Zweite Liga

Union sendet ein Zeichen an die Liga

Union wagt sich nach dem Sieg gegen Köln beim Thema Aufstieg immer weiter aus seinem Versteck. Prömel: „Man muss mit uns rechnen.“

Florian Hübner (Mitte) feiert seinen Treffer gegen Köln, Grische Prömel feiert mit

Florian Hübner (Mitte) feiert seinen Treffer gegen Köln, Grische Prömel feiert mit

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin.  Wenn es zwei Konstanten gibt, die der 1. FC Union in dieser Zweitliga-Saison etabliert hat, dann ist es die Heimstärke, wie das 2:0 am Montagabend gegen den 1. FC Köln untermauerte – es war das 17. Heimspiel in Folge ohne Niederlage. Und es ist der Umgang mit der aktuellen Situation.

Sieg gegen einen Aufstiegsfavoriten, Sprung auf Relegationsplatz drei – welches Signal war das für die Konkurrenz? „Der Sieg ist schön, aber wir denken weiter von Spiel zu Spiel“, sagte Rafal Gikiewicz . Und mit jedem Wort musste der Torwart der Berliner breiter grinsen, bis hin zu einem lauten Lachen.

Dass der Pole der Einzige im Team ist, der seit Monaten das Ziel Bundesliga für sich ausgerufen hat, ist allgemein bekannt. Doch auch bei seinen Mitspielern reift mehr und mehr die Erkenntnis, dass die erste Saison unter Trainer Urs Fischer tatsächlich mit dem Aufstieg abgeschlossen werden kann.

„Union wird ein Wörtchen mitreden“

Natürlich folgte auch Torschütze Florian Hübner dem vor allem von Fischer indoktrinierten Von-Spiel-zu-Spiel-schauen. Doch auch der Innenverteidiger konnte ein Grinsen nur schwer unterdrücken. Die Fassade, die sich die Köpenicker über Monate aufgebaut haben, bröckelt.

Dazu zählt, dass die direkte Konkurrenz Union längst auf dem Schirm hat, wenn es um den Aufstieg geht. „Wenn sie so weitermachen, werden sie oben dabei bleiben und bis zum Schluss ein Wörtchen mitreden“, sagte Markus Anfang, der Kölner Trainer.

Simon Terodde, Kölns abgemeldeter Torjäger, gab seinem ehemaligen Arbeitgeber ein paar Worte mit auf den Weg: Unions Umgang mit der Situation sei natürlich auch „Understatement. Es gibt ja auch Vereine, die sich dahinter verstecken“.

Prömel kontert Teroddes Stichelei

Eine Stichelei, die Grischa Prömel nicht auf sich sitzen lassen wollte. „Was heißt verstecken? Ich denke, es ist eher Ansichtssache, wie man sich die Ziele steckt“, erklärte Unions zentraler Mittelfeldspieler: „Und wenn unser nächstes Ziel St. Pauli ist, macht es ja keinen Sinn, über die nächsten vier Monate zu reden.“

Gleichwohl wollte der 24 Jahre alte Profi den Sieg gegen den Bundesliga-Absteiger aber auch nicht zu klein geredet wissen: „Ich denke, dass es ein Zeichen an die Liga war, dass wir gut gearbeitet haben in der Winterpause, dass wir Qualität haben und dass man mit uns rechnen muss“, sagte Prömel. Und schickte eine Spitze in Richtung Köln zurück. Wer Union denn noch stoppen kann? „Köln nicht mehr“, so Prömel.

Geschlossenheit als großer Trumpf

Vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die Union im Spitzenspiel an den Tag legte, muss als bemerkenswert bezeichnet werden. Selbst in Unterzahl gab sich das Fischer-Team keine Blöße, ließ Köln seinen Ballbesitz-Fußball zelebrieren – bis zum Strafraum, und nur selten einen Schritt weiter.

Nur 36 Prozent Ballaktionen, aber auch 20 zum Teil harte, doch nie überharte Foulspiele zeugen von der Lauf- und Einsatzbereitschaft der Berliner. „Jeder hat gewusst, wofür er kämpft“, sagte Prömel. Das galt sowohl für die drei wichtigen Punkte gegen Köln als auch für den Aufstiegstraum.

Trimmel und Reichel fehlen gesperrt

Dass Union am Montag im nächsten Spitzenspiel beim FC St. Pauli auf Kapitän Christopher Trimmel, Ken Reichel (beide gesperrt) und wohl auch auf Sebastian Polter (Fußverletzung) verzichten muss, dämpft das Selbstvertrauen in der Mannschaft nicht. „Das ist für andere eine Chance, sich zu zeigen“, geht Trainer Fischer die Vorbereitung entspannt an.

„Union hat gute Chancen, Relegationsplatz drei zu erreichen“, schloss Terodde die für ihn unbefriedigende Rückkehr nach Berlin ab. Kann Union den Auftritt gegen Köln nicht nur am Montag wiederholen, dürfte sogar mehr möglich sein.

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