Zweite Liga

Union ringt Münchner Löwen in Unterzahl nieder

Union gewinnt mit zehn Mann bei 1860 München. Innenverteidiger Schönheim muss mit Gelb-Rot vom Platz. Skrzybski und Redondo treffen.

Unions Kenny Prince Redondo (l.) bejubelt in München seinen Treffer zum 2:1 und lässt sich von seinen Teamkollegen feiern

Unions Kenny Prince Redondo (l.) bejubelt in München seinen Treffer zum 2:1 und lässt sich von seinen Teamkollegen feiern

Foto: Tobias Hase / dpa

München.  Es gibt Spiele, die können für eine ganze Saison wegweisend sein. Spiele, die eine Mannschaft noch mehr zusammenschweißen und ihr zeigen, was in dieser Spielzeit doch möglich sein kann.

Der Auftritt des 1. FC Union bei 1860 München am Freitag ist eines solcher Spiele gewesen. Nicht nur, weil der Berliner Fußball-Zweitligist mit 2:1 (1:1) gewann, sondern weil er sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, trotz aller Widrigkeiten. Und damit ist nicht der strömende Regen gemeint, der den Abend in München begleitete.

„Wie sich alle heute reingehauen haben – das war ein Arbeitssieg. Aber die sind ja bekanntlich die schönsten Siege“, sagte Unions Mittelfeldspieler Stephan Fürstner . Jens Keller ging beim Lob noch ein Stück weiter: „Die Mannschaft hat unheimlich viel gezeigt. Ich bin stolz, sie trainieren zu dürfen“, sagte der Union-Coach. Zumindest bis Sonnabendnachmittag hat sich Union auf Tabellenplatz drei vorgeschoben.

Viertes Saisontor von Skrzybski

Was diesen Sieg vor 19.300 Zuschauern besonders macht: Er ist in Unterzahl errungen, nachdem Fabian Schönheim von Schiedsrichter Florian Heft (Neuenkirchen) in der 53. Minute mit Gelb-Rot vom Feld geschickt wurde. In der Entstehung eine harte Entscheidung.

Mag man die zweite Gelbe Karte, die schließlich zum Platzverweis führte, noch nachvollziehen (Schönheim hatte 1860-Stürmer Sascha Mölders zu Fall gebracht), so ist die erste Verwarnung schon eher fragwürdig. Nach einem Freistoß von Daniel Adlung nahm Collin Quaner in der Union-Mauer die Hand zur Hilfe. Gelb sah jedoch Schönheim, Schiedsrichter Heft hatte sich verguckt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Michael Liendl (25.).

Es war der Ausgleich, denn Union war durch das vierte Saisontor von Steven Skrzybski in Führung gegangen. Nach einem schönen Diagonalpass von Christopher Trimmel auf die linke Außenbahn tanzte Kenny Prince Redondo, der Adrian Nikci ersetzte, zunächst Ex-Herthaner Fanol Perdedaj aus, ehe er den Ball in den Strafraum schlug. Dort musste Münchens Torwart Jan Zimmermann das Spielgerät passieren lassen, Nutznießer am langen Pfosten war Skrzybski, der seinem Bewacher Maximilian Wittek rechtzeitig enteilt war (5.).

Quaner hat das 3:1 auf dem Fuß

Fünf Minuten vor der Pause war es Redondo selbst, der einen völlig missratenen Rückpass von Milos Degenek erlief und an Zimmermann zum 2:1 vorbeischob.

Dann kam Schönheims Platzverweis, die Abwehrschlacht gegen nun wütend anrennende Münchner begann. Union-Coach Keller hatte Roberto Puncec für Redondo gebracht und sah sich nach 69 Minuten erneut zum Handeln gezwungen. Nachdem Felix Kroos für einen fairen Zweikampf gegen Mölders Gelb gesehen hatte, nahm ihn der Union-Trainer lieber vom Feld, um einem weiteren Platzverweis zuvorzukommen. Michael Parensen ersetzte den Kapitän.

Wittek traf für 1860 noch den Pfosten (60.), im Gegenzug verpasste Collin Quaner das 3:1 (78., 87.). An dem gelungenen Start in die englische Woche änderte dies jedoch nichts mehr.