2. Liga

Unions Heimserie reißt gegen Fortuna Düsseldorf

Die Berliner unterlagen Fortuna Düsseldorf am Sonnabend mit 0:1 im Stadion An der Alten Försterei.

 Der Berliner Toni Leistner (l.) und der Düsseldorfer Rouwen Hennings (r) im Zweikampf

Der Berliner Toni Leistner (l.) und der Düsseldorfer Rouwen Hennings (r) im Zweikampf

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Marcel Stein

BerlinErst zog Steven Skrzybski die Schultern nach oben, ließ sie wieder fallen. Noch einmal. Als Ausdruck seiner Ansichten genügte ihm das noch nicht. Er fing an, den Kopf zu schütteln. Schließlich sagte er: „Weiß ich nicht.“ Es waren drei verschiedene Ansätze, um die Frage zu beantworten, warum an diesem schönen Herbstnachmittag, an dem der Wind immer wieder sachte goldene Blätter von der Waldseite des Stadions an der Alten Försterei durch die Sonnenstrahlen auf den Rasen blies, die Heimserie des 1.FC Union enden musste.

Natürlich enden die meisten Serien irgendwann sowieso. Doch im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf hätte der Berliner Fußball-Zweitligist nach 14 Partien ohne Niederlage vor eigenem Publikum nicht unbedingt 0:1 (0:0) verlieren müssen. „Ich glaube, viele Chancen hatte Düsseldorf nicht. Das war absolut unnötig“, sagte Skrzybski. Zweimal kamen die Gäste gefährlich vor das Tor von Jakob Busk, beide Male schloss Ihlas Bebou ab. In der 56. Minute traf er völlig freistehend, nachdem eine Berliner Abwehraktion ihm den Ball vor die Füße hatte springen lassen.

Vor 21.195 Zuschauern war es ein Dämpfer für Union, das zuletzt erfolgreiche Tage durchlebte. Die Chance, nach der Niederlage von Tabellenführer Braunschweig in Dresden (2:3) nach oben aufzuschließen, verpasste die Mannschaft von Trainer Jens Keller. Platz zwei bleibt den Berlinern vorerst dennoch erhalten.

Sechs Änderungen in der Startelf bei den Köpenickern

Mit dem Pokalduell in Dortmund mochten die Köpenicker das 0:1 nicht erklären. Klar hatte die Niederlage nach Elfmeterschießen viel Kraft gekostet. Doch Düsseldorf hatte eine ähnliche Belastung, schied in Hannover ebenso in der zweiten Runde aus. Außerdem gab der Blick auf die Statistik Stürmer Skrzybski Recht. Überall lagen die Köpenicker vorn, Ballbesitz, Torschüsse, Ecken, Flanken, Passquote. Nur eben bei den Toren sprach die Bilanz für Fortuna. Deren Trainer Friedhelm Funkel lobte daher nicht nur die deutliche Steigerung seiner Mannschaft gegenüber dem Pokalauftritt, der mit 1:6 endete. „Wir haben ein glückliches Tor gemacht. Und wir hatten Glück, dass der Ball bei Union nicht ins Tor wollte. Es gibt solche Tage.“

Um nach dem Pokal mit frischer Energie auftreten zu können, hatte Keller das Union-Team auf sechs Positionen verändert. Im Tor kam Busk wieder herein, Skrzybski und Philipp Hosiner spielten vorn, Stephan Fürstner, Dennis Daube sowie Damir Kreilach bildeten das Mittelfeld. Skrzybski führte die Mannschaft dabei als Kapitän an, weil Amtsinhaber Felix Kroos nach der Pokalanstrengung geschont wurde. Hätte die Verletzung von Christopher Trimmel, der mit Schulterproblemen wohl länger ausfällt, nicht die Einwechslung von Christopher Quiring notwendig gemacht auf der rechten Abwehrposition (52.), wäre ein späterer Kroos-Einsatz geplant gewesen.

Möglicherweise hätte dem Spiel der Berliner dies gutgetan. Phasenweise fehlte die ordnende Hand im Mittelfeld, der Überblick über die gesamte Szenerie. Zu oft verzettelten sich die Berliner in engmaschigen Aktionen und verloren so den Ball. „Die Räume, die wir bespielen wollten, die waren eindeutig da. Ich glaube, dass wir einfach nicht ganz die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Darum haben wir heute verloren“, sagte Skrzybski.

Kompaktes Bollwerk vor Fortunas Tor

Er hatte seine Kollegen unermüdlich angetrieben, leitete in der ersten Halbzeit zwei Chancen für Simon Hedlund ein. Union hatte wenig Mühe, sich bis zum Strafraum der Düsseldorfer zu bewegen, denn die verteidigten sehr tief stehend. Das kompakte Bollwerk vor dem Tor vermochte Union aber kaum zu durchdringen.

Die anfängliche Einseitigkeit der Partie mündete in der zweiten Hälfte in Hektik und vielen Fouls, einem davon fiel Trimmel zum Opfer. Zwar agierte Fortuna nun mutiger und konnte in Führung gehen, doch Union gestattete es den Gästen nicht, mehr als nur sporadische Angriffe zu fahren. Bei einem Konter wäre Bebou allerdings fast der zweite Treffer gelungen (75.). Solch klare Aktionen blieben den Köpenickern versagt trotz verstärkter Bemühungen, Keller brachte erstmals in dieser Saison Sören Brandy und schickte ihn für Fürstner aufs Feld (76.). „Hätten wir die ganze Zeit mit der Wucht gespielt wie am Ende, mit dem unbedingten Willen, dann wäre deutlich mehr drin gewesen“, sagte Steven Skrzybski. Auch die Gelb-Rote Karte für Kaan Ayhan (86.) half Union trotz einiger Möglichkeiten nicht.

Der Kapitän des Tages fand den Ausgang der Partie daher bitter. Sein Trainer haderte nicht mit den Spielern: „Sie sind an die Grenzen gegangen, haben alles probiert. Die Niederlage wird uns nicht nach hinten werfen.“ Eine neue, gute Serie soll nun beginnen.