1. FC Union

Kochen und Brodeln zum Heim-Auftakt

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Marcel Stein
Trainer Jens Keller geht in seine Heimpremiere

Trainer Jens Keller geht in seine Heimpremiere

Foto: Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

Unions Trainer Jens Keller erlebt sein Zweitliga-Debüt in der Alten Försterei gegen Dresden und den alten Berliner Coach Uwe Neuhaus.

Berlin.  Mit ihrer Videowand im Medienraum, die auf den aktuellen Anlass der Zusammenkunft hinweist und die Sponsoren ins rechte Licht rückt, sind sie im Stadion an der Alten Försterei schon jetzt auf alles vorbereitet. Dort blitzte am Sonnabend auch der Hintergrund für den DFB-Pokal auf. Bis dieser allerdings tatsächlich gebraucht werden könnte, vergeht noch viel Zeit; in der ersten Runde am nächsten Wochenende tritt der 1. FC Union auswärts in Duisburg an. Aber die gute Präparation sagt ja schon etwas über die Ziele des Zweitliga-Fußballklubs aus.

Näher als der Pokal liegt das Heimdebüt des neuen Trainers Jens Keller. Am Montag ist es so weit, Union empfängt Aufsteiger Dynamo Dresden (20.15 Uhr, Sport1). Ein Klassiker des Ostfußballs, genau der richtige Auftakt für Keller. „Ich freue mich total auf solche Spiele. Das sind die Partien, warum man Trainer wird und Spieler ist. Wenn es kocht und brodelt, wenn eine Spannung da ist“, sagt er. Die Partie ist längt ausverkauft. In Sachen Sicherheit, Dresden hat teils problematische Fans, sei alles „sorgfältig vorbereitet“, so Klub-Sprecher Christian Arbeit.

Widerstand gegen Startschwierigkeiten

Nach dem Misserfolg zum Saisonauftakt in Bochum (1:2) ist es für die Berliner wichtig, nicht wieder in die fast schon traditionellen Startschwierigkeiten zu geraten. Die Bilanz der jüngsten Heimspiele, wenn auch aus der Vorsaison, verbreitet da Zuversicht. Die letzten acht Partien wurden gewonnen, fünf davon ohne Gegentor. Auch die Verletztensituation erscheint weniger dramatisch als noch vor vier Tagen.

Da hieß es vom Klub, dass Angreifer Philipp Hosiner ausfällt wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich. Der Zugang aus Österreich ist das wohl wichtigste Element in der Offensive. „Er ist angeschlagen. Es heißt aber nicht, dass er ausfällt“, sagt Trainer Keller nun und hofft auf einen Einsatz. Die Verletzung habe sich inzwischen als weniger schwerwiegend herausgestellt.

Dresden mit Punktgewinn zum Auftakt

Trotz der Heimstärke und des Status’ von Dresden als Neuling muss Union die Partie enorm konzentriert angehen. Die Bilanz der Sachsen liest sich beeindruckend. Seit 17 Ligaspielen ist Dynamo ungeschlagen. Zur Zweitliga-Rückkehr gelang gegen den Aufstiegskandidaten Nürnberg ein 1:1. „Dresden ist gute Mannschaft, sie haben sehr souverän den Aufstieg geschafft und sich jetzt gut verstärkt. Das wird ein interessantes Spiel“, so Keller. Ein großer emotionaler Faktor kommt neben dem Ost-Duell hinzu, denn Trainer in Dresden ist Uwe Neuhaus, der bis 2014 sieben Jahre in Köpenick tätig war.

Keller, der bei der Partie in Bochum vor allem mit der Chancenverwertung nicht zufrieden gewesen war, ist in der Trainingswoche auf den besonderen Charakter der Partie eingegangen. „Man muss auch die Spieler auf die Situation vorbereiten. Wir dürfen uns zu nichts hinreißen lassen, müssen mit kühlem Kopf spielen“, sagt er. Das gilt auch für hitzige Pokalspiele, also in Duisburg. Damit der Hintergrund für die Videowand vielleicht in der zweiten Runde Verwendung finden kann.