Saisonvorbereitung

Union holt sich im Trainingslager in Villach den Feinschliff

Für die Köpenicker beginnt mit dem Trainingslager die heiße Phase der Vorbereitung. Auf drei Profis muss Jens Keller jedoch verzichten.

Neue Konkurrenten: Daniel Mesenhöler (l.) und Jakob Busk

Neue Konkurrenten: Daniel Mesenhöler (l.) und Jakob Busk

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Die ersten zwei Wochen unter dem neuen Coach Jens Keller hatten es bereits in sich für die Profis des 1. FC Union. Direkt am Tag nach dem Trainingsauftakt am 26. Juni ging es für vier Tage ins Lauf-Camp nach Sommerfeld in Brandenburg. Auch zwei Testspiele hat der Berliner Fußball-Zweitligist schon hinter sich, bei Viktoria Seelow (1:0) und beim SV Zehdenick (15:0). Am Montag ging es für die Köpenicker ins Trainingslager nach Villach. Und in Kärnten warten zehn Tage, in denen Keller eine schlagkräftige Mannschaft formen will, die in der Lage ist, oben anzugreifen.

Die erste Einheit gab es noch am Montagabend, gleich nach der Ankunft in Kärnten, auf dem Platz von Admira Villach. „Wir werden noch mal intensiv an unseren taktischen Ideen arbeiten. Es geht aber auch um den physischen Bereich. Nach zwei Wochen ist die Mannschaft noch nicht auf dem Niveau, bei dem man sagt: Es reicht“, machte Trainer Keller deutlich. Auch zwei Testspiele sind geplant: am 17. Juli in Villach gegen den italienischen Erstligisten Udinese Calcio sowie zwei Tage später in Wolfsberg gegen den FC Watford aus der englischen Premier League. Zwei echte Gradmesser für Union.

Ist Woods Abgang zu kompensieren?

Während der Tage in Österreich gilt es vor allem drei Fragen zu beantworten: Wer ist die Nummer eins im Tor? Wer setzt sich auf der linken Abwehrseite durch? Und: Kann Zugang Philipp Hosiner (27) die Lücke schließen, die Unions Rekordtorschütze Bobby Wood (17 Saisontreffer 2015/16) – der Stürmer wurde von der „Fußball-Woche“ gerade zu Berlins Profi des Jahres gewählt – mit seinem Wechsel zum Bundesligisten Hamburger SV hinterlassen hat?

Der Österreicher Hosiner, mit einem Vertrag bis 2019 ausgestattet, war vor seinem Wechsel nach Berlin vom französischen Erstligisten Stade Rennes an den 1. FC Köln ausgeliehen, kam beim Bundesligisten jedoch nur zu 15 Einsätzen (ein Tor). „Philipp ist ein Stürmer, an dem wir mit großer Sicherheit viel Freude haben werden. Wichtig war uns, dass er möglichst die komplette Vorbereitung mitmachen kann, und das haben wir nun erreicht“, sagte Helmut Schulte, Unions Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Dreikampf auf der linken Abwehrseite

Links in der Abwehr tummeln sich hingegen gleich zwei neue Profis. Zum einen Christopher Lenz (21, Vertrag bis 2018), der bereits in der Winterpause der vergangenen Spielzeit von Borussia Mönchengladbach II verpflichtet wurde, sowie der Däne Kristian Pedersen (21, Vertrag bis 2019), vom dänischen Zweitligisten HB Köge geholt. Und dann ist auf dieser Position auch noch Michael Parensen ein Kandidat. Der 30-jährige Defensivallrounder hat seinen Vertrag bei Union erst im März bis 2018 verlängert.

Bleibt die Frage, wer sich den Stammplatz zwischen den Pfosten sichert: Jakob Busk (22) oder Daniel Mesenhöler (20), Zugang vom 1. FC Köln. „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Union ein familiäres Umfeld bietet, in dem sich junge Spieler hervorragend weiterentwickeln können. Ich möchte den sportlichen Konkurrenzkampf mit Jakob Busk annehmen“, sagte Mesenhöler (Vertrag bis 2018). Busk hat nach seinem Wechsel in der Winterpause jedoch „eine gute Rückrunde gespielt“, ließ Trainer Keller bereits durchblicken, dass der Däne die Nase wohl vorn hat.

Daube, Korte und Köhler sind nicht dabei

Verzichten muss Keller in Villach auf Dennis Daube, Rafael Korte und Benjamin Köhler. Daube befindet sich nach seinem Muskelfaserriss im linken Hüftbeuger, erlitten im Training am vergangenen Dienstag, ebenso in der Reha wie Korte nach seinem Kreuzbandriss. Köhler muss wegen Knieproblemen passen. Kapitän Benjamin Kessel reist hingegen trotz seiner Zerrung im linken vorderen Kreuzband, zugezogen in der ersten Trainingseinheit, mit nach Österreich. Außerdem sind die Nachwuchsspieler Lukas Lämmel, Cihan Kahraman und Steve Kroll dabei.