Zweite Liga

Union fühlt sich in Bielefeld um den Sieg betrogen

Nach acht Spielen ohne Sieg hat Union Berlin seine Chancen auf den Bundesligaaufstieg wohl endgültig verspielt.

Bielefelds Torschütze Konstantin Kerschbaumer (Mitte) erzielt den 1:1-Ausgleich gegen Kristian Pedersen (v.l.), Felix Kroos und Marvin Friedrich

Bielefelds Torschütze Konstantin Kerschbaumer (Mitte) erzielt den 1:1-Ausgleich gegen Kristian Pedersen (v.l.), Felix Kroos und Marvin Friedrich

Foto: dpa

Bielefeld. Der Ball lag im Netz. Der so dringend benötigte Sieg für den strauchelnden 1. FC Union gegen Arminia Bielefeld schien in der letzten Sekunde doch noch errungen. Aber Schiedsrichter Tobias Reichel ließ das Tor zum 2:1 von Steven Skrzybski nicht gelten. Der Unparteiische hatte das Spiel einen Wimpernschlag zuvor abgepfiffen, obwohl der Angriff in der 94. Minute noch nicht beendet war. Union fühlte sich um den ersten Sieg nach sieben sieglosen Spielen betrogen. Und das zu Recht.

„Das ist extrem bitter. Da hätte der Schiedsrichter Fingerspitzengefühl haben müssen“, so Skrzybski. Die Hauptstädter kamen im Montagsspiel der Zweiten Liga auch durch eine zumindest fragwürdige Schiedsrichterentscheidung nicht über ein 1:1 (1:0) gegen lange bessere Bielefelder hinaus. Skrzybski hatte die Berliner in Führung gebracht (16. Minute). Konstantin Kerschbaumer gelang der Ausgleich für Arminia (54.). Union wartet nun schon seit acht Spielen auf einen Erfolg. Der letzte Sieg datiert auf den 4. November (1:0 gegen St. Pauli). Der Abstand zum Relegationsplatz drei beträgt acht Punkte. Nach unten hat Union nur ein Polster von sechs Zählern.

Dass sich das Team von Trainer André Hofschneider in einer schwierigen Lage befindet, war für jeden der 14.000 Zuschauern auf der Bielefelder Alm zu erkennen. Hofschneider stellte sein System um: Statt einer Vierer- setzte er auf eine Dreier-Abwehrkette, in der Wintereinkauf Manuel Friedrich (22) sein Debüt gab. Aber die Umstellung schien seine Elf defensiv zu verunsichern. Torwart Daniel Mesenhöhler musste schon eine erstligareife Parade präsentieren, als Andreas Voglsammer aus zehn Metern abzog (12.). Bielefeld war engagierter – aber auch in Spendierlaune. Florian Dick köpfte einen Ball zu kurz zurück. Skrzybski sprintete dazwischen und hob das Spielgerät über Torwart Stefan Ortega ins Netz. 1:0 (16.). Es war Skrzybskis achtes Saisontor.

Bielefeld aber blieb das bessere Team: Leandro Putaro brachte es fertig, aus drei Metern über das Tor zu schießen (42.). Nach der Pause hatte Skrzybski das 2:0 auf dem Fuß, doch Ortega parierte (50.). Nun überschlugen sich die Ereignisse: Michael Parensen stoppte im Strafraum einen Schuss mit der Hand – unabsichtlich, daher nicht strafstoßwürdig. Dann drosch Kerschbaumer einen Ball aus 25 Metern ins Tor: 1:1 Ausgleich (53.). Als Skrzybskis Schuss doch noch im Tor landete, wähnte sich Union am Ziel – aber nur kurz.