Zweite Liga

Warum Stürmer Collin Quaner Unions Lichtblick ist

Union-Stürmer Collin Quaner empfiehlt sich für mehr beim Zweitligisten. Und das nicht nur wegen seiner beiden Tore gegen Dresden.

Union-Stürmer Collin Quaner (r.) erzielte zwei Tore beim Unentschieden gegen Dresden

Union-Stürmer Collin Quaner (r.) erzielte zwei Tore beim Unentschieden gegen Dresden

Foto: Ronny Hartmann / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Freude darüber, dass er zwei Tore erzielt hat? „Geht so“, sagt Collin Quaner, „ich bin schon enttäuscht.“ Der Stürmer des 1. FC Union ist ein wenig hin- und hergerissen zwischen seinem persönlichen Aufschwung und dem 2:2 gegen Aufsteiger Dynamo Dresden, das Union nach zwei Spieltagen in der Zweiten Liga mit nur einem Pünktchen auf Rang 13 stehen lässt. Und wegen des Torverhältnisses (3:4) sogar noch schlechter als in den beiden Spielzeiten davor.

Die Köpenicker holpern auch unter ihrem neuen Trainer Jens Keller in die Saison. Weil sie gegen die Dresdner vor allem in der ersten Halbzeit „zu wenig Laufbereitschaft“ zeigten, um „an die zweiten Bälle“ zu kommen, so der Coach. Und weil sie nicht in der Lage waren, das Spiel trotz Wettmachen des Rückstandes (2:1 nach 0:1 zur Pause) „nach Hause“ (Keller) zu bringen.

Sich über den eigenen gelungenen Auftritt entsprechend zu freuen, fällt da schon schwer. Dennoch hat Quaner seinem Trainer wie auch dem Team eine wichtige Botschaft vermittelt: Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. „Ich trainiere, gebe Vollgas und arbeite natürlich auch auf solche Tage hin“, sagt Quaner. Tage wie Montag, an dem der etatmäßige Stürmer Philipp Hosiner wegen eines Muskelfaserrisses fehlte und auch Sören Brandy wegen fehlender Fitness noch keine Option gewesen ist.

Nur 15 Teileinsätze in der vergangenen Saison

Seine Chance hat er jedenfalls genutzt. „Nicht nur wegen seiner Tore hat er ein sehr gutes Spiel gemacht“, wie Trainer Keller befand: „In der ersten Halbzeit hat er viele Bälle gehalten und Räume gerissen, sodass wir nachschieben konnten. Er hat Hosiner sehr gut ersetzt.“ Quaner wird dies gern hören angesichts des verlorenen Jahres, dass er nach seinem Wechsel aus Aalen im Sommer 2015 bei Union erlebt hat.

Auf gerade einmal 15 Einsätze brachte es der 1,91-Meter-Mann, meist wurde er nur in der Schlussphase eingewechselt. Zur Ehrenrettung muss man jedoch festhalten, dass der 25-Jährige mit Bobby Wood auch eine kaum zu überwindende Hürde vor sich gehabt hatte. Wood verließ Union bekanntlich als Rekordtorschütze (17 Saisontreffer) in Richtung Hamburger SV.

Dessen Lücke soll nun Hosiner füllen. „Das sind die Situationen, mit denen man umzugehen wissen muss. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Ich versuche, mir nicht so viele Gedanken zu machen“, erklärt Quaner: „Ich bin ein sehr ruhiger Typ.“

Für die Mannschaft arbeiten? Kein Problem

Etwas, das selbstredend nur außerhalb des Platzes gilt. Während des Spiels wirkt der Schlacks durchaus ungestüm in seinen Aktionen. Untrügliche Zeichen seines Willens, nicht nur für die Mannschaft zu arbeiten, sondern auch für sich Pluspunkte zu sammeln.

Eine Einstellung, die auch bei den Zuschauern in der Alten Försterei ankommt. „Ich hatte das Gefühl, dass der zweite Treffer auch der Mannschaft noch mal einen Schub gegeben hat. Auch die Energie, die von den Fans rüberkam, das war Wahnsinn“, erzählt der gebürtige Düsseldorfer. Wobei er selbst hier, in Momenten persönlichen Glücksgefühls, den Teamgedanken in den Vordergrund stellt: „Ich fühle mich wohl, wenn ich aus der Tiefe kommen kann. Ich habe auch kein Problem damit, für die Mannschaft nach hinten zu arbeiten.“

Dass der Doppelpack gegen Dresden kein Freifahrtsschein ist, weiß er nur allzu gut. „Es ist schon so, dass jeder Spieler immer noch Vollgas geben muss, um sich beim Trainer zu empfehlen“, macht Quaner deutlich. Gegen Dresden zählte er zu den Lichtblicken – trotz des verpassten Sieges.