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Trainer und Spieler wirken ratlos bei Union

Die Köpenicker müssen nach der enttäuschenden Nulldiät gegen Duisburg weiter um den Ligaverbleib zittern.

Toni Leistner, Grischa Prömel und Steven Skrzybski (l-r) laufen enttäuscht über den Platz

Toni Leistner, Grischa Prömel und Steven Skrzybski (l-r) laufen enttäuscht über den Platz

Foto: pa

Berlin. Die Brisanz der Lage ist auch den treuesten Fans bewusst - trotzdem darf der erfolg- und glücklose Trainer André Hofschneider beim Abstiegskandidaten Union wohl weitermachen. Nach dem trostlosen 0:0 im Heimspiel gegen den MSV Duisburg rollten Anhänger ein riesiges Transparent aus: „Mit aller Gewalt Klassenerhalt“. Hofschneider scheint weiter das Vertrauen der Vereinsführung zu genießen, obwohl seine Bilanz seit Amtsantritt mit elf von möglichen 36 Punkten verheerend ist.

Die Abläufe bleiben dieselben. Der Tag nach dem Spiel war wie in den letzten Wochen immer frei. Verteidiger Christoph Trimmel setzt darauf, Ruhe zu bewahren: „Es wäre der falsche Weg, nervös durch die Gänge zu laufen und alles auf den Kopf zu stellen“. Union hat nach fünf sieglosen Spielen in Serie drei Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz 16.

Abstand nach unten leicht angewachsen

Union torkelt dem Saisonende entgegen. Vor dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag (13 Uhr) beim punktgleichen FC St. Pauli ist der Abstand nach unten zwar leicht angewachsen, weil der 1. FC Heidenheim mit 2:3 beim 1. FC Nürnberg unterlag. Doch nach fünf Spielen ohne Sieg ist die Abstiegsgefahr der Eisernen längst noch nicht gebannt.

Die Spieler sind ratlos. „Ich kann mich selbst schon nicht mehr reden hören. Ich muss jede Woche das Gleiche sagen“, meinte Kapitän Felix Kroos. „Es ist schwer, eine Erklärung zu finden. Geredet haben wir genug. Im Endeffekt müssen wir die Punkte holen.“

Den Spielern fehlte es nicht an Einsatzbereitschaft. Die Defensive stand, aber vorn fehlte die Durchschlagskraft. „Die letzten Wochen sind nicht spurlos an den Spielen vorbeigegangen. Die Leichtigkeit hat ein bisschen gefehlt, in der einen oder anderen Situation ins Risiko oder Dribbling zu gehen“, sagte Hofschneider. „Wir haben uns statt für den Pass nach vorn für den Sicherheitspass nach hinten entschieden.“

Für seinen Verbleib spricht eigentlich wenig. In den 13 Spielen seit der Entlassung von Vorgänger Jens Keller gelangen lediglich zwei Siege. In der Rückrundentabelle sind die Köpenicker Tabellenletzter. Aber ein Aus für Hofschneider vor Saisonende erscheint wenig wahrscheinlich.

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