Weiterentwicklung

Union kommt in der Bundesliga an

Aufsteiger Union entwickelt sich in drei Partien vom Leipziger Spielball zum Dortmund-Schreck. Das sind die Gründe für die Entwicklung.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (r.) ist auf Augenhöhe mit dem Dortmunder Verteidiger Mats Hummels.

Union-Stürmer Sebastian Andersson (r.) ist auf Augenhöhe mit dem Dortmunder Verteidiger Mats Hummels.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin. Das Bad in der Menge ließ sich Urs Fischer dann doch nicht entgehen. Der Trainer des 1. FC Union schaute am Sonntag beim traditionellen Drachenbootcup des Klubs in Grünau vorbei. Die Gratulationen für den Sensationssieg am Abend zuvor gegen Borussia Dortmund (3:1) in Dortmund waren ihm gewiss.

Am Abend zuvor hatten ihn die Fans bereits vor dem Spiel mit einem übergroßen Transparent gefeiert. Zu sehen war Fischer in der Jubelpose nach dem geglückten Aufstieg in die Relegation.

„Du kannst ja eigentlich nicht mehr Wertschätzung bekommen“, freute sich Fischer, gestand aber auch: „Auf der einen Seite macht es einen stolz, aber auch ein bisschen verlegen. Weil wir alle unseren Teil zum Erfolg beitragen.“

Union macht die Räume eng

Das war gegen den selbsternannten Meisterschaftsanwärter aus Dortmund während der gesamten Spielzeit sichtbar. Und noch mehr. Union ist in nur drei Spielen vom Spielball, wie beim 0:4 gegen RB Leipzig, zum Favoriten-Schreck geworden.

„Vielleicht war genau dieses Spiel gegen Leipzig nötig, um diesen Lernprozess zu machen. Wichtig ist, dass man eine Entwicklung sieht“, sagte Fischer. Die Entwicklung war deutlich zu sehen.

Stichwort Kompaktheit. Einer der fatalsten Fehler, die Union gegen Leipzig gemacht hatte, war der viele Raum, die der Aufsteiger dem Favoriten gegönnt hatte. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr staunten die Köpenicker über die Schnelligkeit, mit der Leipzig diesem Raum zu bespielen wusste.

Union läuft sieben Kilometer mehr als der BVB

Das war gegen Dortmund anders. „Wir haben als Team sehr gut gearbeitet, sind von links nach rechts marschiert, haben die Räume eng gemacht“, erklärte Mittelfeldspieler Sheraldo Becker.

Selbst das Risiko, gegen die ballsicheren Dortmunder mit ihren über 70 Prozent Ballbesitz extrem tief zu verteidigen, ging auf. Der BVB war dadurch seiner wichtigsten Waffe beraubt: dem blitzschnellen Spiel in die Tiefe.

Dazu passt die Statistik, dass Union mit gut 126 Kilometern rund sieben Kilometer mehr gelaufen ist als der Gegner. Einsatzbereitschaft, die sich auszahlte. „Das musst du erst mal hinkriegen bei diesen Temperaturen“, sagte Fischer und forderte seine Profis auf: „Das müssen wir jedes Wochenende auf den Platz zu bekommen. Dass muss unser Gesicht sein.“

Offensivaktionen gut zu Ende gespielt

Auch was die Offensive angeht, ist ein Fortschritt zu erkennen. Viele Aktionen wurden mutig zu Ende gespielt, wie 15:13 Torschüsse zugunsten von Union belegen.

Sinnbildlich sei hier das 2:1 durch Marius Bülter erwähnt, der beim Alleingang von Sebastian Andersson klug nachgerückt war und dann schließlich den von BVB-Torwart Roman Bürki geklärten Ball direkt verwerten konnte.

Für Fischer war Unions allererster Sieg in der Bundesliga deshalb auch ein schöner, „weil wir an unsere absolute Grenze gegangen sind“.

Sieg für Fischer noch kein Signal an die Liga

Der Sieg gegen Dortmund – auch ein Signal an die Liga, dass mit Union im Kampf um den Klassenerhalt definitiv zu rechnen sein wird? „Als Neuling? Da sprechen wir nicht über Signale, weil wir davon noch weit entfernt sind. Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gewillt ist zu lernen und es besser zu machen“, erklärte Fischer.

Der Trainer bleibt sich treu, will nur von Spiel zu Spiel denken. Auch deshalb haben die Fans den Schweizer vor dem Anpfiff gegen Dortmund derart gefeiert.

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