Gegners zu Boden gegangen und musste ausgewechselt werden.

Drei Torchancen in der ersten Hälfte sind zu wenig

Für Gogia besonders bitter, weil der rechte Außenspieler erst gegen Frankfurt sein Debüt in Trainer Urs Fischers Anfangsformation gefeiert hatte. Und in der Offensive – mal mehr, mal weniger – erfolgreich gewirbelt hatte. Der Coach muss seine Startelf jetzt wieder umbauen, zum sechsten Mal in dieser noch jungen Saison.

Gogias Ausfall könnte dabei nicht der einzige Grund sein. Fischers Mannschaft präsentierte sich gegen Frankfurt im Gegensatz zur schwachen Vorstellung in Leverkusen (0:2) zwar stark verbessert, an der Chancenauswertung aber haperte es noch. „Insgesamt haben wir kein schlechtes Spiel gemacht, aber wir haben eben nur ein Tor geschossen. Und der Gegner zwei“, analysierte Stürmer Anthony Ujah, der mit seinem Anschlusstreffer in der 86. Minute sein Tordebüt für die Köpenicker feierte. „Es war mehr drin, aber es hat leider nicht geklappt.“

Ein durchaus verdientes Unentschieden kam auch deshalb nicht zustande, weil sich Union in der ersten Hälfte nicht mehr als drei Torchancen erarbeitete. Hat der Aufsteiger in der Bundesliga etwa eine Torschusspanik entwickelt? „Im Ansatz hatten wir immer wieder die Möglichkeit. Aber schlussendlich hat in der einen oder anderen Situation die Präzision gefehlt“, sagte Trainer Fischer, der nun mehr Genauigkeit vor dem gegnerischen Tor und auf dem Weg dahin fordert.

Stürmer Ujah tankt mit seinem Treffer Selbstvertrauen

Da sind vor allem die Offensivspieler und Stürmer der Berliner gefragt. Sebastian Andersson zum Beispiel, der gegen Frankfurt eher als Aufbauspieler denn als Knipser glänzte, mit drei Toren aber bisher Unions treffsicherster Spieler ist. Oder aber Ujah, der sich mit seinem Treffer gegen die Eintracht auch endlich in die Torjägerliste eintragen konnte.

„Für mich ist das Tor wichtig. Als Stürmer lebst du vom Toreschießen und ich bin sehr froh, dass ich mein erstes Tor für Union gemacht hab“, sagte Ujah. „Leider bringt es keinen Punkt, aber für mein Selbstvertrauen ist es wichtig. Ich hoffe, es ist der Anfang von mehr.“ Das wäre dann mal eine gute Nachricht für Union.