Trainingslager

Unions neues Quintett macht richtig Spaß

Union-Trainer Jens Keller freut sich über die größere Flexibilität im Kader – vom Anstieg des spielerischen Niveaus ganz zu schweigen.

Marcel Hartel (r.) forciert die Balleroberung gegen Wolfsbergs Daniel Offenbacher

Marcel Hartel (r.) forciert die Balleroberung gegen Wolfsbergs Daniel Offenbacher

Foto: GEPA pictures/ David Rodriguez / imago/GEPA pictures

Bad Kleinkirchheim.  Die lockere Fußballtennis hatten sich die Profis des 1. FC Union am Sonnabend verdient. Hart genug sind die Einheiten im Trainingslager in Bad Kleinkirchheim/Österreich in den vergangenen Tagen gewesen, dazu das Testspiel am Freitagabend beim Wolfsberger AC (4:2) – Trainer Jens Keller hat vom ersten Moment an die Zügel straffer gezogen als noch im Vorjahr. Mutete das Trainingslager damals in Villach noch wie ein großes Kennenlern-Camp an, so ist nun in Kärnten zu spüren, was Keller vorhat: den Aufstieg in die Bundesliga.

Mittendrin die fünf Zugänge. Und auch hier ist deutlich zu erkennen: Das Quintett braucht keine lange Anlaufzeit, um sich mit Intensität und Spielphilosophie anzufreunden. Die Neuen sind da, sofort, mit Elan und Talent.

Mehr noch, die ersten Tage von Bad Kleinkirchheim belegen eine qualitative Steigerung des Kaders. Davon konnte man sich beim Sieg in Wolfsberg überzeugen. Auch wenn noch nicht alles wie am Schnürchen läuft, wird sich der eine oder andere gestandene Profi aus der Vorsaison Gedanken machen müssen.

"Spielerische Qualität auf engstem Raum"

Akaki Gogia und Marcel Hartel zum Beispiel wirbelten nicht nur beim Sieg gegen Österreichs Erstligisten auf der rechten Seite und im Zentrum. "Beide haben das gezeigt, was wir von ihnen erwarten: spielerische Qualität auf engstem Raum", lobte Trainer Keller: "Und das zweite Tor kann man besser kaum rausspielen."

Tatsächlich wirkte Hartel sehr agil im Zentrum. Wie immer, wenn im Training Spielformen anstehen, läuft er den Gegenspieler extrem schnell an, um den Ballgewinn zu forcieren. "Ich denke aber, dass er auf der rechten Seite gut aufgehoben ist", so Keller.

Gleiches gilt für Gogia. Seine technischen Qualitäten, auch seine Intuition für das Spontane, bekam Union schon zu spüren, als es noch gegen ihn und Dynamo Dresden ging. "Er hat brutale Qualitäten, vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen", sagte selbst Steven Skrzybski über seinen Rivalen rechts außen. Wohl wissend, dass er sich durch Gogia selbst auf der Ersatzbank wiederfinden könnte.

Torrejons Erfahrung ist spürbar

Bei Innenverteidiger Marc Torrejon ist die Erfahrung aus über zehn Jahren Profifußball bei jeder seiner Aktionen spürbar. Gutes Stellungsspiel, dazu den Blick für die Spieleröffnung, selbst Sprintqualitäten bringt der Spanier mit, wie gegen Wolfsberg zu beobachten war. Kraftvoll holte der ehemalige Freiburger zweimal – von der Mittellinie startend – einen erheblichen Rückstand zu seinen Gegenspielern noch auf, um im Strafraum zu kontrollierten Grätschen anzusetzen. Das hinterlässt nicht nur beim Gegner Eindruck.

Ähnlich wie Torrejon strahlt auch Grischa Prömel im defensiven Mittelfeld Ruhe aus. Stets präsentiert sich der Ex-Karlsruher hellwach, und hat er den Ball, ist seine Ausbildung an der Akademie der TSG Hoffenheim nicht zu übersehen. Prömels vertikale Spielideen sind ganz nach dem Geschmack des Trainers.

Bei Peter Kurzweg ist die große Lust, sich weiterentwickeln zu wollen, fast greifbar. Dem früheren Würzburger merkt man an, dass er sich wohl fühlt bei Union. Beste Voraussetzung, um zeigen zu können, dass man auf der linken Abwehrseite mehr ist als nur ein Ersatzmann für Kristian Pedersen.

Mehr Möglichkeiten, im Spiel umzustellen

"Wir wollen flexibel sein und haben jetzt im Mittelfeld viel mehr Möglichkeiten, um im Spiel umstellen zu können", sagte Keller. Er ist in dem Moment zufrieden, was seine Zugänge angeht. Dass er nach dem Fußballtennis am Sonnabend die Zügel jedoch wieder anziehen wird, steht außer Frage.

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