Fußball

Ex-Union-Trainer Jens Keller soll Ingolstadt retten

Jens Keller soll den FC Ingolstadt aus dem Tabellenkeller führen. DerTrainer spricht trotz Platz 18 von einer "reizvollen Aufgabe".

Jens Keller

Jens Keller

Liebe auf den zweiten Blick: Im September hatte Wunschkandidat Jens Keller dem FC Ingolstadt noch abgesagt, jetzt soll der 48-Jährige den früheren Bundesligisten vor dem Absturz ins Bodenlose bewahren.

Keller, früherer Coach des VfB Stuttgart, von Schalke 04 und zuletzt Union Berlin (bis Dezember 2017), erhält beim Tabellenletzten der 2. Liga einen Vertrag bis Saisonende. "Ich finde, dass das eine ganz reizvolle Aufgabe ist", sagte er bei ran.de trotz fünf Punkten Rückstands auf Platz 15.

Vielleicht noch etwas reizvoller war die Aufgabe Ende September, als die Schanzer selbst noch 15. waren. Dennoch kam die Liaison zwischen Keller und dem FCI damals nicht zustande, stattdessen folgte Alexander Nouri auf den entlassenen Stefan Leitl. Weil Nouri am Montag aber nach nur acht Spielen ebenfalls geschasst wurde, kam Keller nun doch zum Zuge.

"Wir sind nach den gemeinsamen Gesprächen zur Überzeugung gekommen, dass unsere Mannschaft unter Jens Keller wieder in die Spur findet und erfolgreich punkten wird", sagte Harald Gärtner, Geschäftsführer Sport und Kommunikation beim FCI. Keller ist der Meinung, "dass die Mannschaft deutlich besser ist als es der Tabellenplatz wiedergibt. Es ist eine Aufgabe, bei der man richtig was bewegen kann."

Gegen Hamburg sitzt noch der Interimscoach auf der Bank

Am Samstag (13.00 Uhr/Sky) gegen Spitzenreiter Hamburger SV wird aber noch U19-Coach Roberto Pätzold auf der Bank sitzen, Keller wird erst am Sonntag offiziell vorgestellt. "Unsere ganze Konzentration gilt jetzt ausschließlich dem Heimspiel gegen den HSV", sagte Gärtner. Erst danach richte sich der Fokus auf den "Neustart".

Keller will "schnellstmöglich" die Ursachen für den Absturz der hoch ambitionierten Ingolstädter erforschen, die noch vor eineinhalb Jahren in der Bundesliga spielten. "Allein von Pech kommt kein Team in diese Situation", meinte Keller, der in der Schießbude der Liga "ein großes Augenmerk" darauf legen will, "die Defensive zu stabilisieren".

Zukäufe im Winter sind dabei nicht ausschließen. "Ich muss den Kader jetzt erstmal richtig kennenlernen und mir eigene Eindrücke machen", sagte Keller zwar, aber: Die finanziellen Möglichkeiten für den ein oder anderen Neuen seien "sicherlich da".

Von den langfristigen Zielen, zu denen beim FCI die Rückkehr ins Oberhaus gehört, will Keller erst einmal nichts hören: "Ich habe auch nur für ein halbes Jahr unterschrieben, um das Projekt Klassenerhalt zu schaffen. Wir brauchen die ganze Energie für die restlichen 19 Spiele."

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