Zweite Liga

Union glaubt weiter an seine Aufstiegschance

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Michael Färber
Torwart Daniel Mesenhöler, Toni Leistner, Trainer Jens Keller, Torwart-Trainer Dennis Rudel, Christopher Trimmel (v.l.) und die Enttäuschung nach der Niederlage in Stuttgart. Die Hoffnung auf den Aufstieg ist dennoch intakt

Torwart Daniel Mesenhöler, Toni Leistner, Trainer Jens Keller, Torwart-Trainer Dennis Rudel, Christopher Trimmel (v.l.) und die Enttäuschung nach der Niederlage in Stuttgart. Die Hoffnung auf den Aufstieg ist dennoch intakt

Foto: Deines/Frey-Pressebild / imago/Thomas Frey

Zweitligist Union behält nach der Pleite in Stuttgart Relegationsplatz drei fest im Blick. Polter: „Die Niederlage wirft uns nicht um.“

Berlin.  Da bekam Sebastian Polter doch gleich große Ohren. Der Union-Stürmer wollte keine Silbe von dem verpassen, was Stuttgarts Top-Torjäger Simon Terodde zu sagen hatte, nachdem er mit dem VfB seinem ehemaligen Klub den herben Dämpfer im Aufstiegsrennen verpasst hatte. „Ich will mit dem VfB aufsteigen, da kann ich keine Rücksicht nehmen auf Union“, sagte Terodde also. Prompt fiel ihm Polter ins Wort: „Wir können doch beide aufsteigen.“ – „Können wir gerne machen, das würde ich unterschreiben“, platzte es sofort aus Terodde heraus.

Unions Resthoffnung lebt auch nach dem 1:3 vom Montagabend. Doch die Fokussierung auf Relegationsplatz drei dürfte längst eingesetzt haben. Trainer Jens Keller scheint den direkten Aufstieg jedenfalls abgehakt zu haben.

„Wir werden jetzt sicher nicht aufhören, aber sechs Punkte zu Platz eins sind sicher ein bisschen weit“, will sich der 46-Jährige keinen Träumereien hingeben: „Aber wir haben immer noch Kontakt zum dritten Platz. Den wollen wir halten und versuchen, Rang drei mit aller Macht zu erreichen.“

Stuttgarts Riesenqualität zeigt Union die Grenzen auf

Die Leistung seiner Mannschaft in einem insgesamt hochklassigen Zweitliga-Spitzenspiel lässt eine andere Einschätzung kaum zu, auch wenn der VfB mit seiner Bundesliga-Erfahrung kein Maßstab für die Köpenicker sein kann.

„Wir hatten in der ersten halben Stunde keinen Zugriff, sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, dann ist es schwer gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität. Man hatte das Gefühl, dass Stuttgart einer mehr war“, bestätigte Unions Kapitän Felix Kroos den offensichtlich Unterschied.

Allein Stuttgarts Außenspieler Takuma Asano und Josip Brekalo zeigten Union die Grenzen in Sachen Schnelligkeit und Ballbehandlung auf. Dazu das Aufbauspiel eines Christian Gentner und Teroddes Abgezocktheit vor dem Tor: „Klar hat der VfB eine Riesenqualität. Nach dem 0:1 entstehen Riesenräume, wo sie mit ihren technisch starken Spielern den Platz auch richtig gut ausspielen“, sagte Toni Leistner.

Union braucht wieder mehr Präzision im Spiel

Der Abwehrchef steht als Synonym dafür, wie schnell Fehler auf diesem Niveau bestraft werden. Sein versprungener Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor leitete das 1:3 ein. „Wir hatten gerade in der zweiten Halbzeit gut von hinten rausgespielt. Aber in der Situation haben wir es mit dem Klein-Klein übertrieben. Das geht ganz klar auf meine Kappe, da muss ich mich bei der Mannschaft entschuldigen.“

Gleiches tat auch Polter mit Blick auf seinen Fünf-Meter-Kopfball neben das Tor, der die Union-Führung hätte bedeuten können. „Und im Gegenzug bekommen wir das 0:1. Tut mir leid für die Mannschaft, den muss ich einfach machen, weil wir das vorher angesprochen haben, dass wir so unsere Chancen bekommen werden.“

Die Qualität der einzelnen Spieler und somit des Teams wird sich vor den letzten vier Spielen nicht mehr verbessern, die Präzision im Union-Spiel kann es schon. Torwart Daniel Mesenhölers Schritt zur Seite, der das 0:1 begünstigte, zählt dazu. „Er weiß selbst, dass er den halten muss“, sagte Keller nur. Hohe Qualität des Gegners kombiniert mit eigenem fehlerhaften Spiel – eine fatale Mischung.

Terodde: „Union hat gutes Potenzial“

Wirft Union diese Niederlage um im Kampf um die Bundesliga? „Sie darf uns nicht umwerfen und wird es auch nicht. Vielleicht brauchen wir das auch ein bisschen, um in den letzten vier Spielen zwölf Punkte holen zu können und am Ende vielleicht doch hochzugehen“, sagte Polter.

Stürmerkollege Terodde fügte an: „Union spielt eine sehr gute Saison, hat auch gutes Potenzial und will aufsteigen. Deswegen war es für uns wichtig, sie heute zu besiegen.“ Immerhin ein Lob vom Gegner, wenn es schon keine Punkte gab.