Zweite Liga

Union-Kapitän Kroos begeistert sogar einen Weltmeister

Das Siegtor von Felix Kroos in Sandhausen gibt ihm, aber auch Union neues Selbstvertrauen. Sogar in madrid wird man darauf aufmerksam.

Kroos (l.) zieht in Sandhausen ab und erzielt seinen ersten Saisontreffer

Kroos (l.) zieht in Sandhausen ab und erzielt seinen ersten Saisontreffer

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin.  Drei Worte brauchte es, um seinen Gefühlszustand zu beschreiben. „Ein guter Tag!“ twitterte Felix Kroos in Richtung 1. FC Union wie auch an den frisch gekürten Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg. Kurz und knapp, so wie man den gebürtigen Greifswalder kennt.

Den Siegtreffer beim SV Sandhausen erzielt, dazu eine Leistung, die beim insgesamt schwierigen Auftritt im Hardtwaldstadion schon vorbildlich war – vor allem dank ihres Kapitäns haben die Köpenicker ihre kleine Krise überwunden, und sei es bei nur einem Punkt aus drei Spielen auch nur eine Ergebniskrise gewesen.

„Nach drei nicht gewonnenen Spielen gibt uns der Sieg Sicherheit. Wir wussten, dass es kein schönes Spiel werden wird und dass wir Geduld brauchen. Wir wissen aber auch, dass wir nächste Woche nachlegen müssen“, wollte sich Kroos nicht zu lange mit Sandhausen beschäftigen, wenn am Montag nächster Woche Tabellenführer Eintracht Braunschweig wartet (20.15 Uhr, Alte Försterei). Dass sich die Köpenicker dann auf ein echtes Spitzenspiel freuen können, lag allerdings zum großen Teil eben auch an Kroos selbst.

Auch für die Drecksarbeit nicht zu schade

Bei seinem Schuss, der abgefälscht schließlich den Weg ins Tor fand, fackelte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler nicht lange. „Der Ball war in der Luft. Ich habe ihn Vollspann genommen. Dann war er im Netz“, beschrieb Kroos seinen ersten Saisontreffer. Kurz und knapp, wie man ihn kennt. Und er war sich auch nicht zu schade, die Drecksarbeit im Mittelfeld zu übernehmen, wenn sie nötig war. Als die Sandhäuser mutiger wurden, bremste Kroos mit dem einen oder anderen taktischen Foul den Elan der Gastgeber. Die Gelbe Karte, die er nach dem dritten Regelverstoß erhielt, nahm er ohne zu zucken hin. Vorbildlich, wie ein Kapitän eben sein sollte.

Vergessen sind in diesen Momenten die quälenden Wochen der Vorbereitung, in denen Kroos oft allein trainieren musste, um nach Muskelproblemen nicht gleich wieder einen Rückschlag zu erleiden. Oder die ersten Saisonspiele, in denen er zur Schonung oft vorzeitig ausgewechselt wurde.

Gut 1800 Kilometer südwestlich von Sandhausen ist der Kroos-Knaller auch nicht unbemerkt geblieben. So antwortete Weltmeister und Real-Profi Toni Kroos auf den Siegtreffer seines Bruders per Twitter mit einem „Boooom“. Kurz und knapp. Logisch.