Zweite Liga

Bei Unions Akaki Gogia ist das Lachen zurück

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Michael Färber
Akaki Gogia (l.) im Zweikampf mit Max Aarons von Norwich City

Akaki Gogia (l.) im Zweikampf mit Max Aarons von Norwich City

Foto: noah wedel / imago/Noah Wedel

Nach verkorkstem ersten Jahr beim 1. FC Union ist Akaki Gogia nun bereit für den zweiten Start. Die Anzeichen dafür sind unübersehbar

Berlin.  Die Veränderung kann offensichtlicher nicht sein. „Ich wollte einfach die Haare oben wegmachen“, sagt Akaki Gogia. Und um nicht völlig kahl dazustehen, ließ er sich als Kontrast schlicht einen Vollbart stehen. Die neue Optik soll auch ein Schlussstrich sein unter die vergangene Saison, die für ihn und den 1. FC Union eine unerwartet rumpelige Spielzeit war. Ein Schnitt, der alles, was ihn daran erinnerte, aus seinem Gedächtnis verbannen soll.

Legt man die Wochen der Vorbereitung zugrunde, so scheint die Maßnahme zu funktionieren. Es sei „ein Neuanfang für uns alle, und wir wollen alle neu angreifen“, sagt Gogia. Nach Monaten voller Frust „wollen wir ein bisschen Leben und Freude reinbringen. Ich denke, dass wir einfach alle genug Spaß haben wollen. Sicher muss eine gewisse Ernsthaftigkeit dabei sein. Aber als wir klein waren, haben wir alle Spaß gehabt am Fußball.“

Seine Freundin ist seine härteste Kritikern

In seinem Geburtsland Georgien hat der 26-Jährige aufgetankt. Bei seiner Familie, die ihm wichtig ist („Man hat nur eine“). Und mit seiner Freundin Andrea, von der er sagt: „Sie ist auf jeden Fall die richtige. Sie ist der perfekte Gegenpart im positiven Sinne, hält mich immer auf dem Boden, ist mein größter Kritiker und grundehrlich zu mir.“ Gab es denn viel zu kritisieren nach einer Spielzeit, in der er nach 22 zumeist Teileinsätzen nur selten überzeugen, geschweige denn dem Union-Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte? „Das weiß ich nicht mehr, das ist schon so lange her“, sagt Gogia. Und lacht.

Fersenprobleme zu Saisonbeginn und ein Bänderriss in der Rückrunde trugen dazu bei, dass er nie die Erwartungen erfüllen konnte. Und war er mal fit, so schien die Last, die so ein Eine-Million-Euro-Transfer von Dynamo Dresden zu tragen hat, offenbar zu schwer zu sein. „Man kann vieles hinschreiben, im echten Leben ist es dann oft anders. Man kann sich Ziele setzen und muss jeden Tag daran arbeiten. Wenn man an jede Sache mit 100 Prozent rangeht, ob im Passspiel oder im Torabschluss, dann kommt auch der Erfolg“, sagt Gogia. Er ist bereit, um neu anzugreifen.

Positivere Ausstrahlung auf dem Platz

Der Einsatz in den Einheiten unter dem neuen Trainer Urs Fischer stimmt jedenfalls. Gogia läuft viel, grätscht, wenn es die Spielform erfordert, ärgert sich nach einem missglückten Torabschluss und nimmt den daraus resultierenden Sprint gierig an – nicht ohne vorher noch in Richtung des Passgebers Marcel Hartel zu frotzeln („Holzfuß!“). „Ich versuche, gesund und positiv zu bleiben. Das ist nicht nur für mich wichtig, sondern auch für den Nebenmann“, erklärt Gogia: „Dann zieht man keinen runter. Egal, ob du spielst, nur auf der Bank sitzt oder sogar auf der Tribüne – wir sind alle ein Team.“

Gogia versucht nun, diesen Gedanken stärker vorzuleben. Etwa wenn er den Jung-Profis Berkan Taz (19) oder Cihan Kahraman (19) Ratschläge mit auf den Weg gibt. „Sicher weiß ich, wie es als jüngerer Spieler war, wie auch andere ältere Spieler im Team. Wir versuchen natürlich, ihnen zu helfen, auch wenn ich ein wenig mehr mit ihnen zu tun habe.“

Saisonstart gegen Erzgebirge Aue

Dennoch ist Gogia auch froh, mit Manuel Schmiedebach oder Ken Reichel neue Kollegen im Kader zu haben, die schon einiges erlebt haben. „Die bringen Erfahrung mit, das merkt man schon auf dem Platz. Das hilft, gibt jedem von uns eine gewisse Sicherheit.“

Keine Frage, der Offensivspieler scheint bereit zu sein, um zu zeigen, was wirklich in ihm steckt. Sein Vertrag bei Union läuft noch bis Sommer 2021, genug Zeit also, um an der Alten Försterei richtig durchzustarten. Die vergangene Saison war für Gogia schon haarig genug.


1. Spieltag, Freitag 20.30 Uhr:
HSV- Kiel. Sonnabend: 13 Uhr: Bochum-Köln. 15.30 Uhr: Fürth-Sandhausen, Regensburg- Ingolstadt. Sonntag, 13.30 Uhr: Magdeburg-St.Pauli. 15.30 Uhr: 1. FC Union-Aue, Darmstadt-Paderborn, Heiden-Bielefeld. Montag, 20.30 Uhr: Dresden-Duisburg.