Videobeweis

Union stimmt für die Einführung des Videobeweises

Die Zweite Liga beschließt die Einführung des Videobeweises zur kommenden Saison. Doch nicht alle Vereine stimmen dafür.

Den Videobeweis gibt es kommende Saison auch in der Zweiten Liga

Den Videobeweis gibt es kommende Saison auch in der Zweiten Liga

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin. In der Bundesliga sorgt der Videoassistent (VAR) bereits seit 2017 dafür, dass der Fußball fairer geworden ist. Ab Sommer kann sich nun auch die Zweite Liga auf den Einsatz der Videotechnik freuen. Die Vereine des Bundesliga-Unterhauses stimmten mehrheitlich für die Einführung der technischen Hilfe ab Sommer.

Auch der 1. FC Union sprach sich für den VAR aus. „Unabhängig vom persönlichen Empfinden ist es aus unserer Sicht notwendig, innerhalb des deutschen Profifußballs Schiedsrichterentscheidungen auf einheitlicher Basis zu treffen. Diese Einheitlichkeit haben wir mit der heutigen Entscheidung hergestellt“, kommentierte Union-Präsident Dirk Zingler die Entscheidung.

Unions Trainer Urs Fischer hatte sich im großen Morgenpost-Interview ebenfalls für die Einführung ausgesprochen. Der Videobeweis „würde auch den Schiedsrichtern hohen Druck nehmen“, sagte der Schweizer: „Wenn ich sehe, wie viele Entscheidungen korrigiert werden konnten – der Videobeweis macht den Fußball fairer.“

Kosten für die Klubs: bis zu 200.000 Euro

Um die Stadion VAR-tauglich zu machen, kommen auf die 18 Zweitligisten Kosten von bis zu 200.000 zu. Die Stadien müssen mit Glasfaserkabel ausgestattet sein, um mit dem Video-Assist-Center (VAC) in Köln verbunden zu sein und die Übertragung der Signale in bester Qualität zu gewährleisten. Der Video-Keller in Köln muss entsprechend erweitert werden.

Aus dem Pool der Schiedsrichter der Zweiten Liga und der Assistenten aus der Bundesliga seien im Zuge der „Offline“-Testphase bereits 70 weitere Video-Assistenten ausgebildet worden, teilte die Deutsche Fußball Liga mit.

Alle notwendigen Maßnahmen würden nun eingeleitet werden, „damit – nach Umsetzung durch die Mitgliederversammlung im Mai 2910 – zum Saisonstart der 2. Bundesliga am 26. Juli die Video-Assistent-Technologie zur Verfügung steht“, heißt es in der DFL-Mitteilung.

1. FC Magdeburg stimmt dagegen

Dass die Einführung des VAR auch in Liga zwei richtig ist, zeigt ein Blick auf die laufende Bundesliga-Saison. Mehr als 60 Fehlentscheidungen konnten bereits verhindert werden.

„Wenn der Video-Assistent die Quote der Fehlentscheidungen reduzieren kann, ist das System auch für die Zweite Liga ein sinnvolles Instrument“, erklärte Michael Voigt, Geschäftsführer von Erzgebirge Aue. Die Sachsen, die aufgrund von Fehlentscheidungen im Spiel gegen Darmstadt (0:1) in der vergangenen Saison in die Relegation mussten, stimmten folglich für den VAR.

Der 1. FC Magdeburg stimmte gegen die technische Hilfe wegen zu langer Wartezeiten durch den Videobeweis, wodurch die Emotion aus dem Spiel genommen werde. Das Beispiel Aue dürfte jedoch zeigen, wie sinnvoll und richtig die Einführung ist.

„Keine Alternative zu mehr Gerechtigkeit“

Die Entscheidung für den Videobeweis, der seit diesem Jahr auch in der Champions League und seit Russland 2018 bei der Weltmeisterschaft eingesetzt wird, ist nur logisch. „Es gibt keine Alternative zu mehr Gerechtigkeit“, so Andreas Rettig, kaufmännischer Geschäftsleiter des FC St. Pauli und zuvor DFL-Geschäftsführer.

Ralf Becker, Sportvorstand des Hamburger SV, siegt dies ähnlich: „Die Erfahrungen und Analysen aus der Bundesliga haben gezeigt, dass ein Großteil möglicher Fehlentscheidungen verhindert werden kann und das Spiel am Ende auch ein Stück weit fairer wird.“

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