Zweite Liga

Skrzybski ist bei Union auf der Überholspur

Union-Profi Steven Skrzybski ist Top-Scorer der Liga und in dieser Saison zur unverzichtbaren Größe beim Zweitligisten geworden.

Unions Steven Skrzybski hat in drei Spielen zwei Tore erzielt und zwei Vorlagen gegeben – Liga-Bestwert

Unions Steven Skrzybski hat in drei Spielen zwei Tore erzielt und zwei Vorlagen gegeben – Liga-Bestwert

Foto: Digitalfoto Matthias / picture alliance / Digitalfoto M

Berlin.  Wie Steven Skrzybski da so vor einem sitzt, entspannt mit einem leichten Hang zur Lässigkeit, wird man das Gefühl nicht los, als käme der Stürmer des 1. FC Union derzeit vor Lachen gar nicht in den Schlaf. Es braucht auch nicht lange, bis der 23-Jährige sein derzeitiges Seelenleben in drei Worte zusammenfasst. „Spaß am Kicken“, sagt Skrzybski. Mit einem Lachen. Natürlich.

Bei allen Überlegungen, wer derzeit nicht aus der Startelf des Berliner Fußball-Zweitligisten wegzudenken ist, muss unweigerlich der Name Skrzybski fallen. Auch für die Partie am Sonnabend gegen den Karlsruher SC in der Alten Försterei (13 Uhr) hat der Offensivmann seinen Platz sicher. „Ich freue mich, dass ich in dieser Fülle durchspielen konnte“, kommentierte der Berliner seine Saisonbilanz von drei kompletten Einsätzen in den ersten drei Partien.

Es ist ein Moment, in dem noch einmal das Talent Skrzybski durchkommt, gern mit dem Zusatz ewig versehen. Der Trainingsweltmeister, der dankbar ist, dass man ihn derart berücksichtigt. Doch im September 2016 muss festgehalten werden: Steven Skrzybski hat seine Mission, Stammspieler bei Union zu werden, erfüllt. „Ich weiß, dass mir viele diese Entwicklung nicht zugetraut haben“, erinnert sich der Berliner.

Trainer Keller vertraut ihm von Beginn an

Wenn es noch eines allerletzten Beweises bedurfte, um seine Wertigkeit für den derzeitigen Union-Jahrgang zu unterstreichen, so hat ihn kein Geringer als Jens Keller geliefert. Bislang stand Skrzybski stets zur Disposition, wenn die Köpenicker für die Außenbahn einen neuen Spieler verpflichtet haben, so wie den Schweden Simon Hedlund in der vergangenen Woche.

Doch sollte Hedlund, der gegen den KSC nicht im Kader steht, irgendwann in die Mannschaft rücken „heißt es ja noch lange nicht, dass Skrzybski damit raus ist“, machte Trainer Keller deutlich: „Er kann auf beiden Seiten und auch im Zentrum spielen. Und er ist sehr torgefährlich.“

Ein Blick in die Statistik belegt: Skrzybski ist zusammen mit Braunschweigs Domi Kumbela der beste Scorer der gesamten Liga (zwei Tore, zwei Vorlagen). Das Vertrauen, das Keller dem Eigengewächs bereits im Trainingslager in Österreich ausgesprochen hatte, zahlt Skrzybski mit Leistung zurück.

Gedanken an eine Ausleihe wurden schnell verworfen

Dabei wäre es fast gar nicht dazu gekommen. „Natürlich gab es diese Gedanken öfter“, erzählt Skrzybski von den Überlegungen, Union zu verlassen und sich für mehr Spielpraxis ausleihen zu lassen: „Aber als erst Norbert Düwel und dann auch Sascha Lewandowski auf mich gesetzt haben, war mit klar, dass ich es hier schaffen werde.“

Nach seinen beiden Toren zuletzt in Bielefeld (4:4) gab es sogar eine SMS von Lewandowski-Nachfolger André Hofschneider. „Er hat mir zum Doppelpack gratuliert. Es kam ja noch nicht so oft vor, dass ich zwei Tore in einem Spiel erzielt habe“, freute sich Skrzybski.

Tore, die ihm ohne Zweifel Selbstvertrauen geben. Die Verpflichtung von Hedlund nimmt er bereits als Alltagsgeschäft hin. „Konkurrenz ist immer erst einmal positiv zu bewerten“, spricht er wie ein gestandener Profi: „Und ich glaube nicht, dass der Verein eine blinde Nuss verpflichtet hat.“

Der Kopf ist stabiler geworden

Dennoch ist Skrzybski weit davon entfernt, angesichts seiner aufsteigenden Formkurve irgendetwas auf die leichte Schulter zu nehmen. Gegner Karlsruhe habe „wie jede Mannschaft in der Zweiten Liga viel Qualität“.

Unter Druck – auch weil Union noch auf den ersten Saisonsieg wartet – setzt er sich aber nicht. „Ich bin vom Kopf her stabiler geworden“, erklärte Skrzybski. Wohl die beste Voraussetzung, um Spaß am Kicken zu haben.