Zweite Liga

Union braucht einen Volltreffer in Sandhausen

Union hat in den vergangenen drei Spielen nur ein Tor erzielt. Dabei waren die Köpenicker lange der offensivstärkste Zweitligist.

Collin Quaner (2.v.l.) ist mit sechs Treffern Unions bester Torschütze in dieser Saison

Collin Quaner (2.v.l.) ist mit sechs Treffern Unions bester Torschütze in dieser Saison

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Die Fanorganisation des 1. FC Union, der „Eiserne Virus“, hatte am ersten Adventswochende eine ganz spezielle Reise auf dem Programm. Bevor es zur Unterstützung des Berliner Fußball-Zweitligisten am Sonntag zum SV Sandhausen ging (13.30 Uhr, Sky), reiste eine Abordnung noch Freiburg.

Es galt, den Fanklub-eigenen JWD-Pokal („Jut war’t, danke!“) für den fanfreundlichsten Gastgeber der Vorsaison zu überreichen. Die Wahl fiel auf den Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg. Netter Nebeneffekt der Reise in den Breisgau: Die Fans der Köpenicker bekamen gleich auch ein wenig Erstliga-Luft zu schnuppern.

Der aktuelle Union-Jahrgang hat sich zumindest im ersten Saisondrittel angeschickt, jenes Flair für die kommende Spielzeit auch nach Köpenick zu holen. Union war das offensivstärkste Team der Liga.

Beim letzten Tor half der Gegner kräftig mit

Wobei die Betonung ausdrücklich auf „war“ liegt. Denn die Mannschaft von Trainer Jens Keller hat seinen Schrecken vor des Gegners Tor ein wenig verloren. Nur ein Treffer gelang Union in den vergangenen drei Partien, und der auch nur dank gütiger Mithilfe von Stuttgarts Torhüter Mitchell Langerak.

„Wir spielen nicht mehr so zwingend nach vorn“, hat Keller eine Ursache für die Torarmut ausgemacht. Das Gegenpressing, eines der Grundpfeiler des Spielsystems unter Keller, griff zuletzt nicht mehr so gut. Prompt gingen die Union-Angreifer, allen voran Collin Quaner (sieben Saisontreffer) und Steven Skrzybski (sechs) zuletzt häufiger als erhofft leer aus.

„Wir müssen wieder das umsetzen, was uns als offensivstarke Mannschaft ausgezeichnet hat“, forderte Keller deshalb. Das schnellere, direktere Spiel in die Spitze ist gefragt. Und natürlich die Abgezocktheit vor dem Tor, die mit jedem Fehlschuss abnimmt. Zu Recht hat der Coach in den vergangenen Tagen die Trainingsinhalte vor allem auf die Offensive ausgerichtet.

Fünf Punkte Abstand zur Spitzengruppe

Nicht nur der gebürtige Stuttgarter weiß: Will Union weiter ein Wörtchen mitreden im Aufstiegsrennen, sollte der Abstand zur Spitzengruppe von derzeit fünf Punkten dringend verkleinert werden.

Und dafür braucht es Tore. „Wir können nur gewinnen, wenn wir all das auf den Platz bringen, was wir in den letzten 35 Minuten gegen Stuttgart gezeigt haben“, machte Keller deutlich.

Schritt eins hatten seine Profis da erfüllt: das Kreieren von gefährlichen Szenen im Strafraum des Gegners. Doch nur mit der Anzahl guter Chancen hat noch keine Mannschaft gewonnen.