Kommentar

Union zeigt Hertha, wie Bundesliga geht

Union hat schnell gelernt, wie man als Aufsteiger bestehen kann. Das lässt auf ein packendes Derby hoffen, meint Michael Färber.

Der 1. FC Union feiert seinen Sieg gegen Borussia Dortmund.

Der 1. FC Union feiert seinen Sieg gegen Borussia Dortmund.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlins Fußballwelt steht Kopf. Hertha BSC hängt tief in der Abstiegszone, während dem 1. FC Union nur zwei Punkte bis zu einem Europa-League-Platz fehlen. So einfach lässt sich der Auftakt der beiden Berliner Erstligisten in der Saison 2019/20 zusammenfassen. Ein Blick auf die Tabelle genügt.

Nun ist noch keine Mannschaft nach dem dritten Spieltag abgestiegen oder in den internationalen Wettbewerb gestürmt. Und doch lässt sich nach den ersten 270 Saisonminuten festhalten: Union, der Aufsteiger, zeigt Hertha, dem Etablierten, wie Bundesliga geht.

Als Beleg dafür dient vor allem der Sensationssieg der Köpenicker gegen Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund am Sonnabend. Er wurde mit Leidenschaft erreicht. Mit Mut. Und mit einer herausragenden Teamleistung. Eigenschaften, mit denen spielerische Defizite gegen einen Champions-League-Teilnehmer mehr als ausgeglichen werden können.

Union zeigt in drei Spielen eine Entwicklung

Drei Spiele hat Union gebraucht, um zu lernen, wie man in der Bundesliga bestehen kann. Das Debakel gegen RB Leipzig zum Start – der durch Unions Bundesliga-Premiere, Fan-Protest und Stimmungsboykott ohnehin emotional überfrachtet gewesen ist – hat allen die Augen geöffnet, wie groß der Unterschied zwischen Bundesliga und Zweiter Liga tatsächlich ist.

Schon in Augsburg eine Woche später war eine Entwicklung zu sehen, die die Mannschaft von Trainer Urs Fischer nun gegen Dortmund eindrucksvoll fortgesetzt hat. Das ist auch ein Nachweis dafür, wie gut Trainerteam und Mannschaft bei Union miteinander funktionieren.

Hertha wird sich hingegen fragen müssen, inwiefern man sich durch den Punktgewinn beim deutschen Meister Bayern München zur Saisoneröffnung hat blenden lassen.

Noch sieben Spieltage bis zum Derby

Natürlich hat Union damit noch keinen Klassenerhalt geschafft. Und dass der Aufsteiger solch einen Auftritt wie gegen den BVB nicht jede Woche wird wiederholen können, davon ist auszugehen. Aber auch dass Hertha phasenweise kopflose Auftritte wie gegen Wolfsburg oder offensivschwache Darbietungen wie nun auf Schalke minimieren wird.

Was das für Berlin und seine Fußball-Fans bedeutet, ist klar. Die Hauptstadt darf sich schon jetzt auf ein packendes Derby freuen. Noch sieben Spieltage.