Zweite Liga

Union rotiert in Richtung Aufstieg

Unions Wechsel in der Offensive lassen den Traum vom Aufstieg leben. Eine Taktik, die auch gegen Arminia Bielefeld funktionieren soll.

Unions Offensivmann Akaki Gogia (Mitte) wird für Suleiman Abdullahi eingewechselt.

Unions Offensivmann Akaki Gogia (Mitte) wird für Suleiman Abdullahi eingewechselt.

Foto: Jan Huebner/Albertini / imago/Jan Huebner

Berlin.  Urs Fischer, der Trainer des 1. FC Union, zählt nicht zwingend zu jenen, die nach dem Motto „Never change a winning team“ (Ändere nie eine siegreiche Mannschaft) handeln. Das gilt vor allem für die Offensive beim Berliner Fußball-Zweitligisten. Anders als in der Defensive, wo der Schweizer Trainer auf Kontinuität setzt und das Personal lediglich bei Verletzungen oder Sperren tauscht, ist in der Abteilung Attacke die Veränderung die einzige Konstante. So wie es wohl auch im Duell gegen Arminia Bielefeld am Freitag (18.30 Uhr, Alte Försterei) wieder sein wird.

Zwar ließ Fischer wissen: „Ich schließe nicht aus, dass wir gegen Bielefeld mit der gleichen Elf antreten wie zuletzt in Duisburg.“ Doch bislang blieb sich der Coach zumeist treu und schickte im Vergleich zum vorangegangenen Spiel eine veränderte Startelf ins Rennen um die nächsten drei Punkte. Der Erfolg gibt ihm recht. Weil sich durch die permanente Rotation kein Profi sicher sein kann, wieder aufgestellt zu werden. Das hält den Leistungsgedanken hoch und fördert ein Training auf hohem Niveau. Die Profis zahlen es ihrem Trainer bislang mit Leistung zurück.

Marcel Hartel beispielsweise startete mit seinem Tor des Monates gegen Köln (2:0) glänzend ins Pflichtspieljahr. Auch am folgenden Spieltag beim FC St. Pauli (2:3) sorgte Hartel mit seinem Spielwitz dafür, dass Union den 0:2-Rückstand aufholen und zumindest kurz auf einen Punkt hoffen konnte. Die Partie gegen den SV Sandhausen (2:0) erlebte Hartel dann jedoch komplett von der Bank. Gegen Duisburg (3:2) kehrte er in die Startformation zurück – und schoss das 2:2.

Zuljs Vertragssituation ist zusätzlicher Antrieb für ihn

Bei Robert Zulj war es genau umgekehrt. Beim Traumstart gegen Köln schmorte der Mittelfeldspieler auf der Bank. Gegen Sandhausen wurde er erst spät eingewechselt – um dann in Duisburg an allen drei Union-Treffern (ein Tor, zwei Vorlagen) beteiligt zu sein.

Zuljs zusätzlicher Antrieb ist seine Vertragssituation. Bis zum Sommer ist der Österreicher vom Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Sein Kontrakt dort läuft noch bis 2020. Was also gibt es besseres, als sich nach einem Reservistendasein in den folgenden Partien mit guten Leistungen für den neuen TSG-Coach – schließlich wechselt Julian Nagelsmann ja im Sommer zu RB Leipzig – oder für einen Verbleib bei Union zu empfehlen?

Zulj spielte gegen Duisburg übrigens anstelle von Felix Kroos, der sich wiederum nach drei guten Partien auf der Bank wiederfand. Ein weiterer Beleg dafür, wie erfolgreich eine Rotation im Laufe einer Saison tatsächlich sein kann. Die Intention für die permanenten Wechsel erklärte Fischer wie folgt: „Auf der einen Seite schaust du in erster Linie auf deine eigenen Qualitäten, die du auf den Platz bringen willst. Es gibt aber auch das eine oder andere beim Gegner, dass für dein Spiel wichtig werden kann. Deshalb gilt es, eine Mischung zu finden.“

Dazu gehöre auch der Blick auf die Gegenspieler, so Fischer: „Man überlegt sich, welcher der eigenen Spieler die besseren Chancen gegen den des Gegners hat, um sich durchzusetzen. Da spielt manchmal Geschwindigkeit, auch körperliche Verfassung eine Rolle.“

Gegen die Kölner sollte Suleiman Abdullahi mit seiner Schnelligkeit für Wirbel sorgen, eine Woche später dann Carlos Mané bei St. Pauli. Gegen Sandhausen schließlich beide gemeinsam. Und in Duisburg dann wieder Mané neben Hartel. Ständige Wechsel, die es auch der Konkurrenz erschweren, sich auf Union einzustellen.

Abdullahi und Mané kehren in den Kader zurück

Da passt es gut, dass Abdullahi und Mané wieder voll trainieren konnten und demnach auch Kandidaten für den Kader gegen Bielefeld sind. Die Offensivspieler mussten zuletzt etwas kürzer treten. Abdullahi war wegen einer Entzündung erst gar nicht zum Spiel in Duisburg mitgereist, Mané war wegen einer Muskelverhärtung zur Halbzeitpause in Duisburg ausgewechselt worden. Für ihn kam Akaki Gogia.

Apropos Gogia. Dem Deutsch-Georgier blieb zuletzt nur die Rolle des Jokers. Seinen Torbeteiligungen gegen St. Pauli (Vorlage) und Sandhausen (Tor zum 2:0) tat dies keinen Abbruch.

Fakt ist: Unter Trainer Fischer hat sich Union endgültig von einer festen Startformation verabschiedet. Wie leistungsfördernd diese Rotation ist, lässt sich mit einem Blick auf die Tabelle klären. Als Tabellenzweiter liegt Union klar auf Aufstiegskurs, der mit einem Sieg gegen Bielefeld beibehalten werden soll. Egal wer beim Anpfiff auf dem Rasen steht.

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