2. Liga

Union verpasst Rückkehr auf Aufstiegsplatz

Der 1. FC Union hat gegen Kaiserslautern die zweite Niederlage in Serie kassiert und den Sprung auf Rang zwei in der Tabelle verpasst.

Hier fällt das Tor zum 1:0 an Unions Torwart Jakob Busk vorbei

Hier fällt das Tor zum 1:0 an Unions Torwart Jakob Busk vorbei

Foto: dpa

KaiserslauternObwohl der Sieg weit entfernt schien zu diesem Zeitpunkt, so wollte der Trainer wenigstens die Niederlage nicht akzeptieren. In der letzten Viertelstunde wechselte Jens Keller beim 1. FC Union offensiv, nahm zwei defensive Profis dafür vom Feld. Der erhoffte Druck auf das Tor des 1. FC Kaiserslautern wurde dadurch allerdings auch nicht entfacht. Es blieb beim 0:1 (0:0).

Damit trat das ein, was die Köpenicker verhindern wollten: Nach dem 0:1 eine Woche zuvor daheim gegen Fortuna Düsseldorf gehen sie mit zwei Niederlagen in Serie in die Länderspielpause der zweiten Fußballliga. Mit einem Erfolg in der Pfalz hätte Union wieder auf den zweiten Tabellenplatz vorrücken können. Nun werden die Berliner wohl als Fünfter die Zeit der Ländervergleiche überbrücken. „Wir sind enttäuscht. Wir wollten es besser machen als letzte Woche, aber unseren Ballbesitz konnten wir nicht in Chancen ummünzen“, sagte Keller.

Kapitän Kroos trifft per Freistoß nur die Latte

Grundsätzlich liegt in der Platzierung kein Problem, in der Liga geht es eng zu. Doch nach furiosen ersten Wochen in der Saison und vielen Toren müssen die Berliner sich in der Pause nun damit auseinandersetzen, zweimal in Folge ohne Treffer geblieben zu sein. Vor allem damit, gerade in Kaiserslautern, das durch den Treffer von Marcel Gaus (71.) den dritten Erfolg ohne Gegentreffer hintereinander feierte, vor 21.446 Zuschauern auch kaum etwas dafür getan zu haben, Tore zu erzielen. Ein Freistoß von Felix Kroos aus 18 Metern, der an die Latte prallte (22.), war die gefährlichste Aktion der Mannschaft von Jens Keller.

Der hatte seine Startaufstellung teils unfreiwillig auf fünf Positionen verändert. Roberto Puncec ersetzte Christopher Trimmel (Schultergelenk) auf der rechten Verteidigerseite. Fabian Schönheim übernahm nach überstandener Verletzung den Platz von Puncec in der Innenverteidigung. Im Mittelfeld kehrte Kapitän Kroos (für Dennis Daube) zurück, und im Angriff durften Collin Quaner (statt Philipp Hosiner) nach Muskelproblemen sowie Kenny Redondo (anstelle von Simon Hedlund) auflaufen.

Mit dieser Formation wollte Union die Leidenszeit auf dem Betzenberg also beenden. In fünf Spielen zuvor hatten die Köpenicker dort nie gewinnen können. Nun herrschte nach der Partie wieder Enttäuschung. „Das Spiel ist schlecht gelaufen. Wir hätten zumindest das 0:0 halten müssen“, sagte der frühere Lauterer Schönheim. Anfangs entwickelte sich eine für die Berliner gute Partie. Sie hatten den Ball überwiegend in den eigenen Reihen, spielten passabel nach vorn. Doch zu einer Herausforderung für die Defensive des FCK wurde keiner der Angriffe. „Die erste Halbzeit ging klar an uns. Wir haben aber nicht die klaren Torchancen herausgespielt“, so Toni Leistner. Der Verteidiger war es auch, der an der größten Gelegenheit der Lauterer in der ersten Halbzeit beteiligt war. Leistner verschätzte sich bei einem langen Ball, so dass Osayamen Osawe allein auf das Tor zulaufen konnte. Doch Torhüter Jakob Busk parierte (26.).

Mit Beginn der zweiten Hälfte übernahm der FCK die Spielgestaltung, Union zeigte nicht mehr die notwendige Präsenz in den Zweikämpfen und ließ sich in die eigene Hälfte zurückdrängen. Entlastung konnte sich Union kaum mehr verschaffen, ein Offensivspiel fand selten statt. In der Folge kamen die Gastgeber zu immer besseren Gelegenheiten und bestätigen ihren Aufwärtstrend, der sie von der Abstiegszone in das Mittelfeld der Zweiten Liga geführt hat. Mittelfeldspieler Gaus erzielte schließlich nach einem schönen Zuspiel von Zoltan Stieber das Tor des Tages. Lautern hatte dabei das Spiel von rechts nach links verlagert und sich so viel freien Raum vor dem Union-Tor erarbeitet.

Nach der Länderspielpause geht es gegen Stuttgart

Zwar war Lautern bislang die Mannschaft mit den wenigsten Toren in der bisherigen Saison, gegen die Berliner hätten sie diesen Status jedoch nachhaltig ändern könne. Die beste Chance vergab allerdings Osawe (77.), der völlig frei direkt von Busk stand, jedoch daneben schoss. „Wir haben zu viele Chancen zugelassen und müssen analysieren, wo die Fehler lagen“, erklärte Leistner. Dazu bleiben den Köpenickern nun zwei Wochen Zeit. Im nächsten Heimspiel empfängt das Team von Trainer Jens Keller am 20. November den Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart.