Vertragsverlängerung

Ein Mann, ein Klub: Steven Skrzybski bleibt Unioner

| Lesedauer: 4 Minuten
Marcel Stein
Bitte sehr! Unions Steven Skrzybski (l.) bleibt noch etwas länger

Bitte sehr! Unions Steven Skrzybski (l.) bleibt noch etwas länger

Foto: Soeren Stache / dpa

Stürmer Steven Skrzybski entwickelt sich zur Identifikationsfigur beim 1. FC Union und verlängert seinen Vertrag in Köpenick bis 2020.

Auch die Besten dürfen mal schwache Tage haben. Das gesteht Jens Keller seinen Spielern zu. Obwohl ihm noch nicht ganz klar ist, warum diese gerade jetzt aufgetreten sind. „Wir haben tolle Dinge zu erreichen und können eigentlich frei aufspielen“, erzählt der Trainer des 1. FC Union. Drei Spiele ohne Sieg liegen in der Zweiten Liga hinter den Köpenicker Fußballspielern, nur einen Punkt gab es. Im Aufstiegsrennen erlitten die Berliner einen kleinen, wenn auch bislang nicht folgenschweren Rückschlag.

Mehreren seiner Profis gelang es zuletzt nicht, ihr Potenzial abzurufen. Dazu zählte auch Steven Skrzybski, der Mann vom rechten Flügel, der Unions Offensivspiel viel Druck verleiht mit seiner Schnelligkeit. Bei ihm weiß der Trainer recht konkret um die Problemlage und sagt: „Er hat unheimlich viele Spiele gemacht, er läuft unheimlich viele Meter. Dass bei ihm mal ein Loch kommt, ist klar. So viele Spiele wie diese Saison hat er in seiner Karriere, glaube ich, noch nicht gemacht.“ Hat er nicht, und er hat auch noch nie so effektiv agiert. Mit acht Toren und vier Vorlagen führt er die Liga-Statistik von Union an.

Wertvoll für den Verein

Das zeigt, wie wertvoll der 24-Jährige für den Klub geworden ist – gerade vor dem Hintergrund der Ausbildung im eigenen Verein. Für beide Seiten rückte daher eine Entscheidung immer näher. Für den Stürmer hieß es: Bei Union bleiben und große Ziele angehen oder die Ambition Bundesliga anderweitig verfolgen? Für den Klub stellte sich die Frage: Mit Skrzybski nach oben schauen oder sich lieber die tolle Entwicklung großzügig versilbern lassen?

Die Würfel sind nun gefallen in Köpenick. Steven Skrzybski hat seinen im Sommer 2018 auslaufenden Vertrag bis 2020 verlängert. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich hier sehr wohlfühle. Ich bin ein Kind des Klubs und seit der E-Jugend bei Union – und ich habe den Traum, mit diesem Verein im nächsten Jahr Bundesliga zu spielen“, sagt der Angreifer.

Zeichen für den Endspurt

Seine Verlängerung sieht er als Signal für alle: „Ich will damit auch für den Saisonendspurt ein Zeichen setzen. Ich glaube fest daran, dass wir in den letzten Spielen etwas Großes erreichen können.“ Als nächste Herausforderung steht am Ostersonntag das Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern in Berlin auf dem Plan (13.30 Uhr, Alte Försterei und Sky).

Unter Trainer Keller ist Skrzybski aufgeblüht, er kann seine Stärken bestens einbringen in das von Pressing und Gegenpressing geprägte Spiel der Berliner. „Das ist der Fußball, den ich bevorzuge zu spielen“, sagte er im Winter. Die Fortschritte, die der Stürmer zuletzt machte, brachten ihn in eine exponierte Stellung.

Heimat und Erfolg als Einheit

Eine, die der Verein nutzen kann, um eine perfekte Identifikationsfigur aufzubauen. Die Ausdehnung des Kontrakts ist ein Schritt dorthin. „Als Unioner, der schon sehr lange im Verein ist, nimmt er in der Mannschaft eine sehr wichtige Rolle ein und ist mittlerweile ein absoluter Führungsspieler“, sagt Helmut Schulte, Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Andersherum sieht der Skrzybski das Potenzial von Union längst nicht ausgeschöpft. „Bei meiner Entscheidung hat die gesamte Entwicklung des Klubs eine Rolle gespielt. Wir haben in diesem Jahr noch mal einen großen Schritt nach vorn gemacht“, so der Stürmer. Heimat und größtmöglicher Erfolg sind zwei Dinge, die für ihn perspektivisch eine Einheit bilden. Dazu wird es aber nötig sein, dass Skrzybski schnell aus seinem Loch findet. Soll der Traum bald wahr werden, müssen die schwachen Tage nun Vergangenheit sein.