Zweite Liga

Für Union gilt: Durchstarten statt durchhängen

Warum Union in Heidenheim gewinnen muss, um im Aufstiegsrennen bis zum Schluss dabeizubleiben. Prömel und Rapp fehlen gesperrt.

Union sucht für das Spiel in Heidenheim einen Ersatz für den Part neben Manuel Schmiedebach (l.)

Union sucht für das Spiel in Heidenheim einen Ersatz für den Part neben Manuel Schmiedebach (l.)

Foto: Cathrin Mueller / Bongarts/Getty Images

Berlin. Offizieller Beginn der Zweitliga-Saison ist zwar im Sommer, doch für manche geht sie erst jetzt, im März, so richtig los. Wenn das letzte Viertel der Spielzeit beginnt, die Entscheidung im Aufstiegsrennen immer näher rückt und sich zeigt, welche Mannschaft dem Druck am besten gewachsen ist.

Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union, muss vor der Partie am Freitag beim 1. FC Heidenheim (18.30 Uhr, Sky) kurz überlegen bei der Frage, worauf es in den nächsten Wochen vor allem ankommen wird, um die Saison mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte abzuschließen. Schließlich nannte der Schweizer, stets den Blick auf seine Profis gerichtet, folgende Voraussetzung für unabdingbar: „Wir hatten während der gesamten Saison nirgends einen Durchhänger. Es ist wichtig, dies bis zum Ende aufrechtzuerhalten.“

Elf Unentschieden, so viele wie kein anderer Konkurrent, stehen für Union zu Buche, aber eben auch erst zwei Niederlagen. Dies sind die Zahlen, aus denen die Köpenicker das Selbstvertrauen für die nächsten Wochen ziehen werden. Selbstvertrauen, dass in den entscheidenden Momenten die Kraft gibt, den einen wichtigen Schritt mehr zu tun als der Gegner. Denn auch Fischer ist sich bewusst: „Zum Ende einer Saison macht sich auch immer eine gewisse Ermüdung bemerkbar, und die Psyche spielt auch eine Rolle.“

Unions Kader ist mehr denn je gefragt

Es gilt also, nicht gerade jetzt mit einer Negativserie anzufangen. So wird die größte Herausforderung mit Blick auf Heidenheim sein, die personellen Probleme in den Griff zu bekommen. Bislang ist dies immer gelungen, doch vor allem am Freitag ist die Mannschaft mehr denn je aufgefordert zu zeigen, dass der so oft zitierte große und ausgeglichen besetzte Kader tatsächlich vorhanden ist.

Mit Grischa Prömel ist Union zentraler Mittelfeldspieler wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. Und mit Nicolai Rapp sein Ersatzmann gleich dazu. Michael Parensen, einer der ersten Kandidaten, die einspringen könnten, ist nach seinem Infekt noch nicht wieder hundertprozentig fit.

Bleiben Felix Kroos oder auch Robert Zulj, die jedoch in der Offensive benötigt werden, oder – als Notlösung – Julian Ryerson, eigentlich Rechtsverteidiger mit kaum Spielpraxis (sechs Saisoneinsätze). Fischer will vor allem die „Eindrücke aus der Trainingswoche“ entscheiden lassen.

Union bleibt mindestens Dritter

Dass Union nach dem kommenden Spieltag mindestens Dritter bleiben wird, kann hilfreich sein. Der FC St. Pauli, am Sonnabend in Sandhausen zu Gast, kann als Vierter den Abstand zu den Berlinern auf maximal einen Zähler verringern. An einen Dreikampf um die beiden Aufstiegsplätze glaubt Fischer dennoch nicht.

„Ich habe immer gesagt, dass der Hamburger SV und der 1. FC Köln irgendwann davonziehen werden. Danach sieht es im Moment aus. Es liegt nach wie vor an uns, den Abstand so gering wie möglich zu halten. Und es sind noch neun Spieltage zu absolvieren und 27 Punkte zu vergeben. Das sind viele Punkte.“

So hofft der Coach darauf, dass seine Mannschaft an die reife Leistung anknüpfen kann, die vor zwei Wochen das 2:0 bei Holstein Kiel ermöglicht hatte. „Damit wir nicht in eine Negativserie geraten. „Das wird entscheidend sein, um bis zum Ende oben dranbleiben zu können“, machte Fischer noch einmal deutlich, was für seine Mannschaft im letzten Saisonviertel das Wichtigste sein wird.

Mehr über Union lesen Sie hier.