1. FC Union

Union taumelt teilnahmslos dem Untergang entgegen

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Inga Böddeling

Foto: Timm Schamberger / dpa

Der 1. FC Union kassiert trotz Trainer Hofschneiders Torwartwechsel die nächste Pleite und steckt nun mitten im Abstiegskampf.

Berlin.  Im Deutschlands Fußball-Unterhaus herrscht Spannung pur. Was beim Großteil der Zweitligisten gern mal für Schnappatmung sorgt. 13 von 18 Teams sitzt die Abstiegsangst im Nacken. Vier Mannschaften auf den Rängen sieben bis zehn haben 37 Zähler, direkt dahinter tummeln sich auf Platz elf bis 15 fünf Vereine mit 36 Punkten und zwei Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang (Heidenheim mit 34 Punkten). Als Elfter mittendrin im Abstiegskampf: der 1. FC Union.

Mit der 1:2 (0:1)-Niederlage am Ostersonntag gegen Greuther Fürth hat sich die Lage in Köpenick dramatisch verschärft. Hatten die Berliner zu einem Zeitpunkt in dieser Saison, als an der Alten Försterei noch von der Bundesliga geträumt wurde, 15 Punkte Vorsprung auf Fürth, sind beide Teams nun gleichauf. Während sich die Kleeblätter jedoch schon seit Wochen gegen den drohenden Untergang Richtung Liga drei stemmen, wurden bei Union Durchhalteparolen gepredigt.

Die dritte Liga ist bedrohlich nah gerückt

Das wird nun nicht mehr reichen. Nicht erst die Niederlage in Mittelfranken hat Defizite offenbart, die es schleunigst zu bereinigen gilt, sollte man sich in der nächsten Saison nicht mit Teams wie Carl Zeiss Jena oder Preußen Münster messen wollen. „Der Ernst der Lage ist uns bewusst. Wir müssen schauen, dass wir am Sonnabend zu Hause gegen Duisburg drei Punkte holen“, sagte Trainer André Hofschneider. Das war am Sonntag auch deshalb nicht gelungen, weil Linksverteidiger Kristian Pedersen in Halbzeit eins einen weniger lichten Moment hatte und Fürths Roberto Hilbert ungehindert zum 1:0 einköpfen ließ (21.). Teamkollege Marvin Friedrich hatte zwar ausgleichen können(49.). Doch Friedrichs erstes Zweitligator reichte nicht. Vor allem, weil Grischa Prömel mit einem Eigentor für die Fürther Führung sorgte (75.). Das konnte auch Torwart Jakob Busk nicht verhindern, der wieder für Daniel Mesenhöler zwischen den Pfosten stand.

Die Mannschaft braucht einen Weckruf

Größte Baustelle gegen Fürth war jedoch die Offensive. Nach 15 engagierten Anfangsminuten schlief die nämlich fast ein. Das war nicht zuletzt dem Ausfall von Torjäger Steven Skrzybski geschuldet. In Kombination mit der Langzeitverletzung von Stürmer Sebastian Polter ist es wahrlich keine leichte Aufgabe, die Ausfälle zu kompensieren. Das musste auch Philipp Hosiner feststellen. Dem Österreicher wurde mit einer passgenauen Flanke von U21-Rückkehrer Marcel Hartel der Ausgleich auf dem Silbertablett serviert (84.). Doch Hosiner schob den Ball aus bester Position am Tor vorbei – ein Sinnbild für die schwächelnde Offensive der Berliner.

Zugegeben, die Verletztenliste ist schmerzhaft lang. Dass die Ausfälle aber nicht aufgefangen werden können, zeigt auch, dass die Breite des Kaders alles andere als reif für den Kampf um die Bundesliga ist. Ob es wenigstens reicht, den Gang in die dritte Liga abzuwehren, bleibt abzuwarten. „Wir müssen jetzt endlich aufwachen“, forderte Christopher Trimmel. Und Union braucht tatsächlich einen Weckruf. Einen Wachrüttler, der die Mannschaft auf dem Platz aus ihrer Lethargie reißt. Was die Aufgabe von Kapitän Felix Kroos sein sollte. Der sagte diesmal aber nur: „Wenn die Siege nicht kommen, schwindet die Sicherheit. Wir müssen den Kopf oben behalten.“ Der Blick muss aber trotzdem nach unten gehen.