Zweite Liga

Gogia ist mehr als nur Unions Joker

Unions Akaki Gogia hat sich zuletzt wieder in die Startelf gekämpft. Seinen Aufwärtstrend will er nun in Heidenheim bestätigen.

Unions Akaki Gogia (l.) ist vom Magdeburger Steffen Schäfer nicht zu stoppen

Unions Akaki Gogia (l.) ist vom Magdeburger Steffen Schäfer nicht zu stoppen

Foto: Joachim Sielski / dpa

Berlin. Wenn ein Fußball-Profi von 25 möglichen Einsätzen 22 Mal auf dem Platz stand, kann man normalerweise von einem Stammspieler sprechen. Beim 1. FC Union ist dies in dieser Saison anders. Einer, der das in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen hat, ist Akaki Gogia.

Der Mittelfeldspieler fehlte bislang tatsächlich nur dreimal, stand aber auch nur dreimal über volle 90 Minuten auf dem Platz. Zuletzt, beim 2:0 gegen den FC Ingolstadt , hat der Offensivmann gezeigt, dass er mehr sein kann als nur ein Joker, eine Rolle, mit der er sich seit dem 14. Spieltag zufrieden geben musste. Es ist nur logisch, dass er seinen Aufwärtstrend auch am Freitag im Gastspiel beim 1. FC Heidenheim (18.30 Uhr, Sky) bestätigen möchte.

Dabei hatte für den gebürtigen Georgier mit der Verpflichtung von Coach Fischer alles so begonnen, wie er es sich vorgestellt hatte. Nach einer höchst durchwachsenen Saison 2017/18, in der er die Last des Eine-Millionen-Euro-Transfers von Dynamo Dresden nie hat ablegen können, war Gogia bereit für einen zweiten Start bei Union.

Gogia bleibt immer positiv

Tatsächlich zählte er schnell zu den Stammkräften – und fand sich doch nicht weniger schnell in der Rolle des Bankdrückers wieder. Ein Mann für die Schlussphase, keiner, der ein Spiel auf den Weg bringt. Doch Andy, wie ihn alle rufen, tat das, was man von einem Profi in solchen Situationen erwartet: positiv bleiben.

„Das ist nicht nur für mich wichtig, sondern auch für den Nebenmann“, hatte Gogia schon zu Saisonbeginn erklärt: „Dann zieht man keinen runter. Egal, ob du spielst, nur auf der Bank sitzt oder sogar auf der Tribüne – wir sind alle ein Team.“ Die vergangenen Wochen fasste er nun wie folgt zusammen: „Ich versuche den Trainer zu überzeugen und der Mannschaft zu helfen. Jeder sollte sich für die Mannschaft opfern.“

Ein hehres Ziel angesichts der Tatsache, dass Fußball-Profis nicht zuletzt auch Einzelunternehmer sind. Für den Erfolg einer Mannschaft ist diese Einstellung jedoch ohne Alternative.

„Ab der 75. Minute war ich schon platt“

So hat Gogia den Spagat geschafft, den sein Trainer nicht nur von ihm, sondern angesichts häufiger Rotationen im offensiven Mittelfeld von allen seinen Akteuren verlangt. „Andy muss ein bisschen auf die Zähne beißen und dann bereit sein, wenn er gefragt wird“, sagte Fischer.

Gogia biss auf die Zähne. „Ich bin oft von der Bank gekommen und habe trotzdem meine Leistung gebracht“, erzählte der 27-Jährige. Beim 2:3 auf St. Pauli steuerte er eine Vorlage zur am Ende erfolglosen Aufholjagd bei, in Magdeburg (1:1) und gegen Sandhausen (2:0) half er mit jeweils einem Treffer, das Remis und den Sieg zu sichern.

Und Gogia war bereit, als er gebraucht wurde. Der Heimsieg gegen den FC Ingolstadt war der Beweis. Laufstark, selbst in der Schlussphase, präsentierte er sich. Sein Tor zum Endstand war bereits sein sechstes in dieser Spielzeit. Grinsend gibt er zwar zu: „Ab der 75. Minute war ich schon platt, doch für den Abstauber hat es noch gereicht.“

Gogia ist Unions zweitbester Torschütze

Fakt ist aber auch: Gogia ist Unions zweitbester Torschütze hinter Stürmer Sebastian Andersson (zehn Treffer) und zusammen mit seinen zwei Vorlagen auch zweitbester Scorer der Köpenicker (acht Punkte) hinter dem Schweden (13). Weil er sich nie aus der Ruhe hat bringen lassen, auch wenn er nach einer guten (Teil-)Leistung wieder auf die Bank zurückmusste. „Es gab keinen Grund zu meckern, weil wir einen guten Kader haben“, erklärte Gogia.

Nicht nur ihm kommt dabei zugute, dass Trainer Fischer die ständigen Wechsel gut, vor allem aber ruhig zu moderieren weiß. So richten sich die Profis nur nach dem, was der Coach seit Monaten vorlebt: Egoismen für den großen Erfolg hinten anzustellen.

Gogia ist jedenfalls bereit, um mehr zu sein als nur ein Joker. Er ist bereit für seinen vierten Saisoneinsatz über die volle Distanz in Heidenheim, für die entscheidenden Wochen im Aufstiegsrennen. Und sollte er seinen Startelfplatz doch wieder räumen müssen, hat Gogia noch genug Zeit, seinen Trainer davon zu überzeugen, öfter auf ihn zu setzen. Sein Vertrag endet erst im Sommer 2021.

Mehr über Union lesen Sie hier.