Zweite Liga

Unions Sorgen über Nationalspieler, die nicht spielen

In Wolfsburg hätte Trainer Keller Mittelfeldspieler Zejnullahu gern dabei gehabt. Das Testspiel beim Bundesligisten gewinnt Union 3:1.

Unions Eroll Zejnullahu (l.) durfte im Pokal in Dortmund spielen

Unions Eroll Zejnullahu (l.) durfte im Pokal in Dortmund spielen

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Für Eroll Zejnullahu gibt es keine Fragen über Sinn und Unsinn seiner Reisen. Wenn der 1. FC Union die Länderspielpause auf seine Weise nutzt, ist Fußballprofi Zejnullahu meist unterwegs. Aktuell bereitet sich der 22-Jährige mit der Nationalmannschaft des Kosovo auf die Partie am Sonnabend in der Qualifikation für die WM 2018 vor, gespielt wird in Antalya gegen die Türkei. Der Berliner war zuletzt stetig dabei, wenn sein Heimatland antrat, nur gespielt hat er bislang keine einzige Minute. Trotzdem: „Ich gehe da professionell hin. Wenn ich nicht eingesetzt werde, arbeite ich weiter, bis der Tag kommt.“ Ehrensache, ist doch klar.

Beim Köpenicker Zweitligisten haben sie Verständnis für diesen Aspekt. Man müsse die Spieler verstehen, für ihr Land dabei zu sein, sei etwas Besonderes, „die Familie ist stolz“, sagt Trainer Jens Keller. Für ihn gibt es aber auch die andere Seite – und die genießt eben Vorrang. „Für Eroll wäre es ganz wichtig, bei Freundschaftsspielen da zu sein“, sagt Keller.

Hosiner, Hedlund und Puncec treffen

In sieben Ligapartien wurde Zejnullahu bislang sechsmal ein- und einmal ausgewechselt. Am Mittwoch absolvierte Union beim Bundesligisten in Wolfsburg so einen Test, in dem diejenigen, die sonst nur wenige Einsätze haben, viel Spielpraxis erhalten. Und sich näher an die Stammelf arbeiten können. Mit 3:1 (2:1) gewannen die Berliner, für die Philipp Hosiner, Simon Hedlund und Roberto Puncec trafen.

Dieses Problem hat Kristian Pedersen zwar nicht, er absolvierte elf Ligapartien über die nahezu volle Distanz und fehlte nur einmal nach einer Gelb-Roten Karte. Doch in der dänischen U21 darf er trotz permanenter Einladungen fast nur zuschauen. „Wir unterhalten uns mit Kristian darüber. Das ist für ihn eigentlich eine Katastrophe. Nicht nur, dass er da nicht spielt, sondern dass er da auch keine Freizeit hat. Das ist immer eine Belastung, und natürlich ist das Frustpotenzial groß, wenn man gar nicht spielt“, sagt Union-Trainer Keller.

Derzeit bereitet sich der Linksverteidiger auf die Partie am Montag in Bergamo gegen Italien vor. Es ist ein Freundschaftsspiel, ideal für diejenigen, die sonst selten auflaufen.