Zweite Liga

Sebastian Andersson wird zur zentralen Figur bei Union

In Duisburg brauchen die Berliner Anderssons Robustheit, um ihr eigenes Spiel gegen den Letzten stärker zur Geltung zu bringen

Unions Sebastian Andersson trifft gegen Darmstadt

Unions Sebastian Andersson trifft gegen Darmstadt

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Nicolai Rapp war noch nicht lange beim 1. FC Union Berlin, aber eine Sache fiel ihm gleich auf. Seine neuen Gegenspieler im Training sind alle „ganz schöne Kanten“, wie Rapp sagt. Schrecklich große, schrecklich starke Stürmer. Rapp fühlte sich wie ein Römer unter Galliern in den Asterix-Filmen. Einer dieser Angreifer ist Sebastian Andersson, 27 Jahre alt, 1,90 Meter groß, 85 Kilo schwer, mit blondem Stoppelbart – ein Hüne, wie aus dem Comic entsprungen.

Andersson ist jetzt wieder der zentrale Stoßstürmer beim Berliner FußballZweitligisten, da der andere Hüne Sebastian Polter verletzt ausfällt. Auf Andersson wird es also ankommen, wenn Union am Sonnabend beim MSV Duisburg (13 Uhr) antritt. Vielleicht noch ein bisschen mehr als ohnehin schon. Duisburg ist Tabellenletzter, eine Mannschaft, die sich vor allem mit ihrem Willen gegen Niederlagen stemmt. Unions Trainer Urs Fischer erwartet einen kampfstarken Gegner, der robust auftreten wird. Ein Spiel wie gemacht für Andersson.

Der 27-jährige Schwede ist dem verletzten Polter sehr ähnlich

Dass er sich in rauer Umgebung wohlfühlt, zeigte er am vergangenen Wochenende beim 2:0 gegen den Abstiegskandidaten Sandhausen, als ihm ein Tor gelang. „Man hat gegen Sandhausen gesehen, wie wertvoll Sebastian für uns sein kann. Er hat immer wieder Bälle festgemacht, das gibt uns Zeit zum aufrücken“, sagt Fischer. Es war Anderssons siebenter Saisontreffer, damit ist er Unions erfolgreichster Schütze.

Gesetzt ist er dennoch nicht. Andersson kam gut in die Saison, in den ersten drei Spielen schoss er drei Tore. Der Zugang vom 1. FC Kaiserslautern zeigte gleich, dass er eine Verstärkung ist. Für den FCK hatte er zwölf Tore geschossen, obwohl die Voraussetzungen alles andere als günstig waren. Kaiserslautern steckte die komplette Spielzeit über im Tabellenkeller und stieg am Ende ab. Torchancen gab es nicht viele, aber der Schwede machte aus wenig viel. Auch deshalb verpflichtete ihn Union.

Als Sebastian Polter nach langer Verletzungspause aber wieder besser in Tritt kam, war für Andersson oft nur auf der Bank Platz. Beide Stürmer sind von ihren Anlagen her sehr ähnlich. Keine leichte Situation für Andersson. „Du weißt niemals, ob du spielen wirst. Aber natürlich ist es schön, wenn du 90 Minuten auf dem Feld stehen kannst. Es ist schwer, ein Spiel zu spielen, dann wieder für ein oder zwei Partien draußen zu sein, um dann wieder für ein Spiel reinzukommen. Da ist es sehr schwer, in einen Rhythmus zu kommen“, sagt er. Die Gewissheit, auf dem Feld zu stehen, helfe ihm dagegen.

Vier Mal erzielte er den ersten Treffer, vier Mal gewann Union

Das Spiel in Duisburg ist für die Berliner enorm wichtig, es fällt unter die Rubrik Pflichtsieg. Der MSV hat als Letzter zudem die schwächste Heimbilanz aller Zweitligisten. Nur tat sich Union gegen solche Gegner in dieser Saison immer besonders schwer. Im Hinspiel langte es nur zu einem 2:2. Den Berlinern gelang es kaum, ihren eigenen Spielstil durchzubringen. „Wenn wir das erste Tor machen, müssen wir unser Spiel weiter durchziehen und nicht ängstlich sein, dass wir eventuell Punkte verlieren könnten.

Wenn wir ängstlich sind, steigt die Gefahr, dass wir auch tatsächlich Punkte verlieren. In solchen Spielen ist das erste Tor immer sehr wichtig“, sagt Andersson. Wer könnte das besser wissen als er. Vier Mal hat Andersson in dieser Saison schon das wichtige erste Tor geschossen. Verloren hat Union dann im Anschluss nie.