Zweite Liga

Union kommt nur langsam in Fahrt

Union hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht, spielerisch offenbarten die Köpenicker in Duisburg aber erneut einige Defizite.

Union bejubelt den Sprung in die zweite Runde des DFB-Pokals

Union bejubelt den Sprung in die zweite Runde des DFB-Pokals

Foto: Maja Hitij / picture alliance / dpa

Berlin.  Von der Vergangenheit, so hatte Jens Keller vor dem Pokalspiel beim MSV Duisburg noch zu verstehen gegeben, wolle er nichts wissen. Nun, nach dem 2:1 nach Verlängerung in der ersten DFB-Pokalrunde am Sonntag beim Drittligisten, zog er die seit 2004 düstere Pokalhistorie des Fußball-Zweitligisten doch zurate. „Bei Union schwebt immer so ein Geist, dass wir nicht über die erste Runde hinauskommen. Das haben wir geschafft. Das ist das, was zählt“, so der Union-Trainer.

Man ist erleichtert bei den Köpenickern. Weil neben den 310.000 Euro für das Erreichen der zweiten Runde (25./26. Oktober), die am Freitag ausgelost wird, auch ein Heimspiel möglich ist, das weitere Einnahmen generieren kann. Der wohl wichtigste Grund ist jedoch das Erfolgserlebnis, auch wenn es nur durch das Eigentor des Duisburgers Fabian Schnellhardt zustande gekommen ist.

„Ich wollte den Ball blocken, weil ich wusste, dass er den Ball weghauen wird. Ich habe dann meinen Fuß hingehalten. Er schießt mich an und der Ball geht rein“, beschrieb Steven Skrzybski die entscheidende Szene in der fünften Minute der Verlängerung noch einmal.

Topfit und immer für ein Tor gut

Der Sieg ist Balsam auf die Union-Seele, nachdem die Mannschaft auch unter Keller nur holprig (ein Punkt aus zwei Spielen) in die Zweitliga-Saison gestartet war. „Wir haben zwar kein schönes Spiel gemacht, aber die Freude ist riesig“, sagte Innenverteidiger Toni Leistner, dessen Zögern den Ausgleich durch Stanislav Iljuchenko erst ermöglicht hatte: „Wir können Auswärtsspiele gewinnen und sind immer für ein Tor gut. Wir sind topfit. Das können wir für die nächsten Spiele mitnehmen.“

Die Partie in Duisburg hat aber auch gezeigt, dass bei Union längst noch nicht alles rund läuft, was sich in der Vorbereitung eigentlich schon ganz gut angefühlt hat. „In den ersten beiden Spielen waren viele gute Dinge dabei. Da sind wir nicht belohnt worden. Heute war es durchwachsener, aber wir haben uns mit dem Sieg belohnt“, erklärte Coach Keller.

Tatsächlich ließ Union beim MSV viel zu selten einen geordneten Spielaufbau erkennen. Die Zahl der Torchancen hielt sich dadurch in Grenzen.

Kapitän Kroos muss noch zulegen

Auch dass Kapitän Felix Kroos nach dem Ende der regulären Spielzeit vom Feld musste (Eroll Zejnullahu ersetzte ihn), ist ein Zeugnis dafür, dass Unions Motor immer noch nicht auf vollen Touren läuft. Bereits vor dem Pokalspiel hatte der 25-Jährige wissen lassen, dass er immer noch nicht bei hundert Prozent ist.

Wegen seiner Muskelprobleme war die Vorbereitung nicht optimal. Nur drei der sieben Vorbereitungsspiele konnte Kroos absolvieren, „das kann man mit Training kaum ersetzen“, so der Mittelfeldspieler. Immerhin hielt Kroos im Vergleich zu den Ligaspielen in Bochum (1:2) und gegen Dresden (2:2) 90 statt nur gut 75 Minuten durch.

Dies kann als gutes Omen für die nächste unbequeme Auswärtspartie am Sonntag bei Arminia Bielefeld (13.30 Uhr, Sky) gewertet werden.