Bundesliga

Union startet in die Europawochen

Für Union beginnt in Leverkusen am Sonnabend ein außerordentliches Programm. So will der Aufsteiger die Herausforderung meistern.

Bei Union, hier Kapitän Christopher Trimmel (l.), ist in Leverkusen voller Einsatz gefragt.

Bei Union, hier Kapitän Christopher Trimmel (l.), ist in Leverkusen voller Einsatz gefragt.

Foto: Tom Weller / dpa

Berlin. So ein Spielplan ist ja bekanntlich alles andere als ein Wunschkonzert. Und für einen Aufsteiger hält er ohnehin kaum einen leichten Gegner bereit. Auf den 1. FC Union wartet in der Fußball-Bundesliga nun ein Programm, das es mit drei Europapokalstartern wirklich in sich hat.

Bis zu nächsten Länderspielpause Anfang Oktober geht es am Sonnabend zu Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, Sky), danach in der Alten Försterei gegen Eintracht Frankfurt (27. September, 20.30 Uhr) und schließlich zum VfL Wolfsburg (6. Oktober, 15.30 Uhr). Union startet in die Europawochen.

Mit welchem Respekt die Köpenicker an die erste Aufgabe in Leverkusen herangehen, machte Urs Fischer deutlich. Unions Trainer merkte schon entsprechend auf, als davon die Rede war, dass die Leverkusener in der Champions League gegen Moskau (1:2) und zuvor in der Bundesliga in Dortmund (0:4) ordentlich gepatzt hätten.

Bayer nach zwei Niederlagen unter Druck

„Gepatzt, in der Champions League gegen einen Gegner wie Lok Moskau? Das ist für mich das falsche Wort“, sagte der Schweizer. Dass die beiden Niederlagen bei Bayer deutliche Spuren hinterlassen haben, machte jedoch Fischers Gegenüber deutlich.

Leverkusens Trainer Peter Bosz appellierte an seine Mannschaft: „Wir müssen gewinnen.“ Und genau da liegt die große Chance für Union.

Zwei Niederlagen, noch dazu in so kurzer Zeit, zwingen jede Mannschaft unweigerlich zum Nachdenken. Doch die Deutlichkeit der Pleite in Dortmund und die unerfüllten Erwartungen in der Königsklasse gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner verstärken den Redebedarf in Leverkusen.

Fischer warnt vor Havertz

Ob der Favorit angeschlagen ist, wollte Fischer aus der Ferndiagnose nicht bestätigen. „Aber wir müssen schauen, dass die Niederlagen einen Einfluss haben könnten“, verriet der Union-Coach. Für seine Mannschaft bedeutet das, eventuelle Unsicherheiten des Gegners konsequent zu nutzen.

„Wir müssen uns etwas zutrauen“, sagte Fischer, wohl wissend, dass der Champions-League-Teilnehmer noch mal eine andere Qualität hat als zuletzt Werder Bremen. Als Kronzeuge diente ihm Nationalspieler Kai Havertz.

Ihn könne man nur „als Mannschaft“ stoppen, sagte Fischer, „aber nicht erst, wenn er den Ball hat, sondern schon vorher. Du musst verhindern, dass er sich aufdreht und Zug zum Tor bekommt.“ Nicht nur wegen Havertz gilt es, die „hohe Geschwindigkeit“ der Leverkusener zu verteidigen, so Fischer.

Leverkusen zählt zu den Top 4

Nicht nur wegen Havertz ordnet der Union-Coach die Leverkusener unter die Top 4 in Deutschland ein. „Sehr viel Ballbesitz, schnelles Umschaltspiel, viel individuelle Qualität“ sind laut Fischer die Merkmale der ersten Station während Unions Europawochen.

Union wird viel, sehr viel investieren müssen, was die Defensivarbeit angeht, wenn gegen Leverkusen etwas Zählbares herausspringen soll. Weshalb seine Spieler auch die Eindrücke aus dem Dortmund-Spiel im Hinterkopf haben sollten. Der Titelkandidat wurde bekanntlich vor allem mit unglaublichem Einsatzwillen mit 3:1 niedergerungen.

Mit einer ähnlichen Hingabe an mannschaftlicher Geschlossenheit kann Union auch in Leverkusen bestehen. „Dass wir etwas holen, das erwartet nicht jeder“, sagte Fischer. Aber die Bundesliga ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert.

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