Bundesliga

So ausgelassen feiert Union den Aufstieg

Union feiert ausgelassen den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg. Trainer Urs Fischer: „Einfach geil.“ Die Party wird bis Mittwoch dauern.

Union feiert den Aufstieg. Mittendrin: Profi Michael Parensen.

Union feiert den Aufstieg. Mittendrin: Profi Michael Parensen.

Foto: Hannibal Hanschke / Reuters

Berlin. Die erste Aufstiegsparty beim 1. FC Union ging bis in die frühen Morgenstunden. Und sie wird auch noch bis Mittwochabend andauern. Dann plant der Bundesliga-Aufsteiger die große Sause durch Berlin.

Los geht es um 14.30 Uhr mit dem Empfang im Roten Rathaus, um 16 Uhr an der East Side Gallery in Friedrichshain, wo die Mannschaft samt Trainerteam sich per Schiff aufmacht nach Köpenick. Gegen 18 Uhr wird das Team am Anleger Luisenhain in der Altstadt Köpenick erwartet.

Dort wird die Mannschaft im Rathaus von Bezirksbürgermeistrer Oliver Igel (SPD) empfangen und präsentiert sich gegen 18.30 Uhr auf dem Rathaus-Balkon. Anschließend geht es für den Aufsteiger weiter zur Alten Försterei, wo sie sich ab 19.30 Uhr noch einmal ausgiebig von den Fans feiern lassen wird. Das Stadion ist am Mittwoch ab 17 Uhr geöffnet.

Union-Boss Zingler verpasst den Aufstiegsmoment

Bereits in der Nacht zu Dienstag feierten die Profis zusammen mit den Mitarbeitern des Klubs ausgelassen im Schlosserei genanten Vip-Bereich die Stunden nach dem größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte: den ersten Aufstieg in die Bundesliga.

Mittendrin: Dirk Zingler. Die vergangenen Wochen über hatte sich der Klubchef einen Aufstiegsbart wachsen lassen, nun stand er im roten Aufstiegs-Shirt in den Katakomben der Haupttribüne und konnte sein Glück kaum fassen. „Jetzt, wo es soweit ist, fühlt es sich komisch an“, sagte Zingler: „Aber ich habe auf dem Weg dahin so viele Menschen kennengelernt, die seit so vielen Jahren hier arbeiten, für diese Menschen ist das…“, rang Unions Präsident nach Worten.

Wie er den Moment des Abpfiffs von Schiedsrichter Bastian Dankert erlebt hat? „Den habe ich nicht erlebt, ich war auf der Herrentoilette, meine Frau auf der Damentoilette. Dann haben wir uns davor getroffen und abgeklatscht“, grinste Zingler.

Union-Trainer Fischer lobt Zusammenhalt

Auch Urs Fischer war überglücklich: „Wie sich das anfühlt? Einfach geil, tut mir leid für die Wortwahl, aber anders kann ich es nicht beschreiben. Wenn du da auf der Bank sitzt, du fragst, wie lange geht es noch und dann pfeift der Schiedsrichter endlich ab – das sind Gefühle, die kannst du nicht fassen. Das ist unbeschreiblich.“

Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff konnte sich der Schweizer eines Rituals nicht entziehen: Er wurde von seinem Co-Trainer Markus Hoffmann per Bierdusche getauft.

Und Fischer machte auch gleich deutlich, welche Art von Verein da auf die Bundesliga zukommt: „Es ist ein Klub mit einem Geist, sonst wäre der Aufstieg nicht möglich gewesen. Hier haben alle am gleichen Strang gezogen.“

Nicht nur beim 0:0 im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart „hat man wieder gesehen, wie solidarisch die Mannschaft auftritt. Ich erlebe das seit dem ersten Tag, als ich hier begonnen habe, dass jeder für den anderen da ist, sich nicht zu schade ist, etwas zu machen, was vielleicht nicht in seinen Bereich gehört“, sagte Fischer.

Union-Stürmer Polter freut sich auf das Derby

Als Feierbiest erwies sich Sebastian Polter. Der Stürmer, der in beiden Relegationsspielen nur auf der Bank sitzen durfte, sagte mit einem Union-Schal um den Kopf gewickelt: „Der Zusammenhalt, den wir uns auch mit den Fans über die Jahre erarbeitet haben, hat uns ausgezeichnet. Dazu alle Mitarbeiter, die tagtäglich alles dafür getan haben, damit wir performen konnten, all jenen gebührt großer Dank.“

Und er schickte auch gleich eine Grußbotschaft in Richtung des Lokalrivalen: „Ich glaube, Hertha BSC kann sich auf ein geiles Derby freuen. Ich habe es noch nicht gespielt, ich freue mich drauf, es wird bestimmt eine geile Partie.“

Stadionsprecher löst Wettschuld ein

Für Christian Arbeit waren die ersten Minuten nach dem Aufstieg eine haarige Angelegenheit. Unions Stadionsprecher und Geschäftsführer Kommunikation löste eine Wettschuld ein und musste sich von seinem Markenzeichen trennen: die langen Haare.

An seiner Partystimmung änderte dies nichts. Den kahl geschorenen Kopf bedeckte er mit einem Panama-Hut.

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