Kommentar

Die Niederlage gegen Bremen? Eine Lehrstunde für Union

Union hat gegen Bremen eine große Chance verpasst, weil sich der Aufsteiger von der Hektik hat anstecken lassen, meint Michael Färber.

Schiedsrichter Tobias Welz (Mitte) zeigt Unions Neven Subotic (l.) Gelb-Rot, dessen Mitspieler Christopher Trimmel, Akaki Gogia und Christopher Lenz (v.l.) beschweren sich.

Schiedsrichter Tobias Welz (Mitte) zeigt Unions Neven Subotic (l.) Gelb-Rot, dessen Mitspieler Christopher Trimmel, Akaki Gogia und Christopher Lenz (v.l.) beschweren sich.

Foto: Tom Weller / dpa

Berlin. Karl Valentin hätte am Sonnabend in der Alten Försterei sicher seine Freude gehabt. Nicht weil dem einzigartigen Humoristen des 20. Jahrhunderts etwa ein Hang zur fußballspielenden Zunft anzudichten wäre, sondern wegen seiner ebenso einfachen wie entlarvenden Wortspielereien.

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Nie wurden schier endlose Diskussionen und deren Mangel an neuen Erkenntnissen verschmitzter auf den Punkt gebracht als von Karl Valentin. Und selten passten seine Worte besser als zum Auftritt des 1. FC Union gegen Werder Bremen.

Oft, zu oft verstrickten sich die Profis des Aufsteigers gegen Werder in Streitigkeiten mit dem Schiedsrichter. Das kostete nicht nur Kraft, sondern war auch nutzlos. Vor allem die letzten zehn Minuten müssen zum Nachdenken anregen. Kaum eine Entscheidung, die nicht wild und gestenreich auf dem Platz kritisiert wurde.

Union ließ sich von den Emotionen mitreißen

Unions Profis ließen sich in einer Partie, die wegen diverser unglücklicher Entscheidungen ohnehin schon arg rumpelte, von den Emotionen auf den Rängen mitreißen, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Fußball spielen. Emotionen gehören ohne Zweifel zum Fußball dazu, durch Rudelbildungen werden sie jedoch nur verschwendet.

Damit verpassten die Köpenicker die große Chance zu zeigen, dass sie nicht nur mit totaler Leidenschaft verteidigen und kontern können wie beim Sensationssieg gegen Dortmund, sondern dass sie auch in der Lage sind, einen stark ersatzgeschwächten und alles andere als übermächtigen Gegner wie Bremen spielerisch mehr als nur in Verlegenheit zu bringen.

Wenn der Klassenerhalt gelingen soll, wird Union sich schnell gewöhnen müssen an all die Nebengeräusche, die die Bundesliga mit sich bringt: an größere Hektik, abgezocktere Gegner, erst recht an den Videoassistenten mit all seinen Begleiterscheinungen.

Chance in Leverkusen, es besser zu machen

Die Begegnung gegen Bremen war somit eine Lehrstunde für Union, wie man es nicht machen sollte. Schon am kommenden Sonnabend in Leverkusen bietet sich die Gelegenheit, es besser zu machen.

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