Zweite Liga

Für Union besteht kein Grund zur Panik

Zweitligist Union nimmt trotz der unnötigen Auftaktpleite gegen Bochum viel Positives mit. Torwart Busk gesteht seinen Fehler ein.

Unions Torwart Jakob Busk (r.) versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist

Unions Torwart Jakob Busk (r.) versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist

Foto: imago sportfotodienst / imago/Team 2

Berlin.  Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos – wusste schon Loriot. Jakob Busk sieht es offenbar ähnlich. Der Torwart des 1. FC Union schnappte sich jedenfalls am späten Sonnabendabend nach der Rückkehr aus Bochum seinen Hund und ging erst einmal spazieren. Den Kopf ein wenig frei bekommen, diese Szene irgendwie schnell vergessen, die die Auftaktniederlage besiegelt hatte.

„Das ist ganz klar mein Fehler“, sagte der Däne am Sonntag, nach der Videoanalyse des 1:2: „Das muss ich besser machen. Für mich ist das aber kein Problem, jeder macht Fehler. Wir können auch das 2:2 schießen, tun es aber nicht. Das ist genauso schlimm.“ Was wie Kritik an der ohne Zweifel mangelhaften Chancenverwertung seiner Vorderleute klingt, ist vor allem genährt durch die Enttäuschung darüber, dass wieder kein Sieg zum Start gelungen ist.

So bitter die unnötige Niederlage gewesen ist – der Berliner Fußball-Zweitligist hat durchaus Positives aus dem Westen mitgenommen. „Wir haben gute Spielzüge gezeigt“, sagte Busk, „auch die Moral stimmte, wie haben bis zum Ende weitergespielt“, anstatt wir noch so oft in der vergangenen Saison nach Rückschlägen auseinanderzufallen.

Torchancen durch Pressing kreiert

Und die Chancen natürlich. Die zwei Riesenmöglichkeiten durch Kenny Prince Redondo und Damir Kreilach „bekamen wir durch unser Pressing“, so Trainer Jens Keller. Auch wenn die Niederlage immer noch schmerze, „muss man dies der Mannschaft immer wieder klarmachen“, erklärte Keller. Soll heißen: Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist richtig.

Zudem wurden weitere Möglichkeiten gut herausgespielt. Doch selbst Stürmer Philipp Hosiner schaffte es nicht den Ball aus elf Metern und völlig unbedrängt im Tor unterzubringen. „Hosiner ist vor dem Tor normalerweise auch eiskalt“, sagte Keller. Dass seine Mannschaft eine Halbzeit lang brauchte, um auf Touren zu kommen, bereitet dem Trainer keine schlaflosen Nächte. „Das ist in der Regel normal beim ersten Spiel. jeder muss erst schauen, wo er steht“, so der 45-Jährige.

Seinem Torwart hoch anrechnen, dass er den spielentscheidenden Fehler auf seine Kappe nimmt, obwohl sich schon bei der Entstehung diverse Teamkollegen (Kreilach, Trimmel, Skrzybski) nicht wirklich mit Ruhm bekleckerten, wollte Keller nicht. „Sonst hätte er auch seinen Beruf verfehlt. Es ist ganz normal, dass man dazu steht. Es gibt auch keine Vorwürfe an ihn.“

Busk mit makelloser Heimbilanz in Pflichtspielen

Jakob Busk wird dies gern hören. „Es sind ja noch 33 Spiele“, sagte der 22-Jährige. Das nächste ist gegen Aufsteiger Dynamo Dresden in der Alten Försterei (15. August, 20.15 Uhr). Und Busks Bilanz vor heimischem Publikum ist makellos: sieben Pflichtspiele, sieben Siege. „Ich habe gegen Borussia Dortmund verloren“, erinnert der Däne sogleich an das 1:3 im letzten Wintertest.

Busks Ehrgeiz – noch ein Argument, warum es in Köpenick trotz der Auftaktpleite noch keinen Grund zur Panik gibt.