Zweite Liga

Friedrich, der Große, soll Union stabilisieren

Marvin Friedrich wechselte erst vor einer Woche aus Augsburg zu Union. Schon beim Spiel in Bielefeld fällt ihm eine Schlüsselrolle zu.

Der Ex-Augsburger Marvin Friedrich ist seit Januar Profi des 1. FC Union

Der Ex-Augsburger Marvin Friedrich ist seit Januar Profi des 1. FC Union

Foto: Stefan Puchner / picture alliance / Stefan Puchne

Berlin.  „Statistiken lügen nicht“, sagt Marvin Friedrich und lacht dabei. In seinen vergangenen neun Spielen durfte der Fußballprofi keinen Sieg feiern. Der 1. FC Union, Friedrichs neuer Arbeitgeber, wartet seit sieben Partien auf einen Erfolg .

Scheint so, als hätten sich Innenverteidiger und Zweitligist im richtigen Moment zusammengefunden, um die schwarzen Serien gemeinsam zu beenden. Vor acht Tagen wechselte der 1,90-Meter-Mann aus Augsburg zu den Berlinern (Vertrag bis 2021). Am Montag in Bielefeld (20.30 Uhr, Sky) wird er dringend gebraucht.

Abwehrchef Toni Leistner ist nach Gelb-Rot gegen Nürnberg (0:1) gesperrt, Alternativen wie Fabian Schönheim (Saison-Aus wegen Knie-Operation) oder Christoph Schösswendter (Muskelprobleme) fehlen. „Wenn Marvin sich nicht beim Aussteigen aus dem Bus verletzt, wird er definitiv spielen“, gab Union-Trainer André Hofschneider dem Neuen eine Einsatzgarantie, wohl wissend um das Risiko der fehlenden Abstimmung durch die kurze Eingewöhnungszeit.

Gutes Kopfballspiel und Ruhe am Ball

„Er bringt uns nach dem Ausfall von Leistner ein paar Zentimeter im Kopfballspiel“, hofft Hofschneider auf Friedrich, den Großen, und lobt dessen „Ruhe am Ball“ sowie „eine gewisse Gelassenheit“. Trotz seiner erst 22 Jahre sei Friedrich ein „gestandener Spieler“, aber auch „in einem Alter, in dem man noch nach vorn schauen kann“.

Friedrich muss das tun, nachdem ihm nicht jener Weg beschieden war, den andere U19-Europameister von 2014 eingeschlagen haben. Joshua Kimmich (FC Bayern) oder Julian Brandt (Leverkusen) sind praktisch auf dem Weg zur WM nach Russland.

Friedrich kam in der Bundesliga auf sieben Einsätze für Schalke, strandete dann in der Regionalliga (Schalke, Augsburg) und hatte mit einem Hüftschiefstand zu kämpfen.

Körperlich muss er noch zulegen

„Jeder geht seinen Weg anders, bei manchen klappt es besser, bei manchen dauert es länger“, hegt der Blondschopf keinen Neid auf die früheren Teamkollegen: „Es war natürlich nicht mein Anspruch, in Augsburg in der zweiten Mannschaft zu spielen. Das habe ich gemacht, um nach der Verletzung Spielpraxis zu bekommen.“ Einlagen in den Schuhen inklusive.

Für den Abwehrspieler bietet sich bei Union die Chance, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu tun. Druck, die zuweilen wackelige Defensive gleich stabilisieren zu müssen, „verspüre ich überhaupt nicht“.

Stattdessen vertraut er seinen Stärken als „spielerischer Innenverteidiger, auch das Kopfballspiel ist ganz ordentlich. Körperlich müsste ich vielleicht noch etwas zulegen.“ Friedrich scheint bereit, seine schwarze Serie endlich beenden zu können.

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