Zweite Liga

Union braucht einen Sieg, um den Anschluss zu halten

In Regensburg muss das Team aus Köpenick so engagiert auftreten wie im Pokal gegen Dortmund, um eine Chance zu haben.

Unions Trainer Urs Fischer

Unions Trainer Urs Fischer

Foto: Bernd Thissen / dpa

Um seiner Mannschaft den Übergang in den Alltag zu erleichtern, hat sich Urs Fischer für eine simple Strategie entschieden. Weniger ist mehr, findet Unions Trainer. „Wir haben über das Spiel in Dortmund gar nicht mehr gesprochen. Ab Donnerstag lag der Fokus auf Regensburg“, sagt Unions Trainer.

Fischer weiß, welch schwere Bewährungsprobe Union am Sonntag in Regensburg (13.30 Uhr) bevorsteht. Nicht nur, weil der Gegner zu den heimstärkeren und spielerisch besseren Vertretern der Zweiten Liga gehört. „Sie sind gewillt, Fußball zu spielen und es nicht nur mit langen Bällen zu versuchen. Sie sind sehr aggressiv, vor allem in der Mitte“, sagt Fischer. Und dann ist da noch das Pokalspiel vom Mittwoch, das dem einen oder anderen Berliner im Kopf herumgeistern könnte. Der große Kampf und das unglückliche Ende gegen Borussia Dortmund, den Tabellenführer der Bundesliga. Geschlagen erst durch einen Elfmeter in der letzten Minute der Verlängerung (2:3), taugen die Erlebnisse für eine weitere Berliner Legendenbildung.

Union nutzt die Ausrutscher der anderen nicht

Bereits vor zwei Jahren war Union an gleicher Stelle nach Elfmeterschießen gescheitert. Nach einem solchen Rausch, ebenso nach einer solchen Anstrengung, wieder zu sich zu kommen und in Regensburg zu bestehen, wird eine anspruchsvolle Aufgabe werden. „In erster Linie muss jeder Spieler dazu bereit sein. Ich denke nicht, dass du als Trainer den Spieler mit Worten soweit hinkriegst, dass er bereit ist, am Sonntag die Leistung abzurufen“, sagt Fischer. Stichwort Eigenmotivation also.

Die sollte jeder Einzelne aufbringen, gilt es doch, im Aufstiegskampf den Kontakt zur Spitze nicht abreißen zu lassen. Union befindet sich als Dritter auf Augenhöhe mit den großen Favoriten Hamburg und Köln. Absetzen konnte sich bisher keiner der Bundesliga-Absteiger, beiden fehlt es an Konstanz.

Union hat es dagegen bisher versäumt, die Ausrutscher der Konkurrenten konsequent zu nutzen. Zu oft spielten die Köpenicker unentschieden, sieben Mal bei elf Versuchen war das der Fall. Da nutzt es wenig, dass Union die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Zweiten Liga ist. Wann seine Elf denn endlich die Tabellenspitze erklimmt, wurde Fischer am Freitag gefragt. „Ach. Lassen wir das“, antwortete der Schweizer. Wohl wissend, dass ein Sieg in Regensburg die erste Voraussetzung dafür ist. Und das allein wird schon schwer genug.

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