Zweite Liga

Von der Tribüne zum Torschützen: Unions Kurzweg ins Glück

Union beendet seine Negativserie gegen Fürth und behält nach dem vierten Sieg in Folge die Aufstiegsränge der Zweiten Liga im Blick.

Union-Stürmer Sebastian Polter (l.) feiert den Torschützen Peter Kurzweg. Felix Kroos (hinten) und Marcel Hartel feiern mit

Union-Stürmer Sebastian Polter (l.) feiert den Torschützen Peter Kurzweg. Felix Kroos (hinten) und Marcel Hartel feiern mit

Foto: nordphoto / Engler / imago/Nordphoto

Berlin.  Plötzlich war er weg. Einfach verschwunden in dem rot-weißen Knäuel, das die Fußball-Profis des 1. FC Union um ihn gebildet hatten. Erst nach den Ovationen der Teamkollegen sah man in sein ungläubiges Gesicht. Peter Kurzweg mochte es auch nach der Partie gegen die SpVgg Greuther Fürth kaum glauben, dass er den Berliner Zweitligisten auf die Siegerstraße gebracht hatte.

„Ich bin ja nun auch nicht der Typ, der jede Woche ein Tor schießt“, sagte der gebürtige Oberbayer. Geschweige denn jedes Spiel auf dem Platz steht. Doch am Sonnabend ebnete er nach nicht einmal drei Minuten den Weg zum 3:1 (2:0) gegen den Angstgegner. Der vierte Sieg in Folge war zugleich der erste Heimsieg gegen Fürth seit Unions Aufstieg 2009 – die letzte Negativserie ist Geschichte.

„Ich freue mich sehr für ihn, weil er ja praktisch von der Tribüne gekommen ist“, sagte Trainer Jens Keller. Es war Kurzwegs Liga-Debüt für Union, „man muss einfach da sein, wenn man gebraucht wird“, sagte Kurzweg verschmitzt. Er wurde gebraucht, weil der etatmäßige Linksverteidiger Kristian Pedersen kurzfristig mit Muskelproblemen passen musste. Dass er so lange auf einen Einsatz in der Liga hat warten müssen, „zeigt, was für einen guten Kader wir haben“, so Kurzweg.

Auch Gogia und Hedlund treffen

Und gegen Fürth wurde vor allem die individuelle Klasse einzelner Spieler gebraucht, um mit dem Spitzenduo der Liga, Fortuna Düsseldorf (1:0 gegen Darmstadt) und Holstein Kiel (2:1 gegen Bielefeld), Schritt halten zu können. Union beherrschte das Spiel gegen den Tabellenvorletzten zwar über weite Strecken, „aber wir waren nicht zwingend“, erkannte Coach Keller.

So fiel das 2:0 durch Akaki Gogias feinem Schlenzer von der Strafraumgrenze nach Zuspiel von Christopher Trimmel praktisch aus dem Nichts (41.). Weil Fürth sich nicht wie ein Team aus dem Ligakeller präsentierte und Union sich zu lange in seiner Dominanz gefiel.

Es passte ins Bild, dass die Fürther nach dem Anschlusstor vor 21.344 Zuschauern durch Maximilian Witteks Sonntagsschuss (57.) die Chance auf ein Remis witterten, zumal Union plötzlich zu wanken begann, selbst allerbeste Konterchancen durch Marcel Hartel (59., 74.) und Gogia (75.) ungenutzt ließ und Glück hatte, dass auf der anderen Seite Manuel Torres und Khaled Narey (71.) zu unentschlossen waren. Erst Simon Hedlunds Einzelleistung besiegelte Unions Erfolg (76.). „Schön, dass ich der Mannschaft dabei helfen konnte“, sagte Kurzweg, der seinen Führungstreffer auch noch selbst eingeleitet hatte.